EuGH zu Gen-Schere: Ein Urteil wider die Vernunft


foto: dpa/boris roessler Der Europäische Gerichtshof (EuGH) bestärkte die zentraleuropäische Grundhaltung, lieber nichts am Status quo zu ändern.
Der Europäische Gerichtshof zeigt sich gegenüber der Gen-Schere zukunftsvergessen

Peter Illetschko | derStandard.at

Sobald es ums Essen geht, werden die Menschen komisch: Mit diesem Satz wurde kürzlich der Pflanzenforscher Götz Hensel zitiert. Er beklagte damit nicht die ewigen Diskussionen zwischen Veganern und Fleischessern, er hatte eine andere fast religiös anmutende Diskussion im Fokus, jene über Nahrungsmittel und ihre Herstellung mit CRISPR/Cas9. Da fehle die Balance und wohl auch das Wissen darüber, was man mit dem als Gen-Schere berühmt gewordenen Werkzeug in der Landwirtschaft bewirken kann. Kurz zusammengefasst, würde man mit CRISPR/Cas9 eine wünschenswerte Mutation einer Pflanze erreichen, zum Beispiel Anbauprodukte resistent gegenüber bestimmten Keimen und möglicherweise sogar gesünder in ihrer Verarbeitung machen. Angesichts von Prognosen hinsichtlich einer explodierenden Weltbevölkerung war man der Hoffnung, mit der Gen-Schere Ansätze zu finden, um Ernährungsprobleme in den Griff zu bekommen – bei allen Bedenken, die man sich natürlich noch genau anschauen müsste.

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