„Helm ab – zum Gebet“: Mohamed und Azeez dienen als Bundeswehrsoldaten im Wachbataillon


Soldaten (Symbolfoto) © 30th MED @ flickr.com (CC 1.0), bearb. MiG
Inwieweit der Islam zu Deutschland gehört, ist in der Politik eine immer wiederkehrende Diskussion. Die Bundeswehr hat derzeit etwa 1.600 Muslime in ihren Reihen – zwei von ihnen sind Mohamed und Azeez, die im Wachbataillon in Berlin dienen.

Von Mey Dudin | MiGAZIN

Es ist ein sonniger Vormittag in Berlin, als die Soldaten der Protokollkompanie des Wachbataillons den großen Zapfenstreich proben. Der verdiente Inspekteur der Luftwaffe tritt in den Ruhestand und soll mit militärischen Ehren verabschiedet werden. „Helm ab – zum Gebet!“, ruft der Kommandierende. Bei der eigentlichen Zeremonie folgt daraufhin das Musikstück „Ich bete an die Macht der Liebe“ und alle Anwesenden gehen in sich. Bei der Probe wird das nur angedeutet. Einer der Soldaten auf dem Exerzierplatz der Julius-Leber-Kaserne ist Shervan Mohamed, 20 Jahre alt – und Muslim. Dass Soldaten auch mal Gebete sprechen, zum christlichen Gott, das stört ihn nicht. „In meiner Familie wird der Islam locker gelebt“, sagt er.

In der Julius-Leber-Kaserne, die nach einem deutschen Widerstandskämpfer benannt ist, sind 1.000 Soldaten des Wachbataillons untergebracht. Hier leistet Shervan Mohamed seinen Dienst. Wenn selbst Politiker immer noch diskutieren müssen, wie der Islam eigentlich zu Deutschland passt – wie ist es dann erst bei der Bundeswehr? Muslim sein in der deutschen Armee, im Ernstfall zur Waffe greifen und das Land verteidigen, geht das? Shervan Mohamed kennt solche Fragen. „Feindseligkeiten“, sagt er, „habe ich deswegen nie erlebt.“

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