Die afghanischen Truppen scheinen zunehmend machtlos gegen die Taliban


Ein afghanischer Soldat durchsucht einen Passanten an einer Strassensperre bei Ghazni. (Bild: Mohammad Ismail / Reuters)
Die jüngsten Kämpfe zwischen Taliban und Regierungstruppen werfen ein Schlaglicht auf die schlechte Sicherheitslage in Afghanistan. Der militärische und politische Vormarsch der Miliz scheint kaum noch aufhaltbar.

Emran Feroz | Neue Zürcher Zeitung

Zwei Monate vor der Parlamentswahl in Afghanistan eskaliert die Lage am Hindukusch. Sowohl die Taliban als auch der Islamische Staat (IS) machen mit Angriffen und blutigen Attentaten auf sich aufmerksam. Hervor stach der Angriff der Taliban auf die strategisch wichtige Stadt Ghazni, die an der Verbindungsstrasse zwischen der Hauptstadt Kabul und der Grossstadt Kandahar im Südosten des Landes liegt. Am Freitag vergangener Woche wurde der Ort von Hunderten von Taliban-Kämpfern überrannt.

Der Überfall erinnert an die Offensiven der Taliban auf Kunduz im Norden im Herbst 2015 oder auf die Stadt Farah im Westen im Mai 2017. Beide Provinzhauptstädte wurden mehrere Tage lang von den Taliban belagert und standen kurz vor dem Fall.

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