Weltkongress besorgt über Antisemitismus in Deutschland


Synagoge in Berlin. Themenbild Bild: bb
Laut Angaben des Jüdischen Weltkongresses ist die Zahl antisemitischer Vorfälle im ersten Halbjahr 2018 im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2017 um 10 Prozent gestiegen. Es brauche „konzertierte Anstrengungen“, so der Präsident.

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Der Jüdische Weltkongress (WJC) zeigt sich besorgt über eine steigende Zahl antisemitischer Vorfälle in Deutschland. Die Bundesregierung habe ein „bewundernswertes Engagement zur Bekämpfung von Antisemitismus bewiesen“, erklärte WJC-Präsident Ronald Lauder am Freitagabend Ortszeit in New York. Als Beispiel nannte er die Ernennung von Felix Klein zum ersten Regierungsbeauftragten für die jüdische Gemeinschaft. Dennoch brauche es konzertierte Anstrengungen, um den „stetigen Anstieg gewalttätiger Vorfälle und Belästigungen zu stoppen und sicherzustellen, dass sich die deutschen Juden weiter sicher und wertgeschätzt fühlen“.

Laut WJC-Angaben ist die Zahl antisemitischer Vorfälle im ersten Halbjahr 2018 im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2017 um 10 Prozent gestiegen. Von 401 registrierten antisemitischen Vorfällen seien 349 als von Personen mit rechtsextremistischen Tendenzen gemeldet worden, 80 davon allein in Berlin.

Der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster, der auch WJC-Vizepräsident ist, forderte die Einführung eines effektiven landesweiten Meldesystems für Antisemitismus. Der Jüdische Weltkongress vertritt international jüdische Gemeinden in 100 Ländern gegenüber Regierungen, Parlamenten und internationalen Organisationen.