Trump droht der Türkei mit Sanktionen


Der Streit um den Pastor Andrew Brunson ist ein weiterer Schritt in Richtung einer Entfremdung zwischen Ankara und Washington, bei der ein „Mann aus Pennsylvania“ eine wichtige Rolle spielt

Ramon Schack | TELEPOLIS

Im Streit um einen US-Pastor, der seit mehr als eineinhalb Jahren in der Türkei festgehalten wird, hat US-Präsident Donald Trump dem Land „weitreichende Sanktionen“ angedroht. „Er leidet fürchterlich. Dieser unschuldige Glaubensmann sollte umgehend freigelassen werden“, twitterte Trump am Donnerstag. Eine ungewöhnlich rührselige Wortwahl.

Pastor Andrew Brunson, so der Name des Geistlichen, wurde kürzlich aus der Untersuchungshaft entlassen. Ein türkisches Gericht hatte seine Haft in Hausarrest umgewandelt. Gemäß der Berichterstattung des TV-Senders CNN Turk dürfe er sein Haus im westtürkischen Izmir nicht verlassen. Ferner sollen Brunson elektronische Fußfesseln angelegt worden sein, so der Sender.

Andrew Branson – gehen wir von der Unschuldsvermutung aus – kam während des Putschversuches im Sommer 2016 unter die Räder der türkischen Justiz. Brunson werden Verbindungen zur in der Türkei verbotenen kurdischen PKK und vor allem Kontakte zur Bewegung um den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen vorgeworfen. 35 Jahre Haft fordert die Staatsanwaltschaft.

Dieser Fall, den der US-Präsident per Twitter auf die internationale Bühne hievte, wirft ein Schlaglicht auf ein paar – in den Medien und der Öffentlichkeit – größtenteils unerwähnte Details, den Mann aus Pennsylvania betreffend, wie Fethullah Gülen vom türkischen Präsidenten tituliert wird.

Dafür, um Erkenntnisse zu erlangen, muss etwas tiefer in den Strom der Nachrichten eingetaucht werden, welcher uns alltäglich überflutet.

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