Ein Berg von Fragen zu „Gender-Mainstreaming“


Bild: FB

Manchmal hilft beim Reizthema „Gender-Mainstreaming“ der Kontakt mit der Wirklichkeit gegen die Versuchungen des verschreckten Alarmismus auf der einen sowie des sprachkorrekten Übereifers auf der anderen Seite.

Klaus Mertes | katholisch.de

So geschah es mir vor einigen Jahren: Ein junger Mensch (körperliches Geschlecht weiblich, gefühltes Geschlecht männlich) meldete sich für die Oberstufe als Quereinsteiger an. Der Wunsch: Er wollte mit dem Jungen-Namen „Edi“ vorgestellt werden. Ich fragte die Mutter, wie es ihr denn mit diesem Wunsch ginge. Sie brächte es noch nicht über die Lippen, „mein Sohn“ statt „meine Tochter“ zu sagen, lautete ihre Antwort. Deswegen sage sie: „Mein Schatz“, oder „mein Kind“. Aber sie respektiere den Wunsch ihres Kindes gegenüber der Schule. Ich solle selbst entscheiden, wie ich auf den Wunsch eingehe.

Ich entschied mich, auf den Wunsch von Edi einzugehen. Sofort kam die nächste Frage: „Darf ich auf die Jungentoilette?“ Ein ganzer Berg von Fragen tat sich plötzlich vor mir auf: Was bedeutet das für die anderen männlichen Schüler? Was ist eigentlich Transsexualität? Ab welchem Alter beginnen Kinder oder Jugendliche, sich Fragen nach ihrer geschlechtlichen Identität zu stellen – bin ich ein Mädchen, bin ich ein Junge, bin ich beides? Wie geht es ihnen damit? Was sagen die Fachleute zu dem Thema? Auch ganz praktisch: Was bedeutet das für den Sportunterricht einschließlich der Umkleideräume? Und wie gehe ich auf Fragen im Religionsunterricht ein, wenn die beiden Schöpfungsberichte gelesen und bedacht werden?

weiterlesen