CDU-Politiker Hirte zur Abschiebung von Konvertiten: Ein Problem mit allen Schattierungen


In manchen Ländern droht ihnen Verfolgung und Todesstrafe: Trotzdem lehnt das BAMF reihenweise Asylanträge von zum Christentum übergetreten Geflüchteten ab. Wie kommt es zu solchen Entscheidungen?

DOMRADIO.DE

DOMRADIO.DE: Wenn Gerichte über Autounfälle oder Tierquälerei zu entscheiden haben, dann ziehen sie Gutachter heran, Ingenieure oder Veterinäre. In Fragen der Religion entscheidet einzig ein Asylsachbearbeiter des BAMF. Wie kann das sein?

Heribert Hirte (CDU-Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender des Stephanuskreises des Deutschen Bundestages): Zunächst mal müssen wir die Frage stellen, ob jemand zu einer Religion gehört oder nicht. Das ist eine Frage der persönlichen Überzeugung. Die Frage hingegen, ob jemand bei uns Asyl gewährt bekommt, ist eine staatliche Entscheidung. Die eine Frage hat natürlich mit der anderen Frage zu tun, aber es ist nicht so, als ob ein Gutachter die staatliche Entscheidung abschließend beurteilen könnte. Das darf auch so nicht sein, weil das letztlich zwei unterschiedliche Sphären sind.

DOMRADIO.DE: Glauben Sie denn, jemand würde seinen Glauben aufgeben und zum Christentum konvertieren, nur um einen Asylgrund zu schaffen, wenn er weiß, dass er damit gleichzeitig sein Todesurteil sprechen könnte?

Hirte: Das Problem ist, dass es, wie immer im Leben, alle Schattierungen gibt. Es gibt – so kriegen wir das berichtet – eine große Zahlen von Menschen, die sich aus großer Überzeugung vom Islam abkehren und zu anderen Religionen übertreten. Wir wissen aber auch, dass es Menschen gibt, die das aus taktischen Gründen tun. Und man kann noch nicht einmal sagen, dass das ein schlechter Grund ist. Denn wir wissen natürlich auch, dass in manchen Ländern der Welt gesagt wird: Das Christentum ist das, was die sogenannte westliche Welt ausmacht. Und wenn man diese westliche Welt als Lebensmodell für gut hält, dann bekennt man sich zum Christentum, um dorthin zu kommen. Aber diese Einzelüberlegungen voneinander abzugrenzen, ist außerordentlich schwierig.

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