Mehrheit der iranischen Frauen gegen Kopftuchzwang

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Die Mehrheit der iranischen Frauen lehnt den Kopftuchzwang in der islamischen Republik ab. Einer Studie des iranischen Parlaments zufolge sind 55 Prozent der Frauen der Meinung, dass das Tragen eines islamischen Kopftuches freiwillig und nicht obligatorisch sein sollte.

Neue Zürcher Zeitung

Die Mehrheit dieser 55 Prozent würde in diesem Fall kein Kopftuch mehr tragen. Besonders bei Frauen mit Hochschul- und Universitätsabschlüssen verliert das Kopftuch mehr und mehr an Bedeutung, heisst es in der Studie laut Medienangaben vom Sonntag.

In Iran müssen alle Frauen und Mädchen ab neun Jahren ein Kopftuch und einen langen weiten Mantel tragen, um Haare und Körperkonturen in der Öffentlichkeit zu verbergen. «Sünderinnen» droht die Verhaftung durch die Sittenpolizei, in manchen Fällen auch ein Strafverfahren und am Ende eine hohe Geldstrafe.

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Dieses Himmelsphänomen ist nur im Norden zu sehen

Leuchtende Nachtwolken, fotografiert im brandeburgischen Sieversdorf. Sie werden noch von der Sonne beschienen, während der Himmel sonst bereits dunkel ist Quelle: dpa
Norddeutsche können in klaren Sommernächten manchmal ein spektakuläres Phänomen beobachten: Wolken, die noch hell leuchten, während der Himmel bereits dunkel ist. Forscher zeigen jetzt: Der Mensch hat Einfluss auf sie.

DIE WELT

Sie sehen spektakulär aus und sind immer häufiger zu beobachten: Leuchtende Nachtwolken, die im Sommer über Teile Europas auftreten. Ihr häufiges Vorkommen werten Forscher als Beleg, dass der Klimawandel auch am Rand der Erdatmosphäre Auswirkungen hat, wie Franz-Josef Lübken vom Kühlungsborner Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik (IAP) erklärt.

Leuchtende Nachtwolken sind in manchen klaren Sommernächten in Nordrichtung als silbern leuchtende Schleier zu sehen. Sie entstehen in mehr als 80 Kilometer Höhe, im oberen Bereich der mittleren Atmosphäre, wenn Wasserdampf zu Eiskristallen gefriert. Die Wolken können nur gesehen werden, wenn die Sonne zwischen 6 bis 16 Grad unter dem Horizont steht. Dann werden sie noch von der Sonne beschienen, während der Himmel sonst bereits dunkel ist.

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Spahn will Untergrenze für Pflegepersonal in Krankenhäusern

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will Krankenhäusern für eine bessere Versorgung von Patienten Vorgaben für die Beschäftigung von Pflegepersonal machen. Ab dem Jahr 2020 soll für jedes Krankenhaus das Verhältnis zwischen der Zahl der Pflegekräfte und dem anfallenden Pflegeaufwand errechnet und veröffentlicht werden, berichtet die „Berliner Zeitung“ (Samstag) unter Berufung auf einen überarbeiteten Entwurf für das sogenannte Pflegepersonal-Stärkungsgesetz. Danach sollen Mindestvorgaben gemacht werden, die bei Unterschreitung mit Honorarkürzungen sanktioniert werden können.

evangelisch.de

Der Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, Lutz Stroppe, sagte der Zeitung, damit werde ein „handhabbares, transparentes und schnell wirksames Instrument“ geschaffen, um in den Krankenhäusern eine gute Pflege und die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten. Im Gesetzentwurf heißt es dem Bericht zufolge, habe ein Krankenhaus einen hohen Pflegeaufwand bei einer verhältnismäßig geringen Pflegepersonalausstattung, „gilt dies als Indikator dafür, dass eine qualitativ hochwertige Pflege nicht gewährleistet ist und damit eine patientengefährdende Versorgung der Pflege in Kauf genommen wird“.

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Trump droht der Türkei mit Sanktionen

Der Streit um den Pastor Andrew Brunson ist ein weiterer Schritt in Richtung einer Entfremdung zwischen Ankara und Washington, bei der ein „Mann aus Pennsylvania“ eine wichtige Rolle spielt

Ramon Schack | TELEPOLIS

Im Streit um einen US-Pastor, der seit mehr als eineinhalb Jahren in der Türkei festgehalten wird, hat US-Präsident Donald Trump dem Land „weitreichende Sanktionen“ angedroht. „Er leidet fürchterlich. Dieser unschuldige Glaubensmann sollte umgehend freigelassen werden“, twitterte Trump am Donnerstag. Eine ungewöhnlich rührselige Wortwahl.

Pastor Andrew Brunson, so der Name des Geistlichen, wurde kürzlich aus der Untersuchungshaft entlassen. Ein türkisches Gericht hatte seine Haft in Hausarrest umgewandelt. Gemäß der Berichterstattung des TV-Senders CNN Turk dürfe er sein Haus im westtürkischen Izmir nicht verlassen. Ferner sollen Brunson elektronische Fußfesseln angelegt worden sein, so der Sender.

Andrew Branson – gehen wir von der Unschuldsvermutung aus – kam während des Putschversuches im Sommer 2016 unter die Räder der türkischen Justiz. Brunson werden Verbindungen zur in der Türkei verbotenen kurdischen PKK und vor allem Kontakte zur Bewegung um den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen vorgeworfen. 35 Jahre Haft fordert die Staatsanwaltschaft.

Dieser Fall, den der US-Präsident per Twitter auf die internationale Bühne hievte, wirft ein Schlaglicht auf ein paar – in den Medien und der Öffentlichkeit – größtenteils unerwähnte Details, den Mann aus Pennsylvania betreffend, wie Fethullah Gülen vom türkischen Präsidenten tituliert wird.

Dafür, um Erkenntnisse zu erlangen, muss etwas tiefer in den Strom der Nachrichten eingetaucht werden, welcher uns alltäglich überflutet.

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Irland: Katholische Eheberatungsstelle auch für Homosexuelle

Sonst würde die staatliche Förderung gestrichen, drohte die irische Regierung. Die Eheberatungsstelle musste in den letzten Jahren bereits finanzielle Einbußen hinnehmen.

kath.net

Die Eheberatungsstelle „Accord“ der katholischen Bischöfe Irlands bietet ihre Dienste auch homosexuellen Paaren an. Dies berichtet der Catholic Herald.

„Accord“ hat sich damit der Forderung der irischen Regierung gebeugt und wird gleichgeschlechtliche Paare nicht abweisen. Dafür erhält sie weiter staatliche Zuschüsse. Nach Angaben der Zeitung The Times erhält „Accord“ € 408.000 für Eheberatungskurse in Dublin und weitere € 1,184.500 für seine Dienste in ganz Irland. Sie ist die Eheberatungsstelle, welche die höchste Summe an staatlichen Zuschüssen erhält.

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Religion, das Böse und der Tod bei Harry Potter

© Bild: Carlsen; Montage:katholisch.de
Zunächst wurde die Buchreihe von fundamentalistischen Christen kritisiert, dann von Theologen geradezu gefeiert: Vor 20 Jahren erschien das erste Harry-Potter-Buch auf Deutsch. Katholisch.de blickt zum Jubiläum auf den theologischen Gehalt und die Lücken in der Erfolgsserie rund um den Zauberer.

Agathe Lukassek | katholisch.de

Vor 20 Jahren erschien hierzulande das Buch, das bald alle Rekorde brach, Kinder wieder zu Leseratten machte und ganze Generationen prägte: Am 28. Juli 1998 kam „Harry Potter und der Stein der Weisen“ in die Buchläden. Autorin Joanne K. Rowling schreibt darin über einen von seiner Pflegefamilie misshandelten Waisenjungen, der an seinem 11. Geburtstag erfährt, dass er ein Zauberer ist. Im Zauberinternat Hogwarts lernt Harry seine Talente und erstmals auch Freunde kennen – und er muss sich der Bedrohung durch Lord Voldemort, dem Mörder seiner Eltern, und dessen wiedererstarkendem Regime entgegenstellen.

Die deutsche Übersetzung erschien gut ein Jahr nachdem „Harry Potter and the Philosopher’s Stone“ mit einer Erstauflage von nur 500 Exemplaren in Großbritannien veröffentlicht wurde. Doch schon damals konnte man ahnen, dass das Buch erfolgsversprechend ist. Was damals noch nicht absehbar war: dass die Reihe sich immer mehr vom Kinder- zum Jugendbuch entwickeln wird, in dem existenzielle Fragen nach Verantwortung, der genauen Unterscheidung von Gut und Böse, Schuld und Vergebung eine große Rolle spielen würden.

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Elsass-Moselle: Ein Stück Deutsches Reich in der Verfassung?

Im Elsass und im Département Moselle sind öffentliche Schulen aufgrund des Lokalrechts verpflichtet, Religionsunterricht anzubieten. FOTO: picture-alliance / Godong / dpa Picture-Alliance/Pascal Deloche/GODON
Im Elsass und im Département Moselle gelten andere Gesetze als im Rest Frankreichs. Drei Konfessionen haben einen Sonder-Status.

Von Hélène Maillasson | Saarbrücker Zeitung

Bald haben die französischen Parlamentarier Urlaub. Doch bis Anfang August steht noch einiges auf der Tagesordnung. Unter anderem sollen manche Artikel der Verfassung geändert werden. Ein Änderungsantrag, der am 18. Juli eingereicht wurde, könnte direkte Konsequenzen für unsere Nachbarn im Département Moselle haben. Denn es geht darum, das dort und im Elsass geltende lokale Recht in der französischen Verfassung zu verankern. Dadurch wäre dies nicht mehr in Stein gemeißelt, sondern könnte sich auch in Zukunft entwickeln.

Bisher waren jegliche Veränderungen unmöglich, seitdem das französische Verfassungsgericht 2011 befand, dass das Lokalrecht nur umgewandelt werden kann, wenn sich die neuen Bestimmungen auch in dem im Rest des Landes gültigen Recht wiederfinden. So bedeute jede Veränderung eine schrittweise Abschaffung des elsässisch-mosellanischen Rechts, befürchten seine Befürworter. Dabei sehen es viele Menschen vor allem im Elsass als einen wichtigen Teil der regionalen Identität.

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Italien ermittelt gegen deutsche Flüchtlingsretter – Rettungsaktionen im Mittelmeer

Themenbild. dpa
Italien ermittelt einem Medienbericht zufolge gegen private deutsche Flüchtlingsretter. Die Staatsanwaltschaft im sizilianischen Trapani nahm Ermittlungen gegen mehr als 20 Helfer wegen des Verdachts der Unterstützung illegaler Migration nach Italien auf.

DOMRADIO.DE

Das meldet der „Spiegel“.

Unter den Betroffenen sind demnach Vertreter der Organisationen Ärzte ohne Grenzen und Save the Children. Zehn der Beschuldigten seien Crewmitglieder des Rettungsschiffs „Iuventa“ des Berliner Vereins „Jugend rettet“ gewesen. Es war vor knapp einem Jahr von den italienischen Behörden beschlagnahmt worden.

Die Ermittler in Trapani verdächtigen laut Bericht die Beschuldigten, mit libyschen Schleusern zusammengearbeitet zu haben. Ein paar Wochen vor Aufnahme der Verfahren in Trapani hatte die Staatsanwaltschaft in Palermo dem Bericht zufolge allerdings beantragt, Ermittlungen zu Rettungsaktionen im Mittelmeer einzustellen. Es gebe „keinerlei Beweise“ für eine Zusammenarbeit zwischen Hilfsorganisationen und Schleusern.

Emmanuelle Charpentier: „Dieses Urteil wird Crispr nicht aufhalten“

Emmanuelle Charpentier betreibt in Berlin Grundlagenforschung zur Genschere. Sie entwickelte mit Jennifer Doudna aus den USA die Methode Crispr/Cas9, nachdem sie an Bakterien beobachtet hatte, wie diese ihr Erbgut reparieren. © Hallbauer & Fioretti
Vor dem Gesetz bleibt Gentechnik eben Gentechnik, sagt der Europäische Gerichtshof. Die Erfinderin der Crispr-Technik sieht es gelassen.

Interview: Dagny Lüdemann | ZEIT ONLINE

Was sie entdeckte, gilt als nobelpreisverdächtig. Es wird das Leben vieler verändern. 2011 veröffentlichte Emmanuelle Charpentier erste bahnbrechende Grundlagen zur Crispr/Cas9-Methode, mit denen sie eine Genschere entwickelte. Damit lässt sich Erbgut ausschneiden, verändern und wieder in ein Lebewesen einbauen. Schon heute ist die Methode das meistgenutzte Gentechnik-Werkzeug der Welt. ZEIT ONLINE hat die Mikrobiologin am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin getroffen, an dem sie seit drei Jahren als Direktorin forscht.

ZEIT ONLINE: Frau Charpentier, noch einmal für alle: Was haben Sie genau entdeckt?

Emmanuelle Charpentier: Dass Bakterien der Art Streptococcus pyogenes eine Art Superkraft besitzen. Diese Keime, die bei Menschen zum Beispiel zu Scharlach oder Halsentzündungen führen, können sich gegen Angriffe von Viren zu Wehr setzen. Und zwar, indem sie ein Stück des fremden Erbguts in ihren DNA-Strang einfügen. Bei einem erneuten Virenangriff erkennt das Bakterium das virale Erbgut und kann es gezielt zerschneiden.

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Nach Missbrauchsvorwurf: Papst nimmt Rücktritt von US-Kardinal an

Der Kardinal Theodore McCarrick tritt ab. (Reuters)
Ein prominenter Kardinal aus den USA hat seinen Rücktritt eingereicht, nachdem ihm der Missbrauch Minderjähriger vorgeworfen wurde. Der Papst verordnet ihm nun Hausarrest, Beten und Busse.

Neue Zürcher Zeitung

Papst Franziskus hat den Rücktritt eines prominenten US-Kardinals angenommen, dem der Missbrauch Minderjähriger vorgeworfen wird. Der emeritierte Erzbischof von Washington, Theodore McCarrick, dürfe auch keine öffentlichen Ämter mehr ausführen, teilte der Vatikan am Samstag mit. McCarrick habe sein Rücktrittsgesuch am Freitag eingereicht. Der 88-Jährige muss nun laut Vatikan in einem Haus bleiben, wo er ein «Leben des Gebets und der Busse» führen solle, bis die Vorwürfe gegen ihn vor einem Kirchengericht geklärt seien.

McCarrick wird laut US-Medien unter anderem vorgeworfen, in seiner Laufbahn als Geistlicher in den letzten Jahrzehnten in den USA Minderjährige und Priesteranwärter missbraucht oder sexuell belästigt zu haben. In einem Fall soll es laut «New York Times» um einen elf Jahre alten Jungen gegangen sein, den McCarrick vor mehr als 40 Jahren missbraucht haben soll, als er Priester in New York war.

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