Kirche besorgt über Verschärfung für Kirchenasyl


Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Die Evangelische Kirche von Westfalen sieht viele Kirchengemeinden durch aktuelle Verschärfungen für das Kirchenasyl betroffen. Für viele Gemeinden, die Kirchenasyl gewähren, werde das zu einer starken Belastung führen, erklärte der Beauftragte der westfälischen Kirche für Migration, Pfarrer Helge Hohmann, am Mittwoch in Bielefeld.

evangelisch.de

Nach den am 1. August in Kraft getretenen Regeln würden Schutzsuchende als „flüchtig“ gelten, wenn das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) einen Härtefall ablehnt. Die sogenannte Überstellungsfrist dauere dann nicht mehr wie bisher sechs, sondern 18 Monate. Bei den Entscheidungen des Bamf entstehe oft der Eindruck, dass der jeweilige Härtefall nicht wirklich gründlich geprüft worden sei, erklärte Hohmann. Wenn die Behörde einen Härtefall ablehne, gebe es oft gute Gründe, das Kirchenasyl weiter zu gewähren. Dann müsse aber der Flüchtling, dem bei Abschiebung Gefahr für Leib und Leben drohe, bis zu 18 Monate unter dem Dach der Kirche ausharren, erläuterte der Beauftragte. Das bedeute für die Asyl gewährende Gemeinde und den Flüchtling selbst eine deutlich größere Belastung als die bisherigen sechs Monate.

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