Die Folgen der Enzyklika Humanae Vitae


Paul VI. 1971 mit dem damaligen ugandischen Staatschef Milton Obote. Foto: Fotocollectie Algemeen Nederlands Persbureau (ANeFo), 1945-1989, bekijk toegang 2.24.01.04, Bestanddeelnummer 924-2059. Lizenz: CC BY-SA 3.0/nl
Die Bevölkerungsexplosion in zahlreichen afrikanischen Staaten hängt damit zusammen, dass sich die katholische Kirche sehr eindeutig gegen die Empfängnisverhütung ausgesprochen hat

Christoph Jehle | TELEPOLIS

Während die katholische Kirche in Deutschland ebenso wie ihre protestantischen Schwestern im täglichen Leben der meisten Einwohner nur noch eine eher marginale Bedeutung hat und der Osten Deutschlands als die mit Abstand gottesfernste Region der Welt gilt, blüht das Christentum in der afrikanischen Mission geradezu auf. Und das verblüffender Weise zumeist in einer Form, die man in Europa mit dem 2. Vatikanischen Konzil glaubte überwunden zu haben.

Unter Papst Johannes XXIII begann man mit dem von 1962-65 im Petersdom in Rom abgehaltenen Vatikanum II die Furche, in welche der Glaube fällt, ein wenig zu vertiefen. Berücksichtigt man die Tatsache, dass es zu Beginn der 1960er-Jahre einem Kleriker noch verboten war, ein Fußballstadion oder ein Kino zu besuchen oder mit einer Frau in einem Auto zu fahren, selbst wenn es sich dabei um die eigene Mutter oder Schwester handelte.

Die Konzilsväter begannen den Dialog mit Glaubenden wie mit Nicht-Glaubenden. Nach dem Tod des unter dem Namen Angelo Giuseppe Roncalli geborenen 261. Papst im Jahre 1963 wurde das Konzil unter seinem Nachfolger Paul VI. fortgesetzt. Dass die Liturgie reformiert wurde und die Messen in der Sprache der Gläubigen gelesen wurde und meist nicht mehr lateinisch, galt vielen als Aufbruch in eine neue Zeit.

Dazu zählte auch dass nun der Priester die Messe mit dem Blick zum Volk zelebrierte. Traditionalisten waren von den Veränderungen nicht so angetan und argumentierten hinsichtlich der Zuwendung des Priesters zu den Gläubigen damit, dass er Gott nun den Rücken zuwenden würde. Zu den Errungenschaften des Vatikanum II zählte damals auch das Dekret über den Ökumenismus und die Religionsfreiheit. Doch die Erneuerungsbewegung bekam schon bald deutlichen Gegenwind. Mit der Enzyklika Humanae Vitae schwang das Pendel dann auch wieder deutlich zurück.

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