Trotz US-Skandal plant Papst keine weiteren Maßnahmen gegen Missbrauch

Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB
Nach Angaben des „Vatican Insider“ waren zuvor Gerüchte im Umlauf gewesen, dass Franziskus nach seiner Irlandreise einen neuen Text mit konkreten Anweisungen vorbereiten werde. Informierte Quellen bestätigen dies nicht.

kath.net

Trotz des eklatanten Skandals in der US-amerikanischen katholischem Kirche über sexuellen Missbrauch und Vertuschung plant Papst Franziskus offenbar keine weiteren Maßnahmen und Anweisungen an die Bischöfe wegen sexuellen Missbrauch. Das berichtete die Schweizer Nachrichtenagentur „kath.ch“ unter Berufung auf die italienische Internetseite „Vatican Insider“.

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Grüne und SPD kritisieren Seehofer-Vorstoß zu Religionsdebatte

Bundesinnenminister Horst Seehofer wirbt für eine neue Religionsdebatte. Als „unglaubwürdig“ kritisiert SPD-Vize Ralf Stegner den Vorstoß. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland und die EKD befürworten das Anliegen des Ministers.

evangelisch.de

Mit seinem Vorstoß für eine neue Religionsdebatte hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) geteilte Reaktionen hervorgerufen. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) begrüßten Seehofers Initiative. SPD und Grüne äußerten dagegen Kritik.

„Die Wandlung vom Saulus zum Paulus ist im Falle von Horst Seehofer denkbar unglaubwürdig“, sagte der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner der „Passauer Neuen Presse“ (Freitag). Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt sieht in dem Vorstoß des CSU-Vorsitzenden einen Versuch, sich von seiner offenbar gescheiterten „Politik der Konfrontation“ zu distanzieren. Sie sagte dem Blatt: „Jetzt versucht er umzusteuern und verkündet einen Dialog, den er erst ins Stocken gebracht hat.“ Seehofers Beitrag lese sich für sie so, „als ob er persönlich enttäuscht ist, dass seine privaten Überzeugungen nicht mehr die der Mehrheit inklusive der Kirchenleitungen sind“.

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Auch Papageien denken ökonomisch

Kluge Vögel: Papageien, hier ein Blaukopfara, erkennen sehr genau, wann es sich lohnt zu warten. © DickDaniels (http://carolinabirds.org/)/ CC-by-sa 4.0
Wer wartet, profitiert: Dieses oft gültige ökonomische Prinzip begreifen auch Papageien, wie nun Experimente belegen. Wenn sie die Wahl zwischen einem schlechten Futterstück jetzt und einer Leckerei später haben, entscheiden sie sich für später. Diese Fähigkeit der Impulskontrolle und der vorausschauenden Entscheidung galt lange als rein menschliche Domäne, inzwischen aber haben Affen und mehrere Vogelarten dies als Irrtum entlarvt – darunter nun auch die Papageien.

scinexx

An dieser Hürde scheitern vierjährige Kinder regelmäßig: Wenn sie auf den sofortigen Genuss einer Leckerei verzichten sollen, um später die doppelte Portion zu bekommen, greifen die meisten Kleinkinder trotzdem zu. Sie verstehen noch nicht, dass es lohnender ist, zu warten. Denn dafür müssten sie sich in zukünftige Situationen versetzen und unmittelbare Bedürfnisse zugunsten des langfristigen Ziels zurückstellen – doch diese Fähigkeit entwickeln wir erst beim Heranwachsen.

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Kirchenasyl: Rechtsbruch oder Akt der Nächstenliebe?

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Die Kritik am Kirchenasyl wird lauter. Ilse Junkermann kann das nicht verstehen: Was die Behörden von den Kirchen fordern, sei kaum zu leisten, sagt die Bischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und erklärt, wo die Probleme liegen.

DOMRADIO.DE

DOMRADIO.DE: Die Kritik bezog sich konkret auf die sogenannten „Härtefall-Dossiers“, in denen die Gemeinden detailliert begründen müssen, warum der Fall eines bereits abgelehnten Asylbewerbers erneut geprüft werden soll. Nur etwa die Hälfte der betroffenen Gemeinden macht das wohl. Sie sagen: Das ist auch gar nicht immer zu leisten. Warum nicht?

Ilse Junkermann (Bischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland): Das Bundesamt verlangt in diesen Dossiers neuerdings Beweiskraft und lässt einfache hausärztliche Atteste zum Beispiel immer seltener gelten. Gefordert sind also hoch qualifizierte Atteste und Beweise.

Die Menschen, die Kirchenasyl verantworten, sind aber juristische und medizinische Laien. Und wir alle wissen, dass in manchen Regionen die Facharztdichte sehr gering ist. Es ist ganz schwer, bei einem normalen Facharzt einen Termin zu bekommen; bei einem Traumatherapeuten ist das in den gesetzten vier Wochen kaum zu leisten.

Das zweite ist, dass für die Dossiers neuerdings Beweiskraft gefordert wird. Im normalen Asylverfahren reicht die Glaubhaftmachung. So liegt die Prüfung, ob ein besonderer humanitärer Härtefall vorliegt, bei den Behörden. Die Menschen, die Kirchenasyl gewähren, werden in den Dossiers auch weiterhin deutlich machen, warum sie das so sehen. Die Einzelfallprüfung liegt aber beim Bundesamt. Da verschiebt sich gerade etwas: Die Beweislast geht auf die Kirchengemeinden. Das finde ich rechtsstaatlich sehr bedenklich.

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What are coastal nuclear power plants doing to address climate threats?

Source: San Onofre Nuclear Generating Station by Luke Jones, from Wikimedia Commons, licensed underCC BY 2.0
As shorelines creep inland and storms worsen, nuclear reactors around the world face new challenges.

John Vidal | ensia

The outer defensive wall of what is expected to be the world’s most expensive nuclear power station is taking shape on the shoreline of the choppy gray waters of the Bristol Channel in western England.

By the time the US$25 billion Hinkley Point C nuclear station is finished, possibly in 2028, the concrete seawall will be 12.5 meters (41 feet) high, 900 meters (3,000 feet) long and durable enough, the UK regulator and French engineers say, to withstand the strongest storm surge, the greatest tsunami and the highest sea-level rise.

But will it? Independent nuclear consultant Pete Roche, a former adviser to the UK government and Greenpeace, points out that the tidal range along this stretch of coast is one of the highest in the world, and that erosion is heavy. Indeed, observers reported serious flooding on the site in 1981 when an earlier nuclear power station had to be shut down for a week. following a spring tide and a storm surge. However well built, says Roche, the new seawall does not adequately take into account sea-level rise due to climate change.

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Benedikt-Vertrauter zu Missbrauch: „Wo Schmutz ist, muss geputzt werden“

Der Präfekt des Päpstlichen Hauses im Vatikan mit seinem Chef, Papst Franziskus. – imago/ZUMA Press
Die Kirche müsse den sexuellen Missbrauch umfassend aufklären, fordert der Kurienerzbischof Georg Gänswein. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller ruft indes dazu auf, die Sexualität von Priestern nicht zu tabuisieren.

Die Presse.com

Kurienerzbischof Georg Gänswein fordert, Fälle sexuellen Missbrauchs in der Kirche umfassend aufzuarbeiten. Es gebe nichts zu beschönigen, die Schuldigen müssten zur Rechenschaft gezogen werden, sagte der Privatsekretär des emeritierten Papstes Benedikt XVI. am Freitag im SWR-Hörfunk. „Wo Schmutz ist, muss geputzt werden.“

Gänswein betonte, die Kirche gehe bei Aufklärung und Aufarbeitung seit Jahren mit gutem Beispiel voran. Den Bericht über Missbrauch durch Geistliche im US-Bundesstaat Pennsylvania nannte er beschämend. „Es reißt einen ins Herz“, so Gänswein.

Unterdessen sprach sich, wie Kathpress berichtete, der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller für eine Bischofssynode der Weltkirche zum Thema Missbrauch aus. Die Vertuschung von Missbrauch in der Kirche auch durch Bischöfe sei ein großes Problem und bedürfe einer weltweiten Beratung, sagte er dem Kölner „domradio“. Zwar habe in Europa und in den USA mittlerweile ein „gewisses Bewusstsein bei Bischöfen eingesetzt“, jedoch fehle ein solches noch bei denen in Afrika, Asien und Lateinamerika.

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Kardinal Rivera: Missbrauchsopfer haben selber Leichen im Keller

Die Vorwürfe gegen Kleriker seien in einigen Fällen wahr, die Kirche solle sich verbessern, sagte Sergio Obeso Rivera. Der ehemalige Erzbischof von Jalapa wurde erst im Juni zum Kardinal erhoben.

kath.net

Einige der Opfer der Missbrauchsskandale sollten mit ihren Anschuldigungen vorsichtig sein, weil sie selbst Leichen im Keller hätten. Das sagte Sergio Kardinal Obeso Rivera (86), der emeritierte Erzbischof von Jalapa (Mexiko).

Obeso Rivera, der erst im Juni von Papst Franziskus zum Kardinal kreiert worden ist, sprach vor einer Messe in seiner früheren Erzdiözese mit Journalisten über die Missbrauchsskandale.

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Deutschlands Bürger werden gemolken

Bild: bb
Ein Rekordüberschuss des Staates – und trotzdem warten die Deutschen auf substanzielle Entlastungen. Dabei müsste es doch der Ehrgeiz jeder Regierung sein, den unrühmlichen Spitzenplatz auf der OECD-Liste zur Steuerbelastung zu verlassen.

Christoph Eisenring | Neue Zürcher Zeitung

Das gab es noch nie: Im ersten Halbjahr hat der deutsche Staat einen Überschuss von fast 3% an der Wirtschaftsleistung erzielt. Das hat viel mit den um über 5% gekletterten Steuereinnahmen zu tun. Angesichts dieser Vorzeichen wird immer unverständlicher, weshalb Berlin seine Bürger kaum entlasten will.

Es müssten stattdessen drei Dinge geschehen: 2019 ist es 30 Jahre her, seit die Mauer fiel. Für die Kosten des «Aufbau Ost» zahlen die Deutschen seit vielen Jahren den Solidaritätszuschlag. Die Infrastruktur steht aber längst, weshalb der Staat auf diesen Obolus verzichten sollte – und zwar für alle, also auch die «Bessergestellten». Bei den Sozialabgaben gibt es Raum für eine Senkung, weil die Arbeitslosenversicherung hohe Reserven angehäuft hat. Und die kalte Progression, die schleichend zu einer Mehrbelastung führt, gehört jedes Jahr automatisch ausgeglichen.

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Papstbesuch: Tausende Gegendemonstranten erwartet

© Bild: dpa/Paul Mcerlane
Morgen tritt Papst Franziskus seine Reise zum Weltfamilientreffen in Irland an. Doch es zeichnet sich ab, dass es kein einfacher Besuch wird: Tausende Protestler gegen die Kirche haben sich angekündigt.

katholisch.de

Anlässlich des Papstbesuchs beim katholischen Weltfamilientreffen in Irland werden am Wochenende Tausende Demonstranten zu Protestveranstaltungen gegen die Kirche in Dublin erwartet. Wie irische Medien am Donnerstag berichten, sind Solidaritätskundgebungen für Missbrauchsopfer kirchlicher Einrichtungen, ein Schweigemarsch und Mahnwachen geplant.

Die größte Protestveranstaltung dürfte nach Einschätzungen der Medien die Demonstration „Stand for Truth“ (Für die Wahrheit eintreten) werden, die parallel zur vom Papst gehaltenen Abschlussmesse des Weltfamilientreffens am Sonntagnachmittag stattfinden wird. Laut den Veranstaltern soll dies ein friedlicher Protest sein für „jeden, der von der katholischen Kirche verletzt oder missbraucht“ wurde.

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Asteroid Ryugu bekommt Besuch

Übersicht über die Landeplätze auf dem Asteroiden Ryugu: Mascot wird in der blau markierten Ellipse auf der Südhemisphäre landen; die wesentlich kleineren Minerva-Rover im rot markierten Bereich im Norden. Die Zonen L07, L08 und M04 sind für die Probenentnahme durch Hayabusa-2 vorgesehen. (Bild: JAXA / University of Tokyo and collaborators)
Am 3. Oktober soll die Landefähre «Mascot» auf dem Asteroiden Ryugu aufsetzen. Nun hat das DLR bekanntgegeben, wo der schuhkartongrosse, autonome Apparat genau landen soll.

Helga Rietz | Neue Zürcher Zeitung

Das wissenschaftliche Team des Asteroidenlanders «Mascot» (Mobile Asteroid Surface Scout) hat sich für einen Landeplatz auf dem Asteroiden Ryugu entschieden. Das teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Donnerstag mit. Auch die Stellen, an denen die Mutterschiff Hayabusa-2 Proben entnehmen und die drei (noch wesentlich kleineren) Minerva-II-Rover absetzen wird, stehen nun fest.

Mehrere Aufgaben koordinieren

Die Anforderungen an den Landeplatz sind hoch. Die Pole des Asteroiden sind technisch nicht zugänglich für eine Landung, und auch in den mittleren Breiten gibt es Einschränkungen. Dies, weil im Verlauf der Mission vom Mutterschiff hayabusa-2 aus ein Arm zur Probenentnahme auf den Asteroiden abgesenkt wird. Bei dieser Operation darf der kleine Lander Mascot, der nur so gross ist wie ein Schuhkarton, natürlich nicht im Weg stehen.

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