„Der Papst nimmt die Strafmöglichkeiten sehr ernst“


Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Wegen Anschuldigungen des Kindesmissbrauchs wurde Theodore McCarrick aus dem Kardinalsstand entlassen. So denkt der Vatikan-Kinderschutzexperte Hans Zollner über diesen historischen Schritt.

Stefanie Stahlhofen | katholisch.de

Frage: Pater Zollner, welches Zeichen hat der Papst mit dieser Entlassung aus dem Kardinalsstand gesetzt?

Zollner: Der Papst setzt ein sehr klares Zeichen, dass niemand vom normalen Verlauf der kirchlichen Gerichtsbarkeit ausgeschlossen ist, dass keine Anschuldigungen unterdrückt oder vertuscht werden. Jeder muss sich der Verantwortung stellen, in diesem Fall ein Kardinal, der frühere Erzbischof von Washington, also ein Vertreter der höchsten Stufe der priesterlichen und bischöflichen Hierarchie. Das zeigt, dass Papst Franziskus die kirchlichen Strafmöglichkeiten sehr ernst nimmt und es um Transparenz auf allen Ebenen geht. Der Rücktritt McCarricks ist die Konsequenz dessen, dass die rechtlichen Normen tatsächlich greifen und eingehalten werden und dass Leute sich mittlerweile auch bestärkt fühlen, diese Dinge öffentlich zu machen. Das war vor zehn oder zwanzig Jahren noch nicht so.

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