Wie eine antidemokratische Allianz entsteht

Mehmet Altan

Der türkische Staat ist reicher als seine Bürger. Das war schon im Osmanischen Reich so und ist heute Grundlage für die undemokratischen Entwicklungen unter Präsident Erdogan.

FR

In der Welt gewinnen derzeit Politiker die Oberhand, die zwar Wahlen gewinnen, aber für ihre Gesellschaften kein friedliches Miteinander sichern können. Sie pflegen das Heldentum und den Nationalismus als primitivste Instrumente der politischen Rhetorik. Die Empfänger dieser Botschaften sind die bildungsfernen, unterprivilegierten Teile der Gesellschaften.

Warum sind wir in so einer Zeitspanne angekommen? Eigentlich erübrigt sich diese Frage. Im Grunde kennt jeder die Antwort.

Globalisierung sorgt in den Gesellschaften, die ihre innere Integration nicht herstellen und an der wirtschaftlichen Entwicklung nicht partizipieren konnten, für Angstzustände. Man könnte sagen, dass Globalisierung für den abgehängten Teil der Gesellschaft wie ein zu schnell verschlungenes Essen ist, das sie schnell wieder auszukotzen begonnen haben.

Türkei ist in den Wirbel der Antiglobalisierung geraten

Auch die Türkei ist in den Wirbel dieser Antiglobalisierung geraten. Dass sie auf fruchtbaren Boden fällt, hat historische Gründe. In der osmanischen Zeit gab es keinen Privatgrundbesitz, und alles gehörte dem Sultan. Nur die Nutzungsrechte auf ein paar Ochsen zur Bearbeitung von Landstücken wurden den freien Bauern überlassen.

Die in den Grenzen des Osmanischen Reichs lebenden Menschen waren sozusagen die Leibeigenen des Sultans. Eine Kapitalanhäufung, Industrialisierung und die Herausbildung neuer sozialer Klassen wie die der Bourgeoisie und des Proletariats waren daher nicht möglich. Aus diesen gesellschaftlichen Verhältnissen konnte keine Entwicklung wie im Westen hervorgehen.

Diese Besitzverhältnisse des Osmanischen Reiches wurden 1923 fast eins zu eins in die neu gegründete türkische Republik übertragen. Was dem Sultan gehört hatte, gehörte mit der Gründung der Republik dem Staat. In den drei großen Städten der Türkei – Istanbul, Izmir und Ankara – besitzt heute immer noch ein Viertel aller unbeweglichen Vermögen der Staat. Das ist das Erbe des Osmanischen Reiches. Somit ist der Staat weiterhin eine wichtige Wirtschaftsmacht und reicher als seine Bürger. Fast die komplette Wirtschaftsmacht war in staatlicher Hand. Eine freie Marktwirtschaft konnte sich nicht entwickeln.

weiterlesen..

Wie Verschwörungs-Skeptiker auf Wikipedia Fake News bekämpfen

Wikipedia-Artikel werden von einer Community von Freiwilligen erstellt – mitunter kommt es auch zu internen Diskussionen. Foto: dpa-Zentralbild/Jens Büttner
Eine Gruppe Freiwilliger hat es sich zum Ziel gemacht, Falschinformationen gezielt zu bekämpfen

derStandard.de

In Zeiten von Fake News sind Verschwörungstheorien im Netz längst Gang und Gäbe. Zugleich wird kaum eine Plattform so aktiv zur Informationsbeschaffung genutzt wie Wikipedia. Plattformen wie Youtube und Facebook haben sich in der Vergangenheit mehrfach zu der Online-Enzyklopädie gewandt, um falsche Informationen und Verschwörungstheorien zu bekämpfen. Während die Website zwar auch zeitweise zum Opfer von falschen Informationen sein kann, hat sie sich in der Vergangenheit immer wieder als besonders resistent bewährt.

Gruppe Freiwilliger

Der Grund dafür liegt bei der sehr aktiven Community, die sich aktiv für Recherche und einen wissenschaftlichen Zugang bei Artikeln einsetzt. Ein Beispiel dafür ist die Gruppierung „Guerrilla Skepticism on Wikipedia“, die es sich zum Ziel gemacht hat, pseudo- und parawissenschaftliche Themen kritisch zu beäugen.

weiterlesen

Ist Evolution vorhersagbar?

Prof. Axel Meyer, PH.D., Professor für Zoologie und Evolutionsbiologie an der Universität Konstanz. Bild: ebenda
Konstanzer Biologen weisen parallele Evolution in nicaraguanischem Kratersee nach

Julia Wandt Stabsstelle Kommunikation und Marketing
Universität Konstanz

Angenommen, wir könnten die Zeit zurückdrehen und die Evolution von vorn beginnen lassen: Würden sich dieselben Arten bilden, die wir heute kennen? Mit anderen Worten: Wiederholt sich Evolution? Ist die Entstehung von Arten und deren evolutionäre Anpassung vorhersagbar? Biologen der Universität Konstanz fanden nun deutliche Hinweise auf eine sich wiederholende, sogenannte „parallele“ Evolution zumindest in kürzeren Zeitspannen von rund 1.500 Jahren. Das Forscherteam um den Konstanzer Evolutionsbiologen Prof. Dr. Axel Meyer untersuchte genetische und phänotypische Veränderungen von sieben unterschiedlichen Buntbarsch-Arten, die in Nicaragua dieselben Kraterseen besiedelten. Das Ergebnis: Alle sieben Fischarten zeigen parallele evolutionäre Anpassungen an den gemeinsamen Lebensraum. Im Mittelpunkt der Untersuchung stand die Anpassung des Auges der sieben Fischarten an die Lichtbedingungen der Kraterseen. Die Forschungsergebnisse wurden am 17. Juli 2018 im Forschungsmagazin „Evolution Letters“ online frei verfügbar veröffentlicht.

Die sieben untersuchten Fischarten stammen ursprünglich aus den beiden großen Seen Nicaraguas und besiedelten von dort aus mehrere kleinere Kraterseen. Für die Evolutionsbiologie ist dies ein ideales Untersuchungsfeld: Schließlich können hier die jüngeren Fischpopulationen der Kraterseen mit ihren Artgenossen aus den älteren Populationen, die in den großen Seen Nicaraguas geblieben sind, verglichen werden.

Im Auge des Barsches
Während die großen Seen trübes Wasser haben, das wenig Licht durchlässt, sind die Kraterseen kristallklar. Die Fischarten, die in diese Kraterseen übersiedelten, fanden sich daher in veränderten Lichtbedingungen wieder: „Die Lichtbedingungen sind verschoben von langwelligem, rötlichem Licht hin zu kurzwelligem, blauem Licht“, schildert Andreas Härer, Hauptautor der Studie. „Wir haben die Vorhersage getroffen, dass die Fische ihre visuelle Sensitivität hin zu kürzeren Wellenlängen verändern werden – und das ist exakt, was wir vorgefunden haben“, führt Härer aus. In den evolutionären Anpassungen des Auges an die veränderten Lichtbedingungen fanden die Biologen ein hervorragendes „natürliches Experiment“ unter den Buntbarschen. Schließlich mussten sich alle sieben untersuchten Fischarten, so unterschiedlich sie auch sind, an diesen einen gemeinsamen Faktor anpassen: ans Licht.

Sieben Opsine
„Wir haben alle Gene, die in der Retina des Fischauges aktiv sind, bestimmt. Wir filterten daraufhin die Opsine heraus, die für das Farbsehen zuständig sind“, erläutert Andreas Härer. Ein Opsin ist ein Protein des Sehpigments. Menschen besitzen nur drei verschiedene Opsine, eines für Rot, eines für Grün, eines für Blau. Buntbarsche verfügen hingegen über sieben verschiedene Opsine und damit über eine größere Vielfalt, um Farben wahrzunehmen. „Typischerweise verwenden sie ebenfalls nur drei davon, aber wenn die Lichtbedingungen sich ändern, können sie ein anderes Set an Opsinen verwenden“, so Härer.

Wie also verlagert sich das jeweilige Set an Opsinen, das die Fische nutzen, durch die veränderten Lichtbedingungen des Kratersees? „Welche Opsine sich im Einzelnen verändert haben, unterscheidet sich zwar zwischen den unterschiedlichen Arten – aber alle veränderten sich in dieselbe Richtung, hin zu kürzeren Wellenlängen. Netto gesehen ist das Bild einheitlich“, zieht Andreas Härer sein Fazit. Bildlich gesprochen: In ihrem „evolutionären Fahrplan“ nutzen die Arten im Detail zwar unterschiedliche Routen, aber das Ziel ist dasselbe. Gleiche Lebensräume haben bei sieben unterschiedlichen Fischarten zu gleichartigen evolutionären Anpassungen des Auges geführt.

Prognosen für die Evolution
Ob sich die Evolution nun exakt wiederholen mag, wenn wir die Zeit Milliarden Jahre zurückspulten, lässt sich nur mutmaßen. Die Konstanzer Evolutionsbiologen können aber zeigen, dass wir für kürzere Zeitspannen von mehreren tausend Jahren sehr wohl Vorhersagen treffen können, wie sich Arten wiederholt und in ähnlicher Weise an neue Umweltbedingungen anpassen werden. „Wir haben folglich die Möglichkeit, die Veränderungen, die zu erwarten sind, vorherzusehen. Zum Beispiel in Bezug auf den Klimawandel erlauben Studien wie unsere, genauere Prognosen zu liefern, wie sich Arten anpassen werden“, zeigt Andreas Härer das größere Bild auf.

Das Forschungsprojekt findet im Rahmen des ERC Advanced Grants „Comparative genomics of parallel evolution in repeated adaptive radiations“ von Prof. Dr. Axel Meyer statt, das vom Europäischen Forschungsrat (ERC) mit 2,5 Millionen Euro gefördert wird.

Faktenübersicht:

– Konstanzer Evolutionsbiologen zeigen parallele Evolution von sieben unterschiedlichen Buntbarsch-Arten auf, die in denselben Lebensraum übergesiedelt sind.

– Originalpublikation: Andreas Härer, Axel Meyer, Julián Torres-Dowdall: Convergent phenotypic evolution of the visual system via different molecular routes: How Neotropical cichlid fishes adapt to novel light environments. Evolution Letters. Juli 2018. https://doi.org/10.1002/evl3.71

– Molekularbiologische Analyse der Evolution des Auges von sieben Fischarten bei ihrer Anpassung an neue Lichtbedingungen.

– Gleiche Lebensräume haben bei allen sieben untersuchten Fischarten zu einer gleichartigen evolutionären Veränderung des Auges geführt, einer Anpassung der Opsine (Proteine des Sehpigments) hin zu kürzeren Wellenlängen.

– Forschungsprojekt im Rahmen des ERC Advanced Grants „Comparative genomics of parallel evolution in repeated adaptive radiations“ von Prof. Dr. Axel Meyer.

– Gefördert durch den Europäischen Forschungsrat (ERC) sowie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG).

Hinweis an die Redaktionen:
Fotos können im Folgenden heruntergeladen werden:

https://cms.uni-konstanz.de/fileadmin/pi/fileserver/2018/Bilder/Buntbarsch_Evolu…
Bildunterschrift: Amphilophus citrinellus, eine der sieben untersuchten Buntbarsch-Arten.
Bild: Claudius Kratochwil

https://cms.uni-konstanz.de/fileadmin/pi/fileserver/2018/Bilder/Buntbarsch_Evolu…
Bildunterschrift: Vom Nicaraguasee (Bild) aus besiedelten die Buntbarsch-Arten die kleineren und klareren Kraterseen.

https://cms.uni-konstanz.de/fileadmin/pi/fileserver/2018/Bilder/Buntbarsch_Evolu…
Bildunterschrift: Kratersee Xiloá in Nicaragua. Das deutlich klarere Wasser führte zu evolutionären Anpassungen des Auges der Buntbarsch-Arten.

Kontakt:
Universität Konstanz
Kommunikation und Marketing
Telefon: + 49 7531 88-3603
E-Mail: kum@uni-konstanz.de

Skurril: Echsen im Windkanal

Diese Echse ist sturmerprobt – sie hat bereits einen verheerenden Hurrikan überlebt. © Nature Video
Sturmerprobte Tiere: Mit einem kuriosen Experiment haben Biologen bewiesen, dass auch bei Hurrikans die natürliche Selektion am Werk ist. Sie steckten in der Karibik heimische Echsen in den Windkanal und stellten fest: Je größer die Zehenpolster und je länger die Vorderbeine, desto besser können sich die Tiere unter stürmischen Bedingungen festklammern. Tatsächlich hatten nach den verheerenden Karibikstürmen Irma und Maria vorwiegend Echsen mit diesen anatomischen Vorteilen überlebt.

scinexx

Die kleine Echse klammert sich mühsam an dem künstlichen Ast fest, während ein Hurrikan-starker Wind auf sie einbläst. Wild wird ihr Körper hin und her gewirbelt. Doch die Echse lässt nicht los – sie ist bereits sturmerprobt. Das Tier ist eines von vielen, mit denen Biologen um Colin Donihue von der Harvard University in Cambridge ein kurioses Experiment durchgeführt haben.

weiterlesen

Kirchen dringen bei Ladenöffnung auf Erhaltung des Sonntagsschutzes – wie man Bürger entmündigt

Bild: tilly
Die CDU-SPD-Regierung in Niedersachsen möchte die Ladenöffnungszeiten an Sonntagen ausweiten. Protest kommt vor allem von den Kirchen: Einkaufen sei kein Freizeit-Event für das Wochenende.

evangelisch.de

Im Streit um die Ladenöffnungszeiten in Niedersachsen dringen die evangelischen Kirchen auf eine möglichst weitgehende Erhaltung des arbeitsfreien Sonntags. Der von der rot-schwarzen Landesregierung geplante neue Gesetzentwurf zur Sonntagsöffnung von Geschäften dürfe nicht dazu führen, „dass in diesem Zuge der Schutz des Sonntags weitere Löcher wie ein Schweizer Käse bekommt“, sagte die Bevollmächtigte der Kirchen-Konföderation, Kerstin Gäfgen-Track, am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Wir sollten uns den Reiz des Sonntags nicht nehmen lassen“, bekräftigte die Oberlandeskirchenrätin.

Sozialministerin Carola Reimann (SPD) hatte angekündigt, dem Kabinett im August einen Gesetzentwurf zur Sonntagsöffnung vorzulegen, um Rechtssicherheit zu schaffen. Verwaltungsgerichte hatten in den vergangenen Jahren immer wieder verkaufsoffene Sonntage in Niedersachsen gestoppt.

weiterlesen

Who Discovered Mars, Anyway? A Look Back at the History of the Red Planet

Mars, Bild: NASA
Who discovered Mars? That’s a trick question: Because the planet is visible to the naked eye, humans have been watching our rusty neighbor for thousands of years, and there’s no way to track down the name of the long-dead observer who first noticed its reddish glow.

By Meghan Bartels | SPACE.com

But just because we’ll never be able to give that sharp-eyed human a name doesn’t mean there’s nothing interesting to learn about the history of observing Mars.

Mars, like the other planets visible without a telescope, has caught people’s eyes for its unusual movement against the background constellations. Cultures from the Maya to the Chinese, and from the Aboriginal Australians to the Greeks, left observations of its wandering path across the sky. [Mars at Opposition 2018: How to See It and What to Expect]

That said, they didn’t know what Mars was — it was just a bright light that didn’t behave in quite the same way as the other bright lights did. „These [planets] of course never were regarded, as they are now, as their own separate worlds,“ Anthony Aveni, who studies ancient astronomy in Central and South America and who retired last year as a professor at Colgate University, told Space.com.

Early observers of Mars also prioritized different types of observations of the planet than we do today. Modern astronomers focus on the sidereal year, the time it takes Mars to orbit the sun — about 687 days. But for centuries, Aveni said, that wasn’t the number sky-minded people associated with Mars. „They recognize periodicities and movements that we don’t pay any attention to,“ he said.

read more

Zeitung: Kirchenkonzert wegen CSU-Kritik abgesagt

CSU-Logo Wildbad Kreuth
Die Musik von Robert Maxmilian Helmschrott erklingt in Kirchen in ganz Europa. Aber nicht in Ingolstadt: Dort wurde nun ein Konzert wegen der politischen Äußerungen des Komponisten abgesagt.

katholisch.de

Laut einem Bericht des „Donaukuriers“ (Freitag) ist ein für Sonntag geplantes Konzert im Ingolstädter Münster abgesagt worden, weil sich der Komponist sehr kritisch zur Politik der CSU geäußert hat. Der Verein „Freunde der Musik am Ingolstädter Münster“ habe die Absage des neuen Werks „Salamu“ von Robert Maximilian Helmschrott auch mit Münsterpfarrer Bernhard Oswald abgestimmt.

Komponist beklagt „Skandalpolitik“

Der Vereinsvorsitzende Franz-Joseph Paefgen sagte der Zeitung, man wolle „der Kirche nicht zumuten, dass in ihren Räumen politische Diskussionen abgehalten werden“. In einem „Donaukurier“-Interview hatte Helmschrott unter anderem zum Thema Flüchtlinge erklärt: „Meine Musik wendet sich auch gegen die Skandalpolitik der CSU.“

weiterlesen

V-Männer und andere

Grafik: TP
Die Dunkelmänner von Polizei, Verfassungsschutz oder BND genießen in unserer parlamentarischen Demokratie den höchsten Schutz überhaupt

Helmut Lorscheid | TELEPOLIS

Die Bundestagsabgeordneten werden gewählt, um die Bundesregierung zu kontrollieren. Diese Kontrolle stößt jedoch ganz schnell an ihre Grenzen, wenn es um V-Männer von Polizei, Verfassungsschutz oder BND geht. Denn diese Dunkelmänner genießen in unserer parlamentarischen Demokratie den höchsten Schutz überhaupt. Sie werden besser abgeschirmt und vor der Öffentlichkeit und auch ggf. vor der Justiz geschützt als etwa der Bundespräsident oder die Kanzlerin. Ähnliche Privilegien genießen auch der Bundesnachrichtendienst und Verfassungsschutz.

Dabei handelt es sich bei V-Leuten nicht selten um höchst kriminelle Mitbürger, die mit allerlei Lügen und Halbwahrheiten, unklaren Andeutungen und Mutmaßungen reich werden. Auch gegenüber den Mitgliedern des Bundestages genießen diese Leute einen besonderen Schutz, den auch das Bundesverfassungsgericht so in Ordnung findet. In einem Beschluss 2 BvE 1/15 vom 13. Juni 2017 heißt es:

Dem Einsatz verdeckter Quellen kommt bei der Informationsbeschaffung der Nachrichtendienste eine hohe Bedeutung zu. Deshalb darf die Bundesregierung Auskünfte zum Einsatz verdeckt handelnder Personen in der Regel mit Hinweis auf eine Gefährdung des Staatswohls und der Grundrechte dieser Personen verweigern, wenn bei Erteilung der begehrten Auskünfte ihre Enttarnung droht.

Bundesverfassungsgericht

Allerdings kamen die Karlsruher Richter in diesem Fall zu der Erkenntnis, dass „in eng begrenzten Ausnahmefällen, wenn aufgrund besonderer Umstände eine Gefährdung grundrechtlich geschützter Belange und eine Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit der Nachrichtendienste nicht ernsthaft zu befürchten ist, aber auch das parlamentarische Informationsinteresse überwiegen kann“.

weiterlesen

Ein Berg von Fragen zu „Gender-Mainstreaming“

Bild: FB

Manchmal hilft beim Reizthema „Gender-Mainstreaming“ der Kontakt mit der Wirklichkeit gegen die Versuchungen des verschreckten Alarmismus auf der einen sowie des sprachkorrekten Übereifers auf der anderen Seite.

Klaus Mertes | katholisch.de

So geschah es mir vor einigen Jahren: Ein junger Mensch (körperliches Geschlecht weiblich, gefühltes Geschlecht männlich) meldete sich für die Oberstufe als Quereinsteiger an. Der Wunsch: Er wollte mit dem Jungen-Namen „Edi“ vorgestellt werden. Ich fragte die Mutter, wie es ihr denn mit diesem Wunsch ginge. Sie brächte es noch nicht über die Lippen, „mein Sohn“ statt „meine Tochter“ zu sagen, lautete ihre Antwort. Deswegen sage sie: „Mein Schatz“, oder „mein Kind“. Aber sie respektiere den Wunsch ihres Kindes gegenüber der Schule. Ich solle selbst entscheiden, wie ich auf den Wunsch eingehe.

Ich entschied mich, auf den Wunsch von Edi einzugehen. Sofort kam die nächste Frage: „Darf ich auf die Jungentoilette?“ Ein ganzer Berg von Fragen tat sich plötzlich vor mir auf: Was bedeutet das für die anderen männlichen Schüler? Was ist eigentlich Transsexualität? Ab welchem Alter beginnen Kinder oder Jugendliche, sich Fragen nach ihrer geschlechtlichen Identität zu stellen – bin ich ein Mädchen, bin ich ein Junge, bin ich beides? Wie geht es ihnen damit? Was sagen die Fachleute zu dem Thema? Auch ganz praktisch: Was bedeutet das für den Sportunterricht einschließlich der Umkleideräume? Und wie gehe ich auf Fragen im Religionsunterricht ein, wenn die beiden Schöpfungsberichte gelesen und bedacht werden?

weiterlesen

Ihr Atheismus zieht den Zorn Gottes auf uns herab!

Bischof Ambrosios. Bild: QUEER.DE
Der griechisch-orthodoxe Bischof Ambrosios von Kalavrita hat den griechischen Premierminister beschuldigt, an den schweren Bränden in Griechenland mitschuldig zu sein

kath.net

Der griechisch-orthodoxe Bischof Ambrosios von Kalavrita hat den griechischen Premierminister beschuldigt, an den schweren Bränden in Griechenland mitschuldig zu sein. „Der atheistische Premier Alexis Tsipras zieht den Zorn Gott auf uns herab.“, schreibt der Bischof auf seinem Blog. „Die Atheisten von Syriza sind die Ursachen für das große Desaster! Ihr Atheismus zieht den Zorn Gottes auf uns herab!“, betont er nochmals. Bei den Waldbränden sind in den vergangenen Tagen 74 Menschen verstorben. Der Erzbischof von Athen hat aber betont, dass dies nur die persönliche Meinung des Bischofs sei.

Nach Tunesien abgeschobener Islamist Sami A. kommt vorerst aus Haft

tagesschau.de
Der unter umstrittenen Umständen nach Tunesien abgeschobene mutmaßliche Islamist Sami A. kommt offenbar zunächst wieder frei. Ein Untersuchungsrichter hat die vorläufige Freilassung angeordnet. Die Ermittlungen laufen weiter.

tagesschau.de

Der nach Tunesien abgeschobene Sami A. ist in seinem Heimatland vorläufig wieder auf freiem Fuß. Wie die tunesischen Behörden mitteilten, entschied ein Untersuchungsrichter die vorläufige Freilassung, da zurzeit keine Anschuldigungen gegen den Mann erhoben werden könnten.

Die Ermittlungen gegen den mutmaßlichen Islamisten liefen allerdings weiter, wie der Sprecher der tunesischen Staatsanwaltschaft bestätigte. Laut epd-Angaben wurden keinerlei Reiseauflagen erlassen. Allerdings soll Sami A.s Reisepass abgelaufen sein, weshalb er das Land nicht verlassen könne. Wegen des noch laufenden Verfahrens soll er auch keinen neuen Pass erhalten. Die Nachrichtenagentur AFP meldete, das der Reisepass einbehalten worden sei.

weiterlesen