Auch der Kirchenstaat richtete über Jahrhunderte Menschen hin


150 Jahre später – Papst Franziskus hat die Todesstrafe aus der katholischen Glaubenslehre verbannt. Bis dahin waren Hinrichtungen im Kirchenstaat selbst gang und gäbe.

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Das Schlimmste war nicht der Tod. Schlimm wäre, das ewige Leben zu verlieren. Solange der irdischen Gerechtigkeit Genüge getan ward, konnte der Delinquent noch immer auf Gottes Barmherzigkeit trauen. Für beides, Recht auf Erden und Hoffnung auf einen gnädigen Gott, stand im Kirchenstaat der Papst. Er war der oberste Richter. Und er hatte einen Henker.

Hinrichtungen besaßen Tradition im päpstlichen Rom

In der lotterlebigen Renaissance suchte Sixtus V. (1585-1590) das Verbrechen mit Null-Toleranz niederzuhalten. Trotzdem hielten sich Exekutionen im Rahmen. Erst in napoleonischer Zeit stieg ihre Zahl: Die Gärungen in Europa erfassten auch den Kirchenstaat. Mit der Inquisition hatten die Prozesse nichts zu schaffen; gewöhnlich ging es um schnöde Mörder und Straßenräuber.

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