#MenAreTrash: Sprengstoff, der sich gegen alle Frauen richtet


Beleidigungen als Mittel im Kampf für Frauenrechte? Während der Frauenmärsche in Toronto Anfang 2018 hielt eine Frau das Schild „F… die Höflichkeit“ hoch Quelle: pa/NurPhoto/Creative Touch Imaging Ltd
Der Hashtag #MenAreTrash soll auf Twitter eine Debatte über männliche Hasskommentare gegen Frauen lostreten. Doch diese bewusste Provokation gegen Männer schadet dem Feminismus eher, als sie ihm nützt.

Von Katja Belousova | DIE WELT

Alles Schweine außer Papa. Fast jede Frau wird diesen Satz im Affekt schon einmal gesagt oder gedacht haben. Wenn sie etwa von einem Typen im Klub angegraben wurde, der ein Nein nicht hinnehmen wollte. Wenn sie von ihrem Freund sitzen gelassen oder auf irgendeine andere Weise mies von einem Mann behandelt wurde. Die Wut muss irgendwie raus, und ist sie einmal verbalisiert, verfliegt sie in den meisten Fällen schnell. Spätestens wenn Frau merkt, dass der Großteil der Männer, die sie kennt, eigentlich gar nicht so verkehrt ist.

Wird aus der im Affekt hingeworfenen Beleidigung aber ein Gedicht und später ein Hashtag, gestaltet sich das mit der Wut, die verfliegt, ein wenig anders. Das beweist aktuell die #MenAreTrash-Debatte auf Twitter. Den Hashtag postete die Autorin Sibel Schick diese Woche auf Twitter und kommentierte damit ihr eigenes Gedicht „Männer sind Arschlöcher“, das sie für das feministische „Missy Magazin“ verfasste.

weiterlesen