Begriff „Religionsfreiheit“ behutsam verwenden


Für einen behutsamen Gebrauch des Begriffs „Religionsfreiheit“ im christlich-islamischen Dialog hat der bisherige Präsident der Stiftung „Pro Oriente“, Johann Marte, plädiert. Aus seiner eigenen Erfahrung heraus kommt man damit oft nicht weiter.

kathpress

Man müsse den Begriff deshalb kritisch reflektieren, so Marte im Interview in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Information Christlicher Orient“. „Wenn wir von Religionsfreiheit in muslimischen Ländern sprechen, dann verstehen viele Muslime darunter nicht mehr und nicht weniger als die Forderung, dass es Muslimen erlaubt sein muss, zu anderen Religionen, in der Regel zum Christentum, zu konvertieren.“ Und das zerstöre nach muslimischer Ansicht die gesellschaftliche Integrität, zerreiße Familien;

Konvertiten befänden sich in Lebensgefahr oder seien zumindest gesellschaftlich geächtet.

Marte will deshalb lieber in einem ersten Schritt von „gleichen Rechten“ für alle Bürger eines Landes sprechen. „Das hilft auch den Christen in den muslimisch geprägten Ländern mehr. Denn noch sind sie oft Bürger zweiter Klasse und haben nicht die vollen Bürgerrechte“, so der langjährige Pro-Oriente-Präsident.

Marte stand von 2000 bis 2017/18 als Präsident an der Spitze der Wiener Stiftung, die sich ganz dem Dialog mit den Kirchen des Ostens verschrieben hat. Genauso wichtig war und ist aber auch, den aktuellen Erfahrungen der orientalischen christlichen Gesprächspartner geschuldet, der Dialog mit dem Islam.

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