Was geschieht mit den Christen in Israel?

Orthodoxe Christen warten in der Jerusalemer Grabeskirche auf das Wunder des Heiligen Feuers. (Bild: Abir Sultan / EPA)
Hunderttausende christliche Pilger aus aller Welt besuchen jährlich Jerusalem, Nazareth oder Bethlehem. Doch der Bevölkerungsanteil der in Israel lebenden Christen sinkt ständig. Gleichzeitig identifizieren sich viele von ihnen zunehmend mit dem jüdischen Staat. Da ist nur scheinbar ein Widerspruch.

Daniela Segenreich | Neue Zürcher Zeitung

Die christlichen Pilger gehen auf den Spuren Jesu die Via Dolorosa entlang, schreiten durch das grosse Tor der Grabeskirche in Jerusalem und sehen, wo Jesus auf dem Wasser des Sees Genezareth gewandelt ist. Christen haben in Israel Religionsfreiheit, und die Kirchen vieler christlicher Ausrichtungen besitzen und verwalten in Jerusalem und anderen Städten ihre Kirchen, Klöster und Patriarchate. Dennoch ist der Anteil der Christen im Land und in der Region verschwindend gering.

Im gesamten Nahen Osten, wo das Christentum tief verwurzelt ist, waren Anfang des letzten Jahrhunderts noch etwa ein Drittel der Bewohner Christen. Aufgrund von Kriegen und Verfolgung, nicht zuletzt auch wegen der jüngsten Konflikte im Irak und in Syrien, sind es heute weniger als ein Zehntel. «Christen erfahren einen physischen und spirituellen Genozid hier im Nahen Osten! Das betrifft nicht nur ihr Leben, sondern auch ihre Kultur, ihre Sprache und ihre Tradition», wettert Shadi Khalloul, der in Israel vor einigen Jahren die ICAA, eine Organisation zur Erhaltung und Wiederbelebung des christlichen und insbesondere des aramäischen Glaubens und seiner Kultur, ins Leben gerufen hat.

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Die Wirklichkeit des Sterbens in unserer Gesellschaft

Wer seine letzten Lebenstage in einem Hospiz verbringt, wird dort häufig von Ehrenamtlichen betreut. Dabei sammeln die Sterbebegleiterinnen und -begleiter bedeutsame Lebenserfahrungen und Wissen über die Wirklichkeit des Sterbens und Trauerns.

Caroline Link Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Justus-Liebig-Universität Gießen

Dieses Wissen hat in der Forschung zum Ehrenamt bislang kaum Aufmerksamkeit erfahren. In einer internationalen Studie unter Beteiligung von Prof. Reimer Gronemeyer und Dr. Michaela Fink vom Institut für Soziologie der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) kamen ehrenamtliche Sterbebegleiterinnen und -begleiter zu Wort. Sie erzählen drastische, dramatische und erfahrungsreiche Geschichten, die wichtige – und bisher wenig beachtete – Rückschlüsse über den Tod und das Sterben in unserer Gesellschaft erlauben.

Die Verbundforschung zum Thema „Ehrenamtlichkeit und bürgerschaftliches Engagement in der Hospizarbeit – Merkmale, Entwicklungen und Zukunftsperspektiven“ wurde vom Deutschen Hospiz- und Palliativ-Verband initiiert und mit 180.000 Euro gefördert. Die ersten Ergebnisse der Studie sind nun in einem Buch mit dem Titel „Die Kunst der Begleitung. Was die Gesellschaft von der ehrenamtlichen Hospizarbeit wissen sollte“ veröffentlicht worden.

Das Bild von einem friedlichen Sterben sei der rote Faden, der sich durch die Erzählungen der Hospizbegleiterinnen und -begleiter zieht, so die Forscherinnen und Forscher. Je mehr religiöse Hoffnungen bei Begleiteten und Begleitenden schwinden, desto deutlicher würde das „friedliche Sterben“ zum wichtigsten Ziel. Viele Ehrenamtliche verfügten über eine bemerkenswerte situative Geistesgegenwart, die aus der Beziehung zwischen Begleitenden und Betroffenen erwachse. „Es ist bemerkenswert, dass die Wiederkehr wärmender Zuwendung und gelebter Empathie so deutlich möglich wird“, sagt Prof. Gronemeyer. „In der Konfrontation mit der letzten Lebenskrise kann jenes Einfühlungsvermögen aufblühen, dessen Fehlen im Zentrum der Gesellschaft beklagt wird. Ehrenamtliche sind die Wächterinnen und Wächter der Einfühlsamkeit am Rande des Lebens. Sie machen das Lebensende zu einer menschlichen Erfahrung von Angesicht zu Angesicht.“

Die größte Stärke vieler Ehrenamtlicher bestünde in ihrer Offenheit für das, was offen ist: Die Beziehung zu den Angehörigen, die Frage nach Hoffnung, die Frage, ob etwas über den Tod hinausweist, das Gespräch über Ängste, Wünsche, Sehnsüchte. „Damit sind sie in gewisser Weise die Zuständigen für das Unbestimmte und Unvorhersehbare“, so Prof. Gronemeyer. „Oft können sie nur zurückgreifen auf Intuition, auf Ungeübtes, auf das Jetzt.“

Der medizinische Kontext kommt in den Erfahrungsberichten der Ehrenamtlichen kaum vor. „Ehrenamtliche sind zuständig für das, was im medizinischen oder pflegerischen Handeln eher nicht zur Sprache kommt: Der Seelenschmerz, die Hoffnung oder die Hoffnungslosigkeit, Vergebung und Versöhnung oder auch die Angst um die Menschen, die man zurücklässt“, sagt Dr. Michaela Fink. „Damit sind sie mehr denn je unverzichtbar in der Versorgung am Lebensende.“ Bisweilen würden in der Begleitung die Grenzen immanenter Erfahrung gesprengt. Diese „transzendierenden Erfahrungen“ würden in den Berichten der Ehrenamtlichen großenteils weltanschaulich neutral beschrieben, unabhängig von einer bestimmten Konfession oder Religion.

Die Forscherinnen und Forscher betonen auch die gesellschaftliche Bedeutung der ehrenamtlichen Hospizbegleitung. Das überwiegend von älteren Frauen getragene Engagement leiste einen wichtigen Beitrag zum sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft. Aktuell sind ca. 100.000 Menschen, die meisten davon ehrenamtlich, unter dem Dach des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands e.V. in der Hospizarbeit und der Palliativversorgung tätig. Die meisten der Befragten haben ihr Engagement als überaus sinnstiftend und bereichernd beschrieben.

Die Teilstudie an der JLU wurde in Kooperation mit der Universität Graz (Prof. Dr. Andreas Heller) und der Universität Klagenfurt in Wien (Dr. Patrick Schuchter) durchgeführt. Sie ist Teil eines größeren Verbundprojekts, an der auch das Institut für Soziologie der Universität Augsburg (Prof. Dr. Werner Schneider) und das Zentrum für zivilgesellschaftliche Entwicklung an der EFH Freiburg (Prof. Dr. Thomas Klie) beteiligt sind.


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Prof. Dr. Reimer Gronemeyer
Dr. Michaela Fink
Institut für Soziologie
Karl-Glöckner-Str. 21 E, 35394 Gießen
Telefon: 0641 99-23204

Saharastaub hemmt Hurrikans

Immer wieder tragen Winde Staub aus der Sahara über den Atlantik – und auch in die Geburtszonen der Hurrikans. © NASA/ GSFC
Staubige Sturmbremse: Momentan weht besonders viel Staub aus der Sahara über den Atlantik nach Westen. Das macht aber nicht nur den Himmel über der Karibik trüb. Es hemmt auch die Bildung tropischer Wirbelstürme, wie nun eine Klimastudie nahelegt. Denn der Staubschleier schluckt Sonnenlicht und hält damit die Meeresoberfläche kühler – das nimmt Hurrikans die nötige Energie, wie die Forscher im „Journal of Climate“ berichten.

scinexx

Die Wüste Sahara in Nordafrika ist eine der großen Staubschleudern der Erde. Toben dort Staubstürme, wehen Winde die winzigen Sandpartikel über den Atlantik bis in die Karibik und nach Südamerika. Für die Natur und Geologie dieser Regionen spielt dieser „luftige“ Staubtransport eine wichtige Rolle: Er beliefert Meeresalgen mit Eisen, bringt Nährstoffe in die Regenwälder des Amazonas und der Anden und könnte sogar den Grundstock für die Bahamas-Inseln gelegt haben.

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Wie Gene die Intelligenz beeinflussen

Klischee? Nein! Brillenträger sind im Schnitt tatsächlich etwas intelligenter. Die Psychologin Gail Davies fand genetische Zusammenhänge. Das gilt aber nur für Kurzsichtige Quelle: Getty Images/Westend61
Warum sind Menschen unterschiedlich klug? Bei der Beantwortung dieser Frage sind Forscher jetzt einen Schritt weiter. Sie identifizierten genetische Varianten, die beeinflussen, wie gebildet jemand wird.

Von Sarah Maria Brech | DIE WELT

Ja, Intelligenz ist erblich. Zumindest zum Teil. Darüber ist sich die Wissenschaft seit Langem einig. Aber wie genau dieser Anteil an der geistigen Leistungsfähigkeit vererbt wird – darüber weiß die Forschung noch fast nichts. Zudem ist umstritten, wie sich Intelligenz überhaupt definieren und messen lässt. Ein internationales Team aus Dutzenden Wissenschaftlern des Social Science Genetic Association Consortium hat sich jetzt an eine Mammutaufgabe gewagt – und einige dieser komplizierten Zusammenhänge aufgeklärt.

Aus früheren Zwillingsstudien ist bekannt, dass das Erbgut zu etwa 50 Prozent – die Schätzungen schwanken – verantwortlich ist für die geistige Leistungsfähigkeit. Der Rest lässt sich mit den Verhältnissen erklären, in denen ein Mensch lebt. Nicht bekannt ist allerdings, welche Genvarianten für diese etwa 50 Prozent Einfluss verantwortlich sind.

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The Milky Way Had a Big Sibling Long Ago — And Andromeda Ate It

Andromeda Galaxie(M31) Bild: nasa/PD
The Milky Way had a previously unknown big sibling that was torn apart by the neighboring Andromeda galaxy long ago, a new study suggests.

By Mike Wall | SPACE.com

Andromeda and the Milky Way are the two largest members of the Local Group, a collection of more than 50 galaxies packed into a dumbbell-shaped region of space about 10 million light-years across. Andromeda was not kind to the onetime third-biggest member of this family, devouring it about 2 billion years ago, according to the new research.

„Astronomers have been studying the Local Group — the Milky Way, Andromeda and their companions — for so long,“ study co-author Eric Bell, a professor of astronomy at the University of Michigan (UM), said in a statement. „It was shocking to realize that the Milky Way had a large sibling, and we never knew about it.“ [When Galaxies Collide: Photos of Great Galactic Crashes]

Andromeda, also known as M31, is a prolific cannibal; the huge spiral galaxy is thought to have shredded hundreds of its smaller kin over the eons. The number and complexity of these mergers makes it tough to tease out the details of any particular one — but Bell and study lead author Richard D’Souza, a postdoctoral researcher at UM, were able to do just that.

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Merkel macht Graue Wölfe hoffähig

Wolfsgruß. Bild: Canlanma / CC BY-SA 3.0
Driftet die deutsche Außenpolitik weiter nach rechts? Die Bundesregierung scheint nun auch den Schulterschluss mit ausländischen nationalistischen Organisationen zu suchen. Vergangene Woche traf Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Nato-Gipfel in Brüssel auf den höchsten Funktionär der türkischen faschistischen Grauen Wölfe in Europa und hatte nichts Besseres zu tun, als ihm die Hand zu schütteln.

Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Diplomatische Etikette hin oder her, diese Geste hat fatale Folgen. Nicht nur, dass Erdogan nun versucht, seinen kleinen Koalitionspartner, die faschistische MHP, in Europa hoffähig zu machen. Es zeigt einmal mehr, wie sehr Erdogan Politik in Deutschland macht. Cemal Çetin ist der Vorsitzende des Dachverbandes der Grauen Wölfe in Europa, der Avrupa Türk Konfederasyon.

Selbst der Verfassungsschutz, der bekanntermaßen lieber Jagd auf Linke als auf Faschisten macht (Stichwort NSU), stuft diese Organisation als extremistisch ein. Nicht zu Unrecht. Die türkischen Faschisten verfügen in Deutschland über ein engmaschiges Netzwerk nationalistischer Organisationen, vom Boxclub über die mafiöse Rockergruppe Osmanen Germania, über sogenannte Jugend- und Kulturvereine bis hin zu Moscheen.

Rund 170 Vereine besitzt allein die Türk Föderation. Mit mehr als 18.000 Mitgliedern sind die Grauen Wölfe die größte faschistische ausländische Organisation in Deutschland – drei Mal mehr, als die NPD Mitglieder hat.

In Deutschland gibt es auch viele Verbindungen zwischen den Grauen Wölfen und der AKP Erdogans. Erst kürzlich wurde die Rockergruppe Osmanen Germania in Deutschland verboten, deren Chef hatte beste Kontakte zum Erdogan-Clan. All dies ist aktenkundig, Merkel kann sich also kaum mit „Das war mir nicht bekannt“ herausreden.

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Kirche: Schluss mit den Floskeln!

Es gibt Sätze im kirchlichen Bereich, für die man sich beinahe einen neuen Index wünscht – zumindest, wenn sie mit einer gewissen Regelmäßigkeit verwendet werden.

Theresia Lipp | katholisch.de

Dazu zählt „Die Kirche denkt in Jahrhunderten“, zuletzt gehört als Antwort auf die Frage, wann die neue Einheitsübersetzung aus dem Jahr 2016 vollständig in die liturgischen Bücher übernommen werden wird. Über diesen Satz lacht man beim ersten Mal herzhaft, beim zweiten Mal gelingt vielleicht noch ein müdes Lächeln. Ab dem dritten Mal schleicht sich jedoch der Verdacht ein, dass mithilfe dieser Wendung grundsätzlich niemand erklären muss, warum dieses oder jenes Projekt wieder einmal so lange dauert.

Noch gravierender ist ein anderes Beispiel. Ein Vertreter der Kirche wird von einem engagierten Gemeindemitglied gefragt, wie man mit den Gewalttexten in der Bibel umgehen kann. Antwort: „Da habe ich jetzt kein Patentrezept.“ Die sicher gut gemeinte Intention ist: Der Antwortende will nicht den Anschein erwecken, der Wissende zu sein, der die unwissende Fragestellerin erst einmal informieren muss – bloß keinen Graben bilden zwischen dem weisen Hirten und dem zu belehrenden Schäflein. Und sicher ist diese Zurückhaltung manchmal sogar geboten, etwa bei der Frage nach schwerem Leid.

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Tibetische Medizin enthält viel Quecksilber

Ausschnitt aus einem alten tibetischen Medizin-Lehrbild. Wie sich jetzt zeigt,enthalten traditionelle tibetische Arzneimittel viel Quecksilber und andere Schwermetalle. © Desi Sangye Gyatso/ gemeinfrei
Von wegen gesund und natürlich: Die Präparate der traditionellen tibetischen Medizin enthalten mehr Quecksilber als fast jedes andere bekannte Lebens- oder Arzneimittel. Wer sie einnimmt, konsumiert das hundert- bis tausendfache der normalen Belastung mit diesem Schwermetall, wie eine Studie enthüllt. Selbst Menschen in Quecksilber-Abbaugebieten sind demnach weniger stark kontaminiert als viele Tibeter. Auch andere giftige Schwermetalle wie Arsen und Blei waren in den Präparaten erhöht.

scinexx

Die traditionelle asiatische Medizin gilt gemeinhin als besonders natürlich und schonend – besteht sie doch meist nur aus Kräutern, Pilzen und mineralischen Bestandteilen. Doch das bedeutet nicht, dass diese Arzneimittel ungefährlich sind – im Gegenteil. Forscher haben unter anderem nachgewiesen, dass eine in der chinesischen Medizin oft eingesetzte Heilpflanzen den Herzrhythmus stört, eine andere kann Leberkrebs auslösen.

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Kaufbeuren: Moschee könnte jetzt auf privatem Grund gebaut werden

So soll die neue Moschee in Kaufbeuren aussehen. Die muslimische Gemeinde rechnet mit Baukosten in Höhe von 3,2 Millionen Euro. Simulation: Türkisch-islamische Gemeinde (Foto: )
  • In einem Bürgerentscheid hat sich die Mehrheit der Wähler in Kaufbeuren gegen einen Moschee-Bau ausgesprochen.
  • Die islamische Gemeinde darf damit nicht auf kommunalem Grund bauen, sie sucht sich nun ein privates Grundstück.
  • Damit kann Kaufbeuren dem Verein keine Auflagen – zum Beispiel hinsichtlich Radikalisierungen – mehr machen.

Von Christian Rost | Süddeutsche Zeitung

Mit diesem Ergebnis hat die Stadtspitze nicht gerechnet: Knapp 60 Prozent der Wähler haben sich am Sonntag in einem Bürgerentscheid gegen den Neubau einer Moschee in Kaufbeuren ausgesprochen. Damit ist das Projekt, das eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Stadtrat unterstützte, gestoppt. Da die türkisch-islamische Gemeinde nun nicht, wie vorgesehen, auf kommunalem Grund bauen darf, wird sie sich ein privates Grundstück für ihr Projekt suchen. Die Stadt hat damit keinen Einfluss mehr auf das Bauvorhaben und kann dem Verein auch keine Auflagen hinsichtlich politischer Betätigungen oder Radikalisierungen machen.

Oberbürgermeister Stefan Bosse (CSU) wirkt am Tag nach dem Entscheid ernüchtert. Die Wahlbeteiligung von 45 Prozent in der 43 000-Einwohner-Stadt sei bemerkenswert, das Thema habe „viele Menschen berührt“.

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Religionsexpertin zu Özil: Gefühl der Enge bei Muslimen

© Bild: picture alliance / Ballesteros
Sucht die Mehrheitsgesellschaft bei Mesut Özil nur nach dem Haar in der Suppe? Viele Muslime hätten diese Wahrnehmung, sagt Islam-Expertin Paula Schrode. Und sie kann das nachvollziehen.

katholisch.de

Nach Einschätzung der Religionswissenschaftlerin Paula Schrode sehen sich Muslime in Deutschland zunehmend unter Druck gesetzt. Sie hätten das Gefühl, dass „es hier immer enger für uns wird“, sagte die Professorin der Universität Bayreuth am Montag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Das gelte auch für den Fall Mesut Özil.

Viele Muslime dürften die Wahrnehmung haben, dass die Mehrheitsgesellschaft bei dem Fußballer nach dem Haar in der Suppe suche, eben weil er Muslim sei, sagte Schrode. Sie hält diesen Eindruck für plausibel: „Ich glaube auch: Hätte sich statt Özil mit Erdogan ein russischstämmiger Fußballnationalspieler mit dem russischen Präsidenten Putin fotografieren lassen, wäre der Aufschrei wohl nicht so groß gewesen“, so die Wissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt Islamische Gegenwartskulturen.

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