Künstliche Intelligenz könnte Tierversuche in der Medizin ablösen

Bild: animalequality.de

Ein neues Forschungspapier zeigt, dass die bestehenden Daten, die wir aus Tierversuchen gesammelt haben, für KI-Systeme ausreichen, um präzisere Vorhersagen zu machen.

futurezone.at

Tierversuche sind heutzutage aus der medizinischen Forschung noch schwer wegzudenken. Wissenschaftler können noch immer nicht verlässlich vorhersagen, wie eine neue chemische Komponente darauf reagiert, wenn sie mit lebenden Zellen in Verbindung tritt. Nun hat eine neue Studie, die im Journal „Toxicological Sciences“ publiziert wurde, herausgefunden, dass die bisherigen Tierversuche bereits ausreichen könnten, um damit KI-Systeme zu trainieren, die Reaktionen sehr wohl präzise und verlässlich vorhersagen können.

Ein KI-System wurde von den Forschern mit den aus bisherigen Tierversuchen gewonnen Daten trainiert und lieferte bessere und verlässliche Ergebnisse als die Tierversuche selbst. Andrew Hopkins, CEO von Exscientia, kann ein KI-System bessere Entscheidung über einzelne Komponenten treffen und daher zumindest dazu führen, dass weniger Experimente notwendig werden als bisher, wie er gegenüber „The Next Web“ sagt.

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Mission ist alles: Ein Motorsägenschein für ein Halleluja

Pastor Ralf Schlenker will mit seinen Angeboten jüngere Männer ansprechen. (imago/Westend61)
Pastor Ralf Schlenker möchte mehr junge Männer für die Kirche gewinnen. Mit ausgefallenen Ideen: Bei ihm kann man in Mecklenburg-Vorpommern seinen Motorsägenschein machen und demnächst auch seinen eigenen Sarg bauen.

Von Tim Zülch | Deutschlandfunk Kultur

Volkshochschule Grevesmühlen in Mecklenburg Vorpommern. Hans Michel, 73 Jahre alt, Backenbart und Holzfällerhemd, steht vor einer Gruppe von acht Männern:

„So, dann fangen wir an. Mein Name ist Michel, ich bin Forstwirtschaftsmeister und führe die Einweisungslehrgänge hier durch.“

Die Teilnehmer erhalten eine Einweisung für Kettensägen.

„Und ich komm jetzt hier mit der Spitze irgendwo gegen einen anderen Stamm, der da liegt, dann kann es passieren, dass die Motorsäge hochschlägt.“

Auch Pastor Ralf Schlenker hat an einem der Tische Platz genommen. Er ist 53 Jahre alt, trägt Dreitagebart und eine schwarz gerandete Brille. Er ist allerdings kein Teilnehmer, sondern der Organisator dieses Kurses, der sich speziell an Männer richtet. Schlenker wird nicht bis zum Ende bleiben, denn er hat den Kettensägenschein bereits. Für die Teilnehmer an dem Kurs hingegen ist der Schein wichtig. Sie dürfen damit im öffentlichen Wald Bäume fällen, oder – im Fachjargon – „Holz werben“. Für Schlenker waren mehrere Gründe ausschlaggebenden, dieses Seminar im Rahmen der Kirche zu organisieren.

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„Wer die Ängste kontrolliert, kontrolliert auch die Menschen“

Der Historiker Philipp Blom (dpa / picture-alliance / Arno Burgi)
Angst ist das vorherrschende Gefühl unserer Zeit, weswegen viele Menschen nicht mehr mutig und freiheitlich denken können, glaubt der Historiker Philipp Blom und fordert in seiner Rede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele eine neue Aufklärung.

Von Philipp Blom | Deutschlandfunk

Der Mut der aufklärerischen Denker wie Kant und Diderot hat den Historiker Philipp Blom schon als Jugendlicher fasziniert. Von ihnen erhoffte er sich eine Orientierung, eine Leitlinie für die Bewertung der Phänomene der ihn umgebenen Welt.

„Aus der ersten intellektuellen Liebe ist eine lebenslange, nicht immer reibungslose Beziehung mit dem methodischen Denken geworden, eine seltsame Fernbeziehung mit den leuchtenden Ideen von Leuten, die längst nicht mehr am Leben sind. Diderot und die anderen Autoren des 17. und 18. Jahrhunderts lebten zu einer Zeit, in der die hellsten Köpfe gerade begannen, die ersten Atemzüge der Moderne zu spüren. Bei ihnen lernte ich, dass weder die Aufklärung noch die Philosophie überhaupt aus einem Katalog von Lehrsätzen und dicken Büchern besteht, sondern aus einer Landschaft von Debatten, Provokationen, Entwürfen und Experimenten. Philosophie ist, wie die Schweizer Philosophin Barbara Bleisch es formuliert, ‚riskantes‘ Denken.“

Doch das Prinzip Aufklärung, als der Versuch, das kritische Denken und den Respekt vor Fakten höher zu achten, als Meinungen, Vorurteile, Gefühle, Traditionen oder Dogmen, sei in der heutigen Zeit in die Defensive geraten, meint Blom.

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Warum repressive Drogenpolitik nicht funktioniert

Grafik: TP
Rechtswissenschaftler Jan Fährmann über Drogenverbote und deren negative Auswirkungen

Stephan Schleim | TELEPOLIS

Jan Fährmann ist Wissenschaftler und Referent an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin. Neben der Polizei- und Sicherheitsforschung beschäftigt er sich auch mit Forschungen im Betäubungsmittelstrafrecht und mit Drogenpolitik. So hat er sich bereits mit der Geschichte der Drogenpolitik, dem neuen Psychoaktive-Substanzen-Gesetz sowie mit stoffungebundenen Süchten beschäftigt. In Teil 1 des Interviews (Mit Drogenpolitik wird Sozial- und Migrationspolitik gemacht) ging es um die historischen Hintergründe der heutigen Drogenpolitik.

Was am Besitz oder Konsum von Drogen ist überhaupt verboten? Was ist hier das zu schützende Gut? Warum mischt der Staat sich hier ins Leben der Bürgerinnen und Bürger ein?
Jan Fährmann: Man kann sich darüber streiten, was genau verboten ist. Gerichtsfest sicher ist nur, dass der Konsum selbst nicht verboten ist. Der Besitz, das Sich-Beschaffen oder Inverkehrbringen der Substanzen ist aber verboten. Das ist sehr weit gefasst. Es gibt aber Streitfälle.
Umstritten ist beispielsweise, wie die chemische Überprüfung einer Substanz zu beurteilen ist – das sogenannte Drugchecking -, die dazu dient, gefährliche Stoffe für die Konsumenten erkennbar zu machen. Gilt das juristisch als Verschaffen einer Gelegenheit oder nur als Überprüfung und Vernichtung?
Ziel der Verbote war und ist, den Verkehr so weit wie möglich zu unterbinden. Es soll die Gesundheit geschützt werden, indem problematischer Konsum verboten wird. Sinnvolle Ausnahmen wie in der pharmakologischen Forschung oder Medizin sollten aber erlaubt bleiben.
Wenn die Gesundheit das zu schützende Gut ist, müsste der Staat dann nicht noch viel weiter eingreifen, etwa mit dem Verbot gesundheitsschädlicher Nahrungsmittel?
Jan Fährmann: Wenn man dieses Ziel teilt und denkt, dass ein Verbot funktioniert, dann könnte man sich durchaus fragen, ob stark zuckerhaltige Lebensmittel oder Alkohol – man denke auch an damit zusammenhängende Unfälle – verbieten sollte.
Sollen wir aber einen Gesundheitsstaat schaffen? Einen Staat, der uns vorschreibt, wann wir was essen, wie viel Sport wir machen müssen? Das ließe sich mit dem Gedanken der Autonomie nicht vereinbaren, sondern ließe sich höchstens auf einige wenige Substanzen anwenden. Mit Blick auf die Drogenpolitik muss man sich aber fragen, ob das funktionieren würde.

Weird Volcanoes Are Erupting Across the Solar System

This computer-generated view of the surface of Venus shows lava flows from the volcano Sapas Mons that extend hundreds of miles across fractured plains. Credit: NASA/JPL
NASA’s Juno spacecraft recently spotted a possible new volcano at the south pole of Jupiter’s most lava-licious moon, Io. But this volcanically active moon is not alone in the solar system, where sizzling-hot rocks explode and ooze onto the surface of several worlds. So how do Earthly volcanoes differ from those erupting across the rest of the solar system?

By Elizabeth Howell | SPACE.com

Let’s start with Io. The moon is famous for its hundreds of volcanoes, including fountains that sometimes spurt lava dozens of miles above the surface, according to NASA. This Jupiter moon is constantly re-forming its surface through volcanic eruptions, even to this day. Io’s volcanism results from strong gravitational encounters between Jupiter and two of its large moons, Europa and Ganymede, which shake up Io’s insides.

Rosaly Lopes, a senior research scientist at NASA’s Jet Propulsion Laboratory in Pasadena, California, managed observations of Io between 1996 and 2001, during the Galileo spacecraft mission to Jupiter.

„Io has lots of caldera-like features, but they are on the surface,“ Lopes told Live Science. „There are lots of lava flows and lots of lakes. Lava lakes are pretty rare on Earth. We have half a dozen of them. We think they have occurred in the past on Venus and Mars. But on Io, we actually see lava lakes at the present time.“ Hawaii’s Kilauea volcano is one such spot on Earth dotted with lava lakes. [Photos: Fiery Lava from Kilauea Volcano Erupts on Hawaii’s Big Island]

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Papst entlässt in Missbrauchsvertuschung verwickelten Erzbischof

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Amtsverzicht des von einem australischen Gericht verurteilten Erzbischofs von Adelaide angenommen

kath.net

Papst Franziskus hat den wegen Missbrauchsvertuschung verurteilten Erzbischof Philip Wilson im australischen Adelaide entlassen. Wie der Vatikan am Montag mitteilte, nahm der Papst den angebotenen Amtsverzicht des 67-Jährigen an.

In den vergangenen Tagen hatten Australiens Premierminister John Turnbull und der Nationale Priesterrat an Franziskus appelliert, Wilson zu entlassen. Der Erzbischof von Adelaide war vor vier Wochen von einem Gericht in seiner früheren Diözese Newcastle wegen der Vertuschung von mehreren Missbrauchsfällen zu einer Strafe von zwölf Monaten verurteilt worden, die er unter Hausarrest verbringen muss.

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Resistenzgene in der Stadtluft

Bakterien wie der Krankenhauskeim MRSA können ihre Resistenzgene auch über die Luft verbreiten. © CDC
Auf dem Luftweg: Gene für Antibiotika-Resistenzen finden sich nicht nur in Böden und Gewässern – sie schweben sogar in der Luft. Wie die Analyse von Luftproben aus 19 Städten weltweit enthüllt, fliegen dabei vor allem im Sommer viele bakterielle Erbgutschnipsel durch die Luft. Das Problem: Diese Gene können von Bakterien aufgenommen werden und machen diese dann immun gegen Antibiotika.

scinexx

Das Problem der Antibiotika-Resistenzen greift weltweit immer mehr um sich. Viele Bakterien, darunter der berüchtigte Krankenhauskeim MRSA, sind inzwischen gegen gleich mehrere Wirkstoffklassen immun. Das hat fatale Folgen: Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass aktuell rund 700.000 Menschen pro Jahr aufgrund von Resistenzen sterben. Bis 2050 könnte diese Zahl sogar auf zehn Millionen steigen.

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Indiens Frauenkommission will Beichte abschaffen

Bild: Wiki Commons/Andreas Praefcke

Die staatliche Frauenkommission Indiens fordert die Beichte abzuschaffen. Sie wirft Priestern vor, Frauen mit während der Beichte gemachten Aussagen zu erpressen. Die Kirche reagiert mit Empörung.

DOMRADIO.DE

Indiens katholische Bischofskonferenz weist die Forderung der staatlichen Frauenkommission nach Abschaffung des Beichtsakraments entschieden zurück. „Sie hat nicht das Recht, sich in die religiösen Angelegenheiten der Christen einzumischen“, sagte Bischof Theodore Mascarenhas, Generalsekretär der Bischofskonferenz, dem asiatischen katholischen Pressedienst Ucanews (Montag).

Vorwurf der Vergewaltigung

Die Kommission wirft Priestern vor, Frauen mit während der Beichte gemachten Aussagen zu erpressen. „Die Priester setzen die Frauen unter Druck, damit sie ihnen ihre Geheimnisse erzählen. Uns liegt ein solcher Fall vor. Es muss sehr viel mehr solcher Fälle geben. Das ist nur die Spitze des Eisbergs“, zitierte Ucanews die Kommissionsvorsitzende Rekha Sharma.

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Deutsche Soldaten erfinden einen Überfall

Themenbild. Bild: regensburg-digital.de
Die Schilderung einer vermeintlichen Attacke auf Bundeswehrangehörige hatte in Deutschland Empörung ausgelöst. Nun kam heraus, dass sich die Soldaten selbst verletzt hatten und ihre Geschichte wohl erlogen war.

Jonas Hermann | Neue Zürcher Zeitung

Zwei junge deutsche Soldaten sind in grossen Schwierigkeiten. Wegen eines Staus kamen sie am Mittwoch zu spät zum Dienst. Ihren Vorgesetzten erzählten sie aber eine andere Geschichte. Einer der beiden sei am Mittwochmorgen im hessischen Ort Bad Hersfeld von drei Männern als «Nazi» und «Kindermörder» beleidigt worden. Die Täter hätten ihn bespuckt und verprügelt. Auch sein ihm zur Hilfe eilender Kamerad sei geschlagen worden.

Selbstverletzungen zugefügt

Ein Sprecher des Landeskommandos Hessen sagte, der Angriff habe sich offenbar gegen die Bundeswehr als uniformierte Institution gerichtet. Daher übernahm der Staatsschutz die Ermittlungen. Dass an der Geschichte wohl nichts dran ist, fand die Polizei wenige Tage später heraus. Nach stundenlangen Verhören seien die beiden Soldaten «eingeknickt», sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Osthessen.

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Deutsche Rüstungsexporte: Ersatzteile für saudischen Krieg im Jemen

Keine Rüstungsexporte an Länder, die sich am Krieg im Jemen beteiligen – das hat die Bundesregierung vereinbart. Doch eine Anfrage zeigt: Saudi-Arabien bekommt weiter Ersatzteile für Kampfjets.

Von Christian Thiels | tagesschau.de

„Wir werden ab sofort keine Ausfuhren an Länder genehmigen, solange diese unmittelbar am Jemen-Krieg beteiligt sind“: Das ist viel mehr als ein Satz, es ist ein politisches Statement, das sich da auf Seite 149 des Koalitionsvertrages findet. Und es gibt gute Gründe für diese Festlegung.

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF etwa urteilte jüngst, der Konflikt habe den Jemen „in den Abgrund gestürzt“. Seit 2015 sind laut UNICEF Hunderte Schulen durch Luftangriffe oder Beschuss beschädigt und mindestens 2200 Kinder getötet worden. „Es gibt keine Rechtfertigung für dieses Gemetzel“, betont Henriette Fore von UNICEF.

Im Koalitionsvertrag heißt es „restriktive Exportpolitik“

Und doch läuft der blutige Krieg weiter, auch mit Beteiligung Saudi-Arabiens. Das Land führt eine multinationale Interventions-Streitmacht, die seit 2015 gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen kämpft. Dabei setzen die Saudis auch Kampfjets vom Typ Eurofighter und Tornado ein.

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