Am Südpol des Mars ruht ein unterirdischer See


Künstlerische Darstellung des Mars mit der Sonde Mars Express (rechts). In der unteren Bildhälfte ist ein Schnitt durch die nun veröffentlichten Radardaten vom Südpol des Mars dargestellt. Die unterste, helle Linie zeigt die Radioechos der Marsoberfläche, darüber folgen weniger stark ausgeprägte Linien, die den Reflexionen an tiefer liegenden Eis- und Gesteinsschichten entsprechen. Die Radioechos der Schicht mit Wasservorkommen sind blau markiert. (Bild: ESA, INAF. Illustration: Davide Coero Borga, INAF)
Mithilfe der europäischen Sonde Mars Express haben italienische Planetologen ein Reservoir flüssigen Wassers unter der Marsoberfläche entdeckt. Der Mars-See soll eine Ausdehnung von 20 Kilometern haben.

Thorsten Dambeck | Neue Zürcher Zeitung

Vor rund einem Jahrhundert vermuteten Wissenschafter, der Mars sei von einer globalen Dürre geplagt und die letzten Gewässer weitgehend verdunstet. Deshalb würden verzweifelte Marsianer Schmelzwasser in Kanälen von den vereisten Polen zum Äquator schleusen. So erklärte man sich die schnurgeraden Linien, welche Astronomen auf dem Planeten ausgemacht hatten. Heute ist klar, dass die «Marskanäle» keine Wasserstrassen sind, sondern nur auf einer optischen Täuschung beruhten. Die Idee polarer Wasservorkommen hingegen kommt der Wirklichkeit beachtlich nah. Dies legt eine Analyse von Messungen nahe, welche die Raumsonde Mars Express durchgeführt hat und die heute im Fachmagazin «Science» erscheint.

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