Bayerischer Kreuzerlass für Handel kein Segen


Markus Söder, Bayerischer Ministerpräsident (CSU), hängt ein Kreuz im Eingangsbereich der bayerischen Staatskanzlei auf. dpa Peter Kneffel
Die Kreuzpflicht für Staatsbehörden hat dem bayerischen Ministerpräsidenten Söder viel Schelte eingebracht – sogar von der katholischen Kirche. Haben wenigstens die Kreuzhändler profitiert?

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Ob der heilige Ambrosius, Schutzpatron der Krämer, sich angesichts der bayerischen Kreuzpflicht die Hände gerieben hat? Für die Händler von Kruzifixen und anderem Kirchenbedarf blieb der Segen jedenfalls aus, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

Einzig Andreas Puettmann, Geschäftsführer der J.G.Schreibmayr GmbH in München, berichtete von 20 bis 30 Kunden, die gezielt wegen des Erlasses der bayerischen Staatsregierung nach Kreuzen gefragt hätten. „Ich kann mich aber noch nicht absetzen, ich muss weiterarbeiten“, scherzte der Chef des Fachgeschäfts.

Auf Anordnung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) war das Kreuz Anfang Juni zum Pflicht-Deko-Element im Eingangsbereich der Dienstgebäude des Freistaats geworden. So soll – nach Interpretation der Staatsregierung – die christlich-abendländische Tradition Bayerns deutlich werden. Oppositionspolitiker wie auch Kirchenvertreter kritisierten das als Schachzug zum Stimmenfang im Landtagswahljahr.

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