Das Schweigen der Lamas: Missbrauch im Buddhismus


Foto: AP/Ashwini Bhatia
Immer mehr Schüler erheben Vorwürfe sexuellen Missbrauchs gegen buddhistische Lehrer. Die Lamas ringen mit sich, wie sie damit umgehen sollen

Anna Sawerthal | derStandard.de

Vielleicht braucht es einen Sexvertrag?“, schlägt Dzongsar Khyentse Rinpoche im Oktober 2017 auf Facebook vor. Der tibetische Lama in den roten Roben wird im Westen geschätzt für seine Provokationen, seinen modernen Zugang zum Buddhismus. Den fiktiven Vertrag liefert er gleich mit. Er wäre all jenen Gurus dienlich, die „alle Lebewesen retten wollen, aber trotzdem ein erfülltes Sexleben anstreben“, postet er. Psychologen könnten auch prüfen, ob potenzielle Partner „Tendenzen hätten, Opfer zu spielen“. Der Lama aus Tibet wollte einen Scherz machen.

Catherine Guye fand das nicht lustig. Sie hat im Februar Anzeige gegen einen Lama in der Schweiz erstattet. Seine buddhistische Organisation ist international tätig. Die Schweizerin wirft ihm Körperverletzung vor und: „sexuelle Handlungen an einer Person durchgeführt zu haben, die nicht fähig zu Urteil oder Widerstand war“.

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