In Frankreich setzt ein grüner Bürgermeister Zeichen gegen CO2


Grenoble liegt in einem Kessel, es kann sehr heiß werden in der Stadt. Rundum ragen Berge auf, gekrönt von kahlen Felswänden, an denen kein Baum, kein Strauch mehr Halt findet. Foto: imago/blickwinkel
Eine Seilbahn zum Wohlfühlen ist das. Dunkles Holz, helles Aluminium, Panoramafenster. Und sicher ist sie offenbar auch. Das Tragseil, steht auf einer Plakette zu lesen, würde selbst bei einer Belastung von 150.000 Tonnen nicht reißen.

Von Axel Veiel | Berliner Zeitung

Und doch wird einem auf der Fahrt zu Grenobles Fort de la Bastille mulmig. Denn da rückt nicht nur die 264 Meter über der Stadt gelegene Festung näher. Beim Blick durchs Plexiglas-Fenster glaubt man auch zu erkennen, was beim Einsteigen noch graue Theorie schien: die über Grenoble hereinbrechende Klimakatastrophe.

In einer vom Rathaus herausgegebenen Broschüre war von ihr die Rede gewesen. Grenoble sei eine Hitzeinsel, stand da. Die dichte Bebauung im Stadtzentrum wirke wie ein gigantischer Wärmespeicher. Es fehle an Verdunstungskühle spendendem Grün. Die Talkessellage verhindere den Luftaustausch mit der Umgebung. Schon jetzt sei die Temperatur in der Innenstadt fünf bis acht Grad höher als am Rand. Bis 2050 seien in Grenoble jährlich 43 Tage mit Temperaturen über 35 Grad zu erwarten – einhergehend mit gefährlich hohen Schadstoff- und Ozonkonzentrationen in der Luft.

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