Benedikt-Vertrauter zu Missbrauch: „Wo Schmutz ist, muss geputzt werden“


Der Präfekt des Päpstlichen Hauses im Vatikan mit seinem Chef, Papst Franziskus. – imago/ZUMA Press
Die Kirche müsse den sexuellen Missbrauch umfassend aufklären, fordert der Kurienerzbischof Georg Gänswein. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller ruft indes dazu auf, die Sexualität von Priestern nicht zu tabuisieren.

Die Presse.com

Kurienerzbischof Georg Gänswein fordert, Fälle sexuellen Missbrauchs in der Kirche umfassend aufzuarbeiten. Es gebe nichts zu beschönigen, die Schuldigen müssten zur Rechenschaft gezogen werden, sagte der Privatsekretär des emeritierten Papstes Benedikt XVI. am Freitag im SWR-Hörfunk. „Wo Schmutz ist, muss geputzt werden.“

Gänswein betonte, die Kirche gehe bei Aufklärung und Aufarbeitung seit Jahren mit gutem Beispiel voran. Den Bericht über Missbrauch durch Geistliche im US-Bundesstaat Pennsylvania nannte er beschämend. „Es reißt einen ins Herz“, so Gänswein.

Unterdessen sprach sich, wie Kathpress berichtete, der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller für eine Bischofssynode der Weltkirche zum Thema Missbrauch aus. Die Vertuschung von Missbrauch in der Kirche auch durch Bischöfe sei ein großes Problem und bedürfe einer weltweiten Beratung, sagte er dem Kölner „domradio“. Zwar habe in Europa und in den USA mittlerweile ein „gewisses Bewusstsein bei Bischöfen eingesetzt“, jedoch fehle ein solches noch bei denen in Afrika, Asien und Lateinamerika.

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