Der Mensch, Schimpanse 3.0 mit Upgrade


Prayer Breakfast, Quelle: http://www.whitehouse.gov
Obamas aufgeklärter Humanismus musste scheitern. Wir sind nicht die erhabene Spezies, die die Aufklärung aus uns machen wollte.

Carlo Strenger | Neue Zürcher Zeitung

Diese Tage sind auf der nördlichen Hemisphäre zwar sehr heiss, aber politisch sind die Sommerferien an den meisten Orten noch nicht zu Ende, was Kolumnisten ein bisschen in Bedrängnis bringt – die Schlagzeilen geben keine Denkanstösse. So kommt es mir gelegen, dass Maureen Dowd, die humorvollste Kolumnistin der «New York Times», anlässlich des Erscheinens der Memoiren von Ben Rhodes, einem engen Berater Barack Obamas, schonungslos über Letztgenannten herzieht. Obama befand sich mit seinen engsten Teammitgliedern in der Air Force One, als im November 2016 die Nachricht eintraf, Trump habe die Wahlen gewonnen. Dass in diesem Flugzeug alle schockiert waren, ist nicht weiter erstaunlich: Schockiert war wohl die Hälfte aller US-Bürger und der Bewohner der westlichen Welt.

Aber für Obama hatte Trumps Sieg eine sehr persönliche Bedeutung. Bedeutete dieser, dass er, Obama, letztlich in den USA nichts geändert hatte? Dann folgt das Zitat, das Maureen Dowds ironischen Zorn entfacht. Obama sagte: «Manchmal frage ich mich, ob ich nicht zehn oder zwanzig Jahre zu früh kam . . . Vielleicht versuchten wir zu weit zu kommen. Vielleicht wollen die Menschen einfach wieder in ihren Stamm zurück.»

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