Deutsche Soldaten erfinden einen Überfall


Themenbild. Bild: regensburg-digital.de
Die Schilderung einer vermeintlichen Attacke auf Bundeswehrangehörige hatte in Deutschland Empörung ausgelöst. Nun kam heraus, dass sich die Soldaten selbst verletzt hatten und ihre Geschichte wohl erlogen war.

Jonas Hermann | Neue Zürcher Zeitung

Zwei junge deutsche Soldaten sind in grossen Schwierigkeiten. Wegen eines Staus kamen sie am Mittwoch zu spät zum Dienst. Ihren Vorgesetzten erzählten sie aber eine andere Geschichte. Einer der beiden sei am Mittwochmorgen im hessischen Ort Bad Hersfeld von drei Männern als «Nazi» und «Kindermörder» beleidigt worden. Die Täter hätten ihn bespuckt und verprügelt. Auch sein ihm zur Hilfe eilender Kamerad sei geschlagen worden.

Selbstverletzungen zugefügt

Ein Sprecher des Landeskommandos Hessen sagte, der Angriff habe sich offenbar gegen die Bundeswehr als uniformierte Institution gerichtet. Daher übernahm der Staatsschutz die Ermittlungen. Dass an der Geschichte wohl nichts dran ist, fand die Polizei wenige Tage später heraus. Nach stundenlangen Verhören seien die beiden Soldaten «eingeknickt», sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Osthessen.

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