Daniel Dennett: „Von den Bakterien zu Bach – und zurück – „Blick des Philosophen auf die Evolution des Geistes


Daniel Dennett beschreibt in seinem neuen Sachbuch, warum auch der menschliche Geist ein Ergebnis der Evolution ist. (Suhrkamp / imago / Collage: Deutschlandradio)
Körper und Geist, Natur und Kultur – dazwischen besteht kein grundlegender Unterschied. Vielmehr ist alles ein Ergebnis der Evolution. Diese These vertritt der US-amerikanische Philosoph Daniel Dennett. Anschaulich und mit Sprachwitz legt er sie dar in seinem neuen Buch „Von den Bakterien zu Bach – und zurück. Die Evolution des Geistes“.

Von Tomma Schröder | Deutschlandfunk

Daniel Dennett hält nicht viel von Übernatürlichem. Er glaube „nicht an Geister, nicht an Elfen, nicht an den Osterhasen und auch nicht an Gott“, schrieb der amerikanische Star-Philosoph mal in der „New York Times“. In seinem neuen Buch „Von den Bakterien zu Bach – und zurück“ wandelt er daher strikt auf den naturwissenschaftlichen Pfaden.

„Wenn wir die Reparaturmechanismen in Bakterien, die Atmung bei Kaulquappen und die Verdauung von Elefanten erklären können, warum sollte dann nicht auch das bewusste Denken des Homo sapiens seine Geheimnisse diesem sich immer weiter optimierenden Moloch Wissenschaft offenbaren?“

Dualismus von Materiellem und Immateriellem

Spätestens seit Descartes den Dualismus von Materiellem und Immateriellem in eine philosophische Theorie gegossen hat, gilt die Kluft zwischen Körper und Geist, zwischen Natur- und Geisteswissenschaften vielen als unüberwindbar. Die kartesische Wunde nennt Dennett dies – und er will sie heilen. Denn dem Philosophen zufolge, und er weiß viele Wissenschaftler an seiner Seite, existiert diese Wunde gar nicht. Für Dennett gibt es nichts Immaterielles, nichts Mirakulöses, das außerhalb der Reichweite der Naturwissenschaften verbleibt. Vom Bakterium bis zu Bach – und seinem Geist – ist alles ein Ergebnis der Evolution – auch wenn viele das nicht wahrhaben wollen.

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