AfD-Christen für „Homoheilung“ – von-Storch-Portal: Vatikan „aus Angst vor der Homo-Lobby“ eingeknickt

Beatrix von Storch diese Woche bei Welt TV, Papst Franziskus auf der Rückreise von Dublin
Das Online-Magazin „Freie Welt“ wirft der katholischen Kirche vor, die viel kritisierte Psychiater-Äußerung des Papstes zum Thema homosexuelle Kinder „zensiert“ zu haben.

Von Norbert Blech | QUEER.DE

Das zunehmend in kreuz.net-artiger Weise auffallende Portal „Freie Welt“ aus dem Netzwerk der AfD-Politikerin Beatrix von Storch hat den Vatikan für die Rücknahme einer Papst-Äußerung zum Thema homosexuelle Kinder scharf kritisiert.

Auf dem Rückflug vom Weltfamilientag in Dublin hatte Papst Franziskus am Sonntag auf eine Journalistenfrage betont, dass man Schwule und Lesben nicht aus der Familie ausschließen und verdammen sollte, aber auch gemeint: „Eine Sache ist, wenn es sich [die Homosexualität] in einem Kind zeigt. Es gibt viele Dinge, die man mit der Psychiatrie machen kann, um zu sehen, wie die Dinge sind. Etwas anderes ist es, wenn es sich ab dem Alter von 20 Jahren manifestiert“ (queer.de berichtete). Die Aussage hatte weltweit zu Kritik geführt.

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Thilo Sarrazin – Rassismus im Gewand der Religionskritik

Dieser Weg wird kein leiser sein: Thilo Sarrazin holt in Berlin zum Rundumschlag gegen den Islam aus / picture alliance
In seinem neuen Buch warnt Thilo Sarrazin vor einer vermeintlichen Islamisierung Europas. Das Werk offenbart nicht nur eine erschreckende Unkenntnis der Quellen. Es scheitert auch an einem wesentlichen Widerspruch

Von ABDEL-HAKIM OURGHI | Cicero

Wer hätte geahnt, dass die seit Jahrhunderten andauernde Sinnkrise des Islam zusehends zu einer Krise des Westens wird? Dass sich zahlreiche gesellschaftliche Probleme des Westens in der Debatte um den Islam bündeln und hitzige Diskussionen entfachen? Trotz aller Forschungen zum Islamismus, trotz aller Kriege in der islamischen Welt und trotz aller Anstrengungen um einen islamischen Religionsunterricht muss man konstatieren: Die Islamwissenschaftler haben viele aktuelle Entwicklungen verschlafen und ihre Deutungshoheit im Diskurs über den Islam verloren. Dominiert wird die Debatte von Stimmen, die laut und undifferenziert, aber erfolgreich Alarm schlagen. Dazu braucht man anscheinend weder Kenntnisse des Arabischen noch aktive Erfahrung mit den Muslimen und der islamischen Welt, weder Vertrautheit mit den Originalquellen noch eigene Recherchen.

Eine dieser lauten Stimmen ist der Volkswirt und Publizist Thilo Sarrazin. Fünf Kernüberzeugungen lassen sich aus seinem neuen Werk „„Feindliche Übernahme. Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht“ gewinnen. Erstens: Die Rückständigkeit des Islam sei auf die wortwörtliche Interpretation des Korans zurückzuführen. Dieser Islam sei „beim besten Willen keine Religion des Friedens und der Toleranz, sondern eher eine Gewaltideologie“, in der Liebe und Barmherzigkeit nur den gläubigen Muslimen gälten. Ferner begünstige die Religion des Islam „Autoritätshörigkeit und Gewaltbereitschaft“ und befördere Stagnation, Intoleranz und Unbildung, indem sie „Wissbegier und Veränderungsbereitschaft“ behindere.

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Physiker schrumpfen Beschleuniger

Surfen auf der Welle: Im AWAKE-Experiment bilden Protonen eine Plasmawelle (ovale Strukturen), die Elektronen (Kugeln) auf hohe Energien beschleunigen. © Jorge Vieira/IST Lisbon, Portugal
Plasma statt Magnete: Ein neuartiger Plasmabeschleuniger könnte riesige Teilchenbeschleuniger künftig überflüssig machen – zumindest wenn es um Elektronen geht. Denn eine nur wenige Meter lange Plasmakammer und ein Protonenstrahl reichen aus, um die Elektronen bis auf mehrere Gigaelektronenvolt zu beschleunigen. Das demonstriert ein erster Test des sogenannten Advanced Wakefield Experiments (AWAKE) am CERN, über den Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten.

scinexx

Teilchenbeschleuniger gehören zu den wichtigsten Werkzeugen der modernen Physik. Ihnen verdanken wir die Entdeckung von Elementarteilchen wie dem Higgs-Boson oder den exotischen Tetraquarks, aber auch Einblicke in die Grundkräfte der Physik oder den Zustand des Universums direkt nach dem Urknall. Bisher jedoch haben diese Beschleuniger einen Nachteil: Sie sind riesig und ihre als Tempomacher eingesetzten Elektromagnete verschlingen ungeheure Mengen Energie.

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„Feindliche Übernahme“ von Thilo Sarrazin: Ein Buch, das die Angst schüren will

Thilo Sarrazin (Bild: Richard Hebstreit, CC-BY)

Ich fange mal an mit: Sarrazin hat Recht. Wer den Koran liest, der ist nicht etwa von dessen Schönheit überwältigt, wie Navid Kermani uns glauben machen wollte, sondern eher angewidert von den dauernden Beschimpfungen gegen die, die dem Propheten nicht folgen. Wer sich die Mühe macht, die Stellen zu sammeln, die sich gegen die Ungläubigen wenden, die ihnen mit ewigen Höllenstrafen drohen, der wird eine stattliche Liste zusammenbekommen.

Von Arno Widmann | Berliner Zeitung

Sarrazin hat den Koran gelesen und ist entsetzt. Das hat etwas Rührendes. „Feindliche Übernahme – Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht“ heißt sein neues Buch (Finanzbuchverlag 495 Seiten, 24,99 Euro). Wenn er erklärt, der Koran kenne Liebe und Barmherzigkeit nur für die Gläubigen, dann stimmt das, aber hat Thilo Sarrazin auch einmal das Neue Testament danach befragt, was mit denen passieren wird, die Jesus nicht folgen?

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Katholische Kirchen in Deutschland: 538 aufgegeben – 49 neu gebaut

Seit 2000 fielen deutschlandweit 160 katholische Kirchen dem Abrissbagger zum Opfer. Symbolfoto: Michael Bönte
Die katholische Kirche in Deutschland hat seit dem Jahr 2000 rund 540 Kirchengebäude und Kapellen aufgegeben. Von den 538 profanierten Gotteshäusern wurden 160 abgerissen und 142 verkauft, wie eine Umfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) unter den 27 Bistümern ergab. Alle zusammen oder deren Gemeinden unterhalten derzeit aber weiterhin fast 22.200 Kirchen und Kapellen – Hauskapellen nicht eingerechnet. Wegen rückläufiger Katholikenzahlen planen einige Diözesen weitere Einschnitte.

Kirche+Leben

Die meisten profanierten Kirchen meldet mit 80 das Bistum Magdeburg. Hierbei handele es sich aber überwiegend um Gottesdiensträume, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Gaststätten, Baracken oder Ställen eingerichtet wurden, um dem damaligen Vertriebenen-Zuzug gerecht zu werden. Kirchen im höheren zweistelligen Bereich haben auch die Bistümer Hildesheim (63), Münster (60), Essen (57), Trier (33) und Aachen (25) aufgegeben. 35 Kirchengebäude wurden in dem Zeitraum laut Umfrage anderen christlichen Konfessionen überlassen. Viele Kirchen dienen nun anderen Zwecken, etwa als Kita, Pflegeheim, Restaurant, Kulturraum oder Archiv.

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Rom: Kirchendach beim Forum Romanum eingestürzt

Die Kirch stammt aus dem 16. Jahrhundert. – APA/AFP/ALBERTO PIZZOLI
Die Chiesa di San Giuseppe dei Falegnami stürzt teils in sich zusammen. Dabei wird der Mamertinische Kerker beschädigt.

Die Presse.com

Mitten im historischen Zentrum von Rom ist das Dach einer Kirche zum großen Teil eingestürzt. Dabei wurde nach ersten Informationen niemand verletzt, wie die Feuerwehr auf Twitter mitteilte. Die Chiesa di San Giuseppe dei Falegnami liegt am Forum Romanum und am Kapitol-Hügel, die zu den größten Touristenmagneten der italienischen Hauptstadt gehören.

Sie liegt über dem Mamertinischen Kerker, in dem die Apostel Petrus und Paulus in Haft gewesen sein sollen. Der Kerker sei durch den Einsturz am Donnerstag beschädigt worden, zitierte die Nachrichtenagentur Ansa die Feuerwehr.

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Seehofer trifft Zentralrat der Muslime

Es war sozusagen der Auftakt von Seehofers „Religions-Sprechstunden“: Der Bundesinnenminister hat am Donnerstag den Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime zu einem Gespräch getroffen. Hintergrund ist, dass der Seehofer die Debatte über Religion in Deutschland wieder aufnehmen möchte.

DOMRADIO.DE

Mehr als eine Stunde lang haben Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime in Deutschland (ZMD), Aiman A. Mazyek, am Donnerstag miteinander gesprochen.

Das Treffen stand im Zeichen der Gespräche mit allen „relevanten religiösen Gemeinschaften“ Deutschlands, zu denen Seehofer, der als Innenminister auch für die Religionsgemeinschaften in Deutschland zuständig ist, eingeladen hatte.

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Chemnitz: Neues von der Trauerfront

Chemnitz am Montag. Screenshot von Sputniknews-Video
Das Pogrom hat die Trauer zu einem Etikettenschwindel benutzt, der an Niedertracht kaum zu überbieten ist

Detlef zum Winkel | TELEPOLIS

Wenn Nazis Trauer tragen, fällt es schwer, einen Unterschied zu ihrem sonstigen Auftreten auszumachen. Denn sie tragen ja meistens schwarz. Also nutzen sie, wenn sie zu einem Trauermarsch nach Chemnitz reisen, einfach die gleichen Klamotten. Das macht es nicht gerade leichter, sich mit ihren Emotionen zu beschäftigen.

Es gibt keine Vorschriften, wie ein Trauerzug oder Trauer allgemein auszusehen hat. Das wird von verschiedenen Kulturen unterschiedlich gehandhabt und nicht zuletzt von den Hinterbliebenen bestimmt, deren Wünsche in einer solchen Situation Vorrang haben. Weinen ist keine Pflicht, wo kämen wir da hin? Aber es gibt in jeder Kultur, auch in der deutschen, Riten und Gebräuche, deren Befolgung besonders den traditionsbewussten und heimatliebenden Mitbürgern am Herzen liegt. Das möchte man jedenfalls meinen. Oder? Oder nicht?

Die ungeschriebenen Regeln sind einfach. Sie setzen sich quasi von selbst durch, ohne dass dafür ein Trauerkurs an einer Volkshochschule vonnöten wäre. Man dämpft die Stimme, pöbelt niemanden an und gebraucht keine Vulgärsprache. Man schleppt keine Schilder oder Transparente mit sich außer solchen, die sich positiv auf die verstorbene Person beziehen. Keine Nationalfahnen außer den offiziellen bei staatlichen Trauerfeiern.

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Mohammed-Zitat: Bistum Osnabrück erntet Shitstorm

© Bild: KNA
Teils hassererfüllte Reaktionen hat das Bistum Osnabrück mit einem Tweet ausgelöst. Es handelte sich um die gestrige Ausgabe der geistlichen Tagesbotschaft. Den Kritikern passte die Quelle nicht.

katholisch.de

Das katholische Bistum Osnabrück hat mit Unverständnis auf einen Shitstorm nach einem Mohammed-Zitat auf seiner „Twitter“-Seite reagiert. Es sei traurig, „dass allein der Name Mohammed als Quelle des Zitats zu solchen zum Teil hasserfüllten Reaktionen“ führe, sagte Bistumssprecher Hermann Haarmann am Donnerstag in Osnabrück.

Herabwürdigene Kritik

Das Bistum hatte am Mittwoch als Tagesbotschaft über Twitter den Satz verbreitet: „Der Mensch hat Begleiter unmittelbar vor oder hinter sich, die ihn behüten im Auftrage Gottes. Mohammed.“ Bis Donnerstagmittag waren darauf knapp 200 Reaktionen eingegangen, in denen teils in ironischer, teils in herabwürdigender Art Kritik geübt wird.

Bund stellt Förderung von Ditib-Projekten ein

Innenansicht der DITIB-Merkez-Moschee im Stadtteil Marxloh: Der Moscheeverband erhält vom Bund keine Steuergelder mehr Quelle: pa/blickwinkel/S/S. Ziese
Kinder, die in Uniformen Kriegsszenen nachspielen, Imame die Informationen über Gülen-Anhänger sammeln: Der Moscheeverband Ditib geriet zuletzt immer wieder in die Kritik. Nun reagiert die Bundesregierung.

DIE WELT

Die Bundesregierung fördert aktuell keine Projekte mehr, die in der Trägerschaft des umstrittenen türkischen Moscheeverbands Ditib liegen. Es „wurde die Ditib betreffende Förderpraxis überprüft“, teilte ein Sprecher des Innenministeriums in Berlin mit. „Seit 2017 wurden keine neuen Anträge auf Förderung von Projekten in alleiniger Trägerschaft der Ditib vom Bund bewilligt.“

Der Moscheeverband mit Sitz in Köln untersteht der Aufsicht des Präsidiums für Religionsangelegenheiten (Diyanet) in Ankara. Die Ditib war zuletzt unter anderem in die Kritik geraten, weil Kinder in einigen Ditib-Gemeinden in Uniformen und mit türkischen Fahnen Kriegsszenen nachspielen sollten. Außerdem waren einige Imame einer Aufforderung der türkischen Generalkonsulate nachgekommen, Informationen über Anhänger der Bewegung des in den USA lebenden türkischen Predigers Fethullah Gülen zu sammeln.

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Dresdner Justizbeamter hat Haftbefehl fotografiert und weitergegeben

Nach der tödlichen Messerattacke in Chemnitz ist im Internet ein Haftbefehl rechtswidrig veröffentlicht worden. Nun ist ein 35-jähriger Dresdner Justizbeamter suspendiert worden.

Neue Zürcher Zeitung

Das teilte das sächsische Justizministerium am Abend mit. Durchsuchungen und weitere Ermittlungen hätten den Anfangsverdacht erhärtet. Ihm wurden «mit sofortiger Wirkung vorläufig die Führung der Dienstgeschäfte verboten». Gegenüber der «Bild»-Zeitung hatte der Mann zugegeben, den Haftbefehl fotografiert und weitergegeben zu haben.

Zuvor wurde bekannt, dass die Bremer Staatsanwaltschaft gegen den Politiker Jan Timke ermittelt, der als Abgeordneter der rechtspopulistischen Gruppe «Bürger in Wut» in der Bürgerschaft sitzt. Timke soll den Haftbefehl über einen Facebook-Post veröffentlicht und diesen mittlerweile wieder gelöscht haben.

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Bullshistic: Atheisten brauchen Gott, um ihren Standpunkt zu vertreten

Ein Grossteil der Argumentation, mit denen Atheisten Gott zu widerlegen versuchen, setzt Gott eigentlich voraus. Davon ist der Autor Frank Turek überzeugt und zeigt dies in seinem Buch «Von Gott stehlen: Warum Atheisten Gott brauchen, um ihren Standpunkt zu vertreten».

jesus.ch

«I Don’t Have Enough Faith to be an Atheist» («Ich habe nicht genug Glaube, um ein Atheist zu sein»), so heisst die TV-Sendung auf «NRB Network» mit Frank Turek. Und in einem neuen Video, das auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht wurde, spricht er den ideologischen Überbau an, der von Atheisten häufig verwendet wird. Er rückt dabei sechs Hauptgründe ins Zentrum.

«Warum ist das Universum so geordnet, wenn es keinen Gott gibt, keinen Verstand, der das alles geplant hat?», fragt Turek. «Warum sind die Naturgesetze und -kräfte so einheitlich? Weil hinter ihnen ein Geist steckt. Wenn Atheisten dies benutzen, um Gott zu widerlegen, stehlen sie tatsächlich von Gott, um gegen ihn zu argumentieren.»

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Kant ist tot? Eine Glosse von Andreas Beyer

Bild: AG EvoBio
Am 14 Nov 2017 publizierte Walter STINDT auf der Homepage der Richard-Dawkins-Foundation sowie im Brightsblog einen Artikel, der das Totenglöckchen für Immanuel KANTs Kategorischen Imperativ läutet. Worum geht es?

AG Evolutionsbiologie

STINDT behauptet, die „KANTsche Ethik liegt schlichtweg und objektiv belegbar falsch“, weil sie „durch die Naturwissenschaften eindeutig widerlegt“ worden sei. Laut STINDT sei der kategorische Imperativ „eine brillante Ethik für Menschen, die es [allerdings] gar nicht gibt“, zwar „ein wundervolles Konstrukt, das stringent logisch und raffiniert durchdacht wurde“, aber eben ungeeignet für reale Menschen. Es sei eindeutig belegt, dass unser Bewusstsein keine echte Kontrollfunktion habe, „und damit kollabiert das gesamte Konzept.“

Kurz: Wie LIBET & Co. gezeigt hätten, sei der Mensch zu „bewussten“ und „eigenen“ Entscheidungen gar nicht fähig, das Gehirn habe schon entschieden, bevor unser Bewusstsein etwas davon mitbekommt. Und daher können wir auch dem Kategorischen Imperativ nicht folgen, weil wir „die tatsächlichen Beweggründe hinter unseren Handlungen gar nicht kennen“. Wir folgen stattdessen … ja, wem oder was denn eigentlich?

Zunächst einmal wird der Kategorische Imperativ falsch dargestellt: Es geht nicht darum [Zitat STINDT] „Wenn das alle täten…“. Es geht darum, was mit der Gesellschaft passiert, wenn man eine bestimmte Handlungsmaxime als allgemeingültig erklärt. KANT legt dar, dass bestimmte Maximen mit einem geregelten und menschenwürdigen Miteinander vereinbar sind und andere nicht. Nach seiner Auffassung kann der Mensch diese Zusammenhänge erkennen und er fordert: er möge sich dann auch bitte daran orientieren!

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Traumgene entdeckt

Beim Träumen gleiten wir in eine andere Welt. © Choreograph/ istock
Traumhafte Entdeckung: Forscher haben zwei Gene identifiziert, die eine wichtige Rolle für das Träumen spielen. Ihre Experimente zeigen: Sind diese Erbgutabschnitte abgeschaltet, leiden Mäuse an einer drastischen Schlafstörung. Sie fallen so gut wie gar nicht mehr in den Traumschlaf. Diese Erkenntnis könnte dabei helfen, die noch immer rätselhafte Phase des REM-Schlafs in Zukunft besser zu verstehen – und auch ihre Bedeutung für unsere körperliche wie seelische Gesundheit.

scinexx

Warum träumen wir? Und was passiert dabei in unserem Gehirn? Das Träumen ist die wohl faszinierendste Phase unseres Schlafs – und eine noch immer ziemlich rätselhafte. Zwar ist inzwischen bekannt, dass Traumphasen wichtig für unsere seelische und auch für unsere körperliche Gesundheit sind. Doch gerade die molekularen Mechanismen hinter dem sogenannten REM-Schlaf liegen größtenteils im Dunkeln.

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New Horizons Spies Its Next Target Beyond Pluto — from 100 Million Miles Away

New Horizons scientists stacked 48 different images taken Aug. 16, 2018, to focus on the location of the spacecraft’s next target, 2014 MU69 (left). They also subtracted out the stars in the frame to focus on the object itself (right). Credit: NASA/JPL-Caltech/SwRI
The New Horizons spacecraft is on its way to a distant solar system object and has spotted its destination — on its first try and from more than 100 million miles (170 million kilometers) away.

By Meghan Bartels | SPACE.com

The spacecraft accomplished that feat on Aug. 16, sending a series of 48 images back to Earth. New Horizons is on its way to fly by a small icy Kuiper Belt object called and nicknamed Ultima Thule. These images, released by NASA yesterday (Aug. 28), show, on the left, the location of the object centered in the crosshairs and, on the right, the same image with stellar brightness subtracted out.

„We now have Ultima in our sights from much farther out than once thought possible,“ Alan Stern, the principal investigator for New Horizons and a planetary scientist at the Southwest Research Institute, said in a NASA statement. „We are on Ultima’s doorstep, and an amazing exploration awaits!“

Being able to easily spot the object with four months still left in the spacecraft’s journey suggests that the team has a good grasp of where exactly 2014 MU69 is and where it’s going. This is challenging in and of itself, given that the object was discovered only four years ago and is located 1 billion miles (1.6 billion km) beyond Pluto.

And if spotting a tiny hunk of rock from 100 million miles away doesn’t sound hard enough, consider the sheer number of stars that are in the same field of view — including one right next to the object, directly to the right and below it in the left-hand image.

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Ein direkter Weg ins Gehirn

Der knöcherne Schädel schützt nicht nur das Gehirn; er ist auch eine Produktionsstätte für Immunzellen. (Bild: Imago)
Forscher entdecken im Schädelknochen mikroskopisch kleine Kanäle. Diese werden von Immunzellen benützt, um im Erkrankungsfall rasch ins Zentralnervensystem zu gelangen.

Alan Niederer | Neue Zürcher Zeitung

Bei einem Hirnschlag oder anderen Störungen im Gehirn versucht der Organismus meist, das Problem mit einer Entzündung zu entschärfen. Dabei strömen auch Immunzellen an den Ort des Geschehens. Bisher dachte man, dass diese Zellen, die über das Blut ins Gehirn einwandern, von überall im Körper aus dem Knochenmark rekrutiert werden. Das dürfte falsch sein, wie sich jetzt zeigt. So hat ein Forscherteam der Harvard Medical School in Boston, USA, eine bisher unbekannte Verbindung zwischen dem Knochenmark im Schädelknochen und der Gehirnoberfläche entdeckt.1

Die mikroskopisch kleinen Kanäle wiesen Matthias Nahrendorf und seine Kollegen zuerst bei Mäusen und danach auch beim Menschen nach –an Schädelknochenstücken, die bei Operationen angefallen waren.

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Zwischen Taufbefehl und Vernichtungskrieg

Vor dem Abmarsch in den Kampf gegen die aufständischen Hereros in Deutsch-Südwestafrika wird im Jahr 1904 die 2. Marine-Feldkompanie eingesegnet. (dw/picture-alliance / dpa – Friedrich Rohrmann)
Die Gästefarm Ghaub in Namibia war einst eine Missionsstation, von der aus protestantische Missionare aus Deutschland im damaligen Deutsch-Südwestafrika wirkten. Dabei gerieten sie bald zwischen die Fronten von Kolonialherren und Aufständischen.

Claudius Grigat | evangelisch.de

Der erste Versuch war vergeblich. Schon 1868 wollte die Rheinische Missionsgesellschaft den König von Preußen dazu bringen, sich um das Gebiet nordwestlich der Kapregion zu kümmern und den dortigen lutherischen Missionaren Schutz bei kriegerischen Handlungen der indigenen Stämme zu bieten. Sie waren mit britischen Missionaren zusammen nach Südafrika gekommen und von dort aus nach Norden vorgedrungen.

Dabei waren sie nicht die ersten Europäer, die ihren Fuß auf dieses Land gesetzt hatten: Bereits Ende des 15. Jahrhunderts hatten portugiesische Seefahrer mit symbolischen Steinkreuzen die Küstenstreifen in Besitz genommen. Aufgrund der fehlenden Süßwasservorkommen blieb eine weitere europäische Besiedlung in dieser Region jedoch aus. Allerdings war das Land damals schon für viele Jahrhunderte Lebensraum für die nomadischen Stämme der San und Damara gewesen. Im Laufe des 17. Jahrhunderts siedelten sich dann zunehmend auch Herero-, Nama-, Orlam- und Ovambo-Stämme an. Die nächsten Europäer, die eindrangen, waren die Briten. Sie versuchten 1876 von der Kapkolonie im Süden aus, das Land in Besitz zu nehmen, verloren aber nach dem Scheitern bald wieder das Interesse und gaben auch ihre weiteren Ansprüche auf.

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Gigantischer Schuldenberg stellt Türkei in den Schatten

reuters / murat sezer Bankomaten in Istanbul: Für ihr Geld bekommen die Türken immer weniger. Dem Land drohen wegen der Dollarverschuldung der Unternehmen nun Finanzprobleme.
Die türkischen Dollarschulden haben ein Ausmaß wie vor der Bankenkrise im Jahr 2000 erreicht, warnt die US-Bank JPMorgan

Markus Bernath | derStandard.at

Für die türkische Wirtschaft beginnt der heiße Herbst bereits jetzt. Währungsverfall, Inflation und eine wie gelähmt erscheinende Zentralbank bringen die Führung in Ankara nach dem Ende der Sommerpause unter Druck. Die Lira setzte am Mittwoch nach einer längeren Phase der Stabilität in der zweiten Augusthälfte ihren Abstieg fort und näherte sich der Marke von 6,50 für einen Dollar. Die Ratingagentur Moody’s hatte zuvor die Bonität der türkischen Großbanken und der führenden Unternehmen des Landes wegen der sich abzeichnenden Schuldenprobleme herabgestuft.

Laut Moody’s stützen sich die türkischen Banken auf ein Kapital von 186 Milliarden Dollar (Stand Juni 2018), das in der US-Währung notiert ist. 41 Prozent davon oder 77 Milliarden Dollar müssten innerhalb der nächsten zwölf Monate refinanziert werden.

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Papst: Ich respektiere Geschiedene, aber…

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Es war die erste Generalaudienz des Papstes nach seiner schwierigen Reise zum Weltfamilientreffen in Dublin. Dabei sprach er über seine Begegnungen mit Missbrauchsopfern, den Zusammenhang mit dem Priestermangel und über gescheiterte Ehen.

katholisch.de

Papst Franziskus hat erneut für das Ideal der lebenslangen Ehe und Familie geworben. „Ich respektiere jeden“, sagte er mit Blick auf gescheiterte Ehen. „Aber das Ideal sind nicht die Scheidung, die Trennung, das Ideal ist nicht die Zerstörung der Familie. Das Ideal ist die geeinte Familie“, so das Kirchenoberhaupt am Mittwoch bei der Generalaudienz im Vatikan.

Es sei in Medien Mode geworden, von gescheiterten Ehen als etwas Normalem zu berichten, kritisierte Franziskus. Oft heiße es: „‚Der hat sich von dieser scheiden lassen, jene von jenem.‘ Und die Trennungen, ich bitte euch: Das ist eine schreckliche Angelegenheit“, so der Papst. Stattdessen betonte er die Zeugnisse der ehelichen Liebe, die Paare jeden Alters abgeben würden. Sie seien „wahre Lichtblicke“ und ein besonderes Geschenk Gottes, das jeden Tag in der „Hauskirche“ – der Familie – gepflegt werden müsse. „Wie sehr braucht die Welt eine Revolution der Liebe, der Zärtlichkeit! Und diese Revolution beginnt in der Familie.“

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Es ist wieder ein Thema, als Jude in Deutschland zu leben

Bild: bb
Die dritte jüdische Generation nach dem Holocaust erhebt jetzt ihre Stimme. Der Lyriker Max Czollek will dabei an die Schmerzgrenze gehen und findet, die deutsche Gegenwart sei «immunisiert», was eine Kontinuität des deutschen Antisemitismus anbelange. Neben viel Schwarz-Weiss-Malerei gibt er auch Wichtiges zu bedenken.

Claudia Schwartz | Neue Zürcher Zeitung

«Wenn man als Jude angegriffen ist, muss man sich als Jude verteidigen», sagte Hannah Arendt in dem berühmten Gespräch mit Günter Gaus. Das war im Jahr 1964, als TV-Talks sich noch nicht in unverbindlichem Opportunismus versendeten. Der deutsch-jüdische Autor Max Czollek greift in seiner aktuellen Streitschrift «Desintegriert Euch!» auf Arendt zurück und geht an die Schmerzgrenze. Er wirft den jüdischen Institutionen in Deutschland vor, zu sehr in vorgegebenen Grenzen zu verharren und damit dem «deutschen Begehren nach Juden mit ‹Holocaust-Bezug›» entgegenzukommen. Der in solchen Fällen immer verbindlich scharfzüngige Henryk M. Broder hat diesen Umstand schon einmal als «Reue-Entgegennahme-Instanz» bezeichnet.

Dass sich der Blick auf das Judentum in Deutschland immer irgendwie um Antisemitismus drehe, ist ein Dauerthema nicht nur der innerjüdischen Debatte. Beide Seiten, die jüdische wie die deutsche, haben daran ihren Anteil in einer Art «negativen Symbiose» (Dan Diner).

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