Stichwortgeber der „Dritten Kultur“ – Kurator des Künftigen


Strippenzieher und Stichwortgeber: John Brockman. Foto: dpa FOTO: picture alliance / Robert Schles / Robert Schlesinger
US-Netzwerker John Brockman lässt auf seiner Homepage die hellsten Köpfe der Gegenwart über die Welt von morgen nachdenken.

Von Philipp Holstein | Saarbrücker Zeitung

Wenn John Brockman eines auf den Tod nicht ausstehen kann, dann sind das Kulturfuzzis, die meinen, sie seien Intellektuelle, nur weil sie einen Roman mehr gelesen haben als andere. Diese Aversion mag auf den ersten Blick verblüffen, denn Brockman hat sein Vermögen mit Büchern gemacht. Seine Agentur residiert in New York an der Fifth Avenue. Dort verkauft der 77-Jährige allerdings keine Fiction, sondern Science. Zu Brockmans Schäfchen gehören die klügsten Köpfe der populären Wissenschaftsliteratur. Als mächtige Herde besetzen sie regelmäßig die ersten Plätze der weltweiten Sachbuchbestenlisten: Nobelpreisträger Daniel Kahneman („Schnelles Denken, Langsames Denken“), Jaron Lanier („Wem gehört die Zukunft?“), Steven Pinker („Denken. Wie Denken im Kopf entsteht“), Richard Dawkins („Der Gotteswahn“) und Jared Diamond („Arm und Reich. Die Schicksale menschlicher Gesellschaften“). Diese Leute, sagt Brockman, seien die wirklichen Intellektuellen unserer Zeit.

Brockman ist Strippenzieher, Schlüsselfigur und Stichwortgeber. Er hat den Begriff der „dritten Kultur“ geprägt, denn er möchte die Kluft zwischen Geistes- und Naturwissenschaften überbrücken.

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