Pfarrhaushälterinnen: „Seelsorgerinnen“ in zweiter Reihe


© Bild: Maria Irl/KNA
Pfarrhaushälterinnen haben mit oft mit Vorurteilen zu kämpfen. Zum Festtag der heiligen Verena, Patronin der Pfarrhaushälterinnen, heute am 1. September ein Blick hinter die Pfarrhaustür.

Severina Bartonitschek | katholisch.de

„Mein erster Satz war: Ich kann nicht kochen“, erzählt Elisabeth Dördelmann lachend. Das war an einem Küchentisch vor fast 50 Jahren, beim Frühstück mit ihrer Schwester und einem jungen Kaplan. Er fragte sie, ob sie seine Haushälterin sein wolle. Sie willigte ein. „Aufhören kannst du immer wieder, habe ich mir gedacht“, sagt die heute 73-Jährige mit dem kurzen blond-grauen Haar und dem blauen Shirt mit Leopardenmuster. Aufgehört hat sie bis heute nicht. Auch wenn die Rheinländerin jetzt in Rente ist, wohnt sie immer noch mit ihrem Pfarrer zusammen und schmeißt ihm ehrenamtlich den Haushalt. Das Kochen hat sie inzwischen auch gelernt.

Teilzeit- oder 450-Euro-Jobs

Einst war Dördelmann eine von vielen Pfarrhaushälterinnen. Noch Anfang der 1970er Jahre lebten und arbeiteten 8.000 Frauen in Vollzeit gemeinsam mit einem Priester unter einem Dach. Heute sind es deutschlandweit noch ungefähr 800. Der Trend geht zu Teilzeit- oder 450-Euro-Jobs. Wenn überhaupt. Nicht zuletzt, weil es auch immer weniger Priester und Pfarrhäuser gibt.