Die Ausbreitungsdynamik des Christentums

Kirche in Schwerin. Bild: ©bb

Eine Studie an 70 austronesischen Gesellschaften zeigt, dass das Christentum vornehmlich von den Herrschern auf das Volk übertragen wurde. Nicht in großen, sondern in überschaubaren und hierarchisch gegliederten Gesellschaften wurde es am schnellsten übernommen. Sozial schwache Schichten und höhere Geburtenraten scheinen eine untergeordnete Rolle in der Verbreitungsdynamik zu spielen.

Andreas E. Kilian | hpd.de

Wissenschaftler aus Australien, Neuseeland, Großbritannien und vom Max-Planck-Institut in Jena untersuchten mit Hilfe von Computersimulationen, wie sich politische Hierarchien, soziale Ungleichheit und Bevölkerungsgröße auf die Ausbreitung des Christentums in 70 austronesischen Gesellschaften ausgewirkt haben. Wie das Team um Dr. Joseph Watts in Fachjournal Nature Human Behaviour berichtet, eigneten sich die austronesischen Gesellschaften besonders gut, da sie sich über weite Teile der pazifischen Inselwelt von Ostafrika bis Südostasien bis in den Südpazifik ausgebreitet hatten, eine gemeinsame Sprache aufwiesen und relativ zeitgleich im 18. und 19. Jahrhundert missioniert wurden. Die Gesellschaftsstrukturen reichten von sehr kleinen, egalitären Familiengemeinschaften bis hin zu großen, politisch komplexen Gesellschaften, von denen einige das Christentum innerhalb eines Jahres, andere erst nach 200 Jahren übernommen hatten.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass das Christentum am schnellsten übernommen wurde, wenn politische Führungsstrukturen vorhanden waren, die ihrerseits erfolgreich missioniert worden waren. Die neuen religiösen Überzeugungen wurden „Top-Down“ übertragen.

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„Fliegendes Spaghettimonster“ auf templin.de als Kirche geführt

Bild: Screenshot Templin.de
Für kurze Zeit hatte die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters dem Anschein nach ihr Ziel erreicht: Auf der offiziellen Website der Stadt Templin wurde sie unter der Rubrik „Kirchen“ geführt. Bis Dienstagvormittag.

Von Ula Brunner | rbb24

Gute zwei Wochen lang schien die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters endlich ihr Ziel erreicht zu haben – zumindest auf der Website der Stadt Templin. Seit dem 27. Juli 2018 konnte man dort unter dem Menüpunkt „Kirchen“ neben der Maria-Magdalenen-, der Herz-Jesu-Kirche und der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde auch die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters entdecken.

„Die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e.V. wird ab sofort auf der offiziellen Website der Stadt Templin unter ‚Kirchen‘ geführt, neben evangelischer, katholischer und baptistischer Kirche“, ließ Rüdiger Weida, Gründer und Vorsitzender des satirischen Vereins, am Dienstagvormittag verlautbaren. Doch kurz darauf verschwand der Link sang- und klanglos wieder von der Templiner Kirchenseite.

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Personenkontrolle wegen Hautfarbe in Bochum war rechtswidrig

Bild: WDR.de
  • Hautfarbe darf nicht Grund für Personenkontrollen sein
  • Schwarzer hatte nach Polizeikontrolle geklagt
  • Urteil aus erster Instanz gekippt

WDR.de

Das Oberverwaltungsgericht Münster hat am Dienstag (07.08.2018) entschieden, dass die Personenkontrolle eines Mannes unter anderem wegen seiner dunklen Hautfarbe rechtswidrig war. Der heute 43-Jährige war im November 2013 am Bochumer Hauptbahnhof kontrolliert worden. Seiner Ansicht nach haben die beiden Beamten ihn wegen seiner dunklen Hautfarbe ausgewählt. Deshalb hat der Wittener die Bundespolizei verklagt und am Dienstag Recht bekommen.

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Desäkularisierung: Österreichisches Kloster entsendet Mönche nach Brandenburg

Klosterkirche Neuzelle, Bild: wikipedia.org/CC BY-SA 3.0 – PetrusSilesius
200 Jahre war der Orden im brandenburgischen Neuzelle nicht präsent. Der Grund: eine Verstaatlichung. Sie wurde renoviert und wird nun wiederbelebt. Ende August entsendet das österreichisches Mutter-Kloster fünf Mönche.

DOMRADIO.DE

Das österreichische Zisterzienserstift Heiligenkreuz entsendet am 20. August die Gründermönche für das im brandenburgischen Neuzelle geplante Tochterkloster. Die offizielle Gründung des Priorats in der 750 Jahre alten Klosteranlage findet am 2. September statt. Die feierliche Aussendung ist am Hochfest des Ordensgründers, des heiligen Bernhard von Clairvaux (um 1090-1153).

Dauerhafte Aufnahme von fünf Kandidaten

Auf Einladung des Görlitzer Bischofs Wolfgang Ipolt leben dort bereits seit einem Jahr vier Zisterzienser aus Heiligenkreuz. Zuvor war der Orden 200 Jahre nicht präsent, nachdem Preußen den Klosterbesitz verstaatlicht hatte. Die Aussendungsfeier in Heiligenkreuz ist Teil weiterer Feste des Orden. Dazu gehören am 15. August die dauerhafte Aufnahme von fünf Kandidaten. Einer von ihnen, Alberich Maria Dominik Fritsche, kommt aus Brandenburg.

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NASA’s New Planet-Hunting Telescope Catches a Comet and Other Celestial Sights

The comet C/2018 N1 is seen by NASA’s Transiting Exoplanet Survey Satellite (TESS) in this view captured by the spacecraft on July 25, 2018. The comet was discovered June 25 by NASA’s Near-Earth Objects Wide-field Infrared Survey Explorer. Credit: Massachusetts Institute of Technology/NASA’s Goddard Space Flight Center
NASA’s new planet-hunting telescope wasn’t even formally on the job when it caught sight of a fascinating set of celestial happenings, which the agency has shared in a new video.

By Meghan Bartels | SPACE.com

The telescope, formally called the Transiting Exoplanet Survey Satellite but nicknamed TESS, will spend two years scanning the sky for exoplanets orbiting close to small, faint stars by looking for dips in a star’s brightness.

That’s not what the telescope saw here, but the new video showcases some of the same traits the instrument will need to succeed at its primary mission, a NASA statement explains. The video includes images taken across 17 hours, and shows TESS‘ ability to produce stable views that can be stacked on top of each other to study a set swath of the sky. [NASA’s New Planet Hunter Begins Its Search for Alien Worlds]

But instead of using that ability to observe changes in star brightness, in the video TESS focused on a handful of other phenomena that astronomers call transients because of their temporary appearance in the sky.

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Bäume leiden unter der Hitzewelle

Auch viele Bäume leiden unter der aktuellen Hitzewelle. © Ugurhan/ iStock
Bäume unter Stress: Die Hitzeperiode macht vielen in Deutschland heimischen Bäumen schwer zu schaffen. Vor allem empfindliche großblättrige Arten sowie junge Stadtbäume sind momentan akut gefährdet, wie Forscher berichten. Sie fordern: Weil hohe Temperaturen und Wassermangel mit dem Klimawandel in Zukunft häufiger werden, müssen hitzeresistentere Alternativen her – zum Beispiel der chinesische Ginkgo.

scinexx

Gelbes Laub, kahle Äste, herabfallende Blätter: Wer derzeit in die Baumwipfel schaut, könnte meinen, es sei schon Herbst. Die aktuelle Hitzeperiode macht den Bäumen im Wald und in der Stadt zunehmend zu schaffen. Sie leiden unter Trockenstress, der intensiven Sonneneinstrahlung und den hohen Ozonwerten – mit sichtbaren Folgen.

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Weil Gott es so will? Die Todesstrafe im Alten Testament

© Bild: Benedikt Plesker
Papst Franziskus hat die Todesstrafe für unzulässig erklärt. Das Alte Testament sah das noch anders. Aber auch hier ist die Haltung nicht immer so klar, wie es eine landläufig mit dem Alten Testament in Verbindung gebrachte Auge-um-Auge-Zahn-um-Zahn-Ethik suggeriert.

Till Magnus Steiner | katholisch.de

Die Katholische Kirche verpflichtet sich mit einer Anpassung des Katechismus im Absatz über die Todesstrafe dazu, „sich mit Entschiedenheit für deren Abschaffung in der ganzen Welt“ einzusetzen (KKK 2267). Weltweit haben 142 Länder die Todesstrafe in ihrem Rechtssystem abgeschafft oder wenden sie zumindest nicht mehr an. Für das Jahr 2017 hat Amnesty International 993 Hinrichtungen in 23 Ländern dokumentiert. Nun hat Papst Franziskus allgemein festgelegt, „dass die Todesstrafe unzulässig ist, weil sie gegen die Unantastbarkeit und Würde der Person verstößt“.

Im Alten Testament hingegen, dem ersten Teil der christlichen Bibel, stellt die Todesstrafe eine selbstverständliche Praxis dar, deren Berechtigung explizit nicht angezweifelt wird. So sollen zum Beispiel die Tötung eines Menschen (Exodus 21,12), Menschenraub (Exodus 21,16), das Schlagen oder Verfluchen der Eltern (Exodus 21,15-17), Sodomie (Ex 22,18), Zauberei und Fremdgötterverehrung (Ex 22,17-19) mit dem Tod des Täters bestraft werden.

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Ist der Arzt eine Frau, überleben mehr Frauen einen Herzinfarkt

Frauen haben bei einem Herzinfarkt bessere Überlebenschancen, wenn sie von einer Frau behandelt werden. (Bild: Karin Hofer)
Herzinfarkte sind keine Männerangelegenheit. Auch bei Frauen gehören sie zu den häufigsten Todesursachen in den Industrieländern. Ihre Überlebenschancen wären aber besser, wenn mehr Ärztinnen auf der Notfallstation arbeiten würden.

Neue Zürcher Zeitung

Wer als Frau einen Herzinfarkt erleidet und von einer Ärztin behandelt wird, hat laut einer Studie höhere Überlebenschancen, als wenn der Arzt ein Mann ist. Dies schreiben Forscher in der Fachzeitschrift «Proceedings of the National Academy of Sciences». Für die Untersuchung werteten die Wissenschafter der Harvard-Universität Daten von mehr als 500 000 Patienten aus, die zwischen 1991 und 2010 wegen eines Herzinfarkts in Notaufnahmen im amerikanischen Gliedstaat Florida behandelt worden waren.

Insgesamt starben fast zwölf Prozent aller Patienten, die wegen eines Herzinfarkts in der Notaufnahme behandelt wurden. Die Sterblichkeitsrate lag aber um 5,4 Prozent tiefer, wenn Frauen von Frauen behandelt wurden statt von Männern.

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USA: Bischof kündigt erschütternden Missbrauchsbericht an

Erneut erschüttert die US-Kirche ein schwerer Missbrauchsskandal. Jetzt kündigte der Bischof von Pittsburgh seinen Gläubigen die Veröffentlichung des Untersuchungsberichtes an: Der solle niederschmetternd ausfallen.

katholisch.de

Mit klaren Worten hat der Bischof von Pittsburgh, David Zubik, die Gläubigen auf die Veröffentlichung des Untersuchungsberichts über Missbrauchsfälle in den sechs Diözesen Pennsylvanias vorbereitet. Der Bericht werde traurig und tragisch ausfallen, schrieb Kubik in einer Erklärung, die am Wochenende in allen Gottesdiensten seiner Diözese verlesen wurde. Weiter heißt es: „Ich möchte, dass Sie wissen, dass unsere Diözese mit der Staatsanwaltschaft und der Untersuchungskommission zusammengearbeitet hat. Wir haben nicht versucht, den Bericht zu blockieren.“

Fast 90 Prozent aller gemeldeten Missbrauchsfälle in der Diözese Pittsburgh, hätten sich vor 1990 ereignet, sagte Bischof Zubik und fügte hinzu: „Jeder Akt sexuellen Missbrauchs von Kindern ist schrecklich, egal wie lange es her ist“. In dem Bericht, dessen Veröffentlichung zwischen Mittwoch und dem 14. August erwartet wird, sind Missbrauchsfälle aus mehr als 70 Jahren dokumentiert.

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Behördliche Schlampereien im Fall Staufen müssen noch aufgearbeitet werden

In dem Fall des Kindesmissbrauchs in Staufen wurden die Mutter und ihr Lebensgefährte zu langen Haftstrafen verurteilt. WELT-Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen hat den Prozess verfolgt. Quelle: WELT
Im Missbrauchsfall von Staufen müssen die Täter lange hinter Gitter. Doch der Schock, der das Land erfasste, als die Vorfälle an die Öffentlichkeit kamen, ist noch nicht abgeklungen. Zu viele Fragen sind unbeantwortet.

Von Per Hinrichs | DIE WELT

Das Freiburger Landgericht hat im Missbrauchsfall von Staufen ein hartes Urteil gesprochen: Die Mutter des neunjährigen Jungen, die ihr eigenes Kind missbrauchte und an Freier verkaufte, muss für zwölfeinhalb Jahre ins Gefängnis; ihr Freund, der mutmaßliche Haupttäter, erhielt zwölf Jahre – mit anschließender Sicherheitsverwahrung.

Diese beiden Menschen, die Richter wie Gutachter als empathielos bezeichneten, verschwinden nun für lange Zeit hinter Gittern. Christian L., der für sich selbst die Sicherheitsverwahrung forderte, kommt womöglich nie wieder in Freiheit.

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