Glyphosat: Monsanto soll 250 Millionen Dollar wegen „Heimtücke“ bezahlen


Glyphosat ist nicht der einzige Inhaltsstoff in Pflanzenschutzmitteln, der bedenklich ist. (Foto: Flickr/ Roundup, Monsanto by Mike Mozart CC BY 2.0)
Das Gerichtsurteil in San Franzisko hat globalen Signalcharakter, weil die Jury einen wesentlichen Zusammenhang zwischen der Krebserkrankung des Klägers und dessen Verwendung von Unkrautbekämpfungsmittel wie Roundup statuiert

Thomas Pany | TELEPOLIS

Es ist ein amerikanisches Gerichtsurteil mit einer typisch spektakulären Geldforderung, das der Superior Court of California in San Francisco gestern in einem weithin verfolgten Verfahren gegen Monsanto bekannt gab: 289 Millionen US-Dollar muss das Unternehmen an Dewayne Johnson zahlen. 39 Millionen Dollar als „compensatory“ und 250 Millionen als „punitive damages“, berichtet die New York Times. Wegen „Bosheit“ und „Unterdrückung“, wie beim berühmten Anwalt des Klägers, Robert F. Kennedy jr, nachzulesen.

In deutschen Berichten ist von knapp 250 Millionen Euro „Schmerzensgeld“ die Rede, wie in der Tagesschau oder der SZ. Der Kläger Dewayne Johnson leidet an einem Non-Hodgkin-Lymphom, einer bösartige Erkrankung des Lymphgewebes, die zu den Krebserkrankungen zählt und er macht den Umgang mit „Roundup“ und „Ranger Pro“ dafür verantwortlich.

Beides sind Kernprodukte des „Saatgutriesen“ Monsanto, der gerade vom deutschen Bayer-Konzern übernommen wurde. „Roundup“ und „Ranger Pro“ sind Unkrautbekämpfungsmittel, die Glyphosat enthalten, das jahrelang als Wundermittel galt und sehr viel verwendet wird, aber seit einiger Zeit wegen möglicher Gesundheitsgefahren im Zusammenhang mit seinem Gebrauch in Kritik steht.

Das Gerichtsurteil ist hier eindeutig. Die Geschworenen urteilten, die glyphosathaltigen Mittel hätten „wesentlich zur Krebserkrankung des Klägers beigetragen“ – und: Der Konzern hätte Kunden davor warnen sollen, dass Herbizide Krebs auslösen können. So habe er sich der „Heimtücke“ schuldig gemacht.

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