„Opfer des Feminismus“: Das Recht der Männer auf Sex


Am 24. April raste ein Mann mit seinem Auto in Toronto in eine Menschenmenge. Vorher bekannte er sich laut Angaben zu der Incel-Bewegung. Foto: afp
Die „Männerrechtsbewegung“ Incel möchte Frauen das Recht absprechen, ihre Sexualpartner frei zu wählen. Der Hass auf Frauen führt aber noch weiter: Im April starben durch einen Anschlag eines Incels zehn Menschen im kanadischen Toronto.

Von Sonja Thomaser | Frankfurter Rundschau

„Wenn du Frauen die Wahl lässt, das ist der Moment, in dem die Gesellschaft beginnt zusammenzubrechen.“ Diese Aussage, gefunden auf Reddit, fasst die Weltsicht der sogenannten Incel-Community zusammen. Diesen Männern geht es um ihr Recht auf Sex mit Frauen – deren Meinung dabei überhaupt keine Rolle spielt.

Manche Männer gehen dabei auch über verbale Entgleisungen und frauenfeindliche Parolen hinaus. In diesem Jahr gab es bereits zwei Amokläufe mit insgesamt zwölf Toten, die mutmaßlich mit der Incel-Bewegung und dem Hass auf Frauen in Zusammenhang stehen.

Die Incel-Community ist ein Zusammenschluss von Männern, die unfreiwillig keinen oder ihrer Meinung nach zu wenig Sex haben. Der Name ist eine Wortschöpfung aus unfreiwillig („involuntary“) und enthaltsam („celibate“) und ist die Selbstbezeichnung der vermutlich überwiegend heterosexuellen Männer, die unter dieser „Ungerechtigkeit“ leiden. Das unfreiwillige Zölibat frustriert sie und macht sie wütend. Und diese Wut entlädt sich auf die ihrer Meinung nach Schuldigen an ihrer Situation: Frauen. Denen sie daher das Recht absprechen wollen, ihre Sexualpartner frei zu wählen.

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