Hier wurde Wissen aus 200 Jahren an einem Tag vernichtet


Das Skelett des 13 Meter langen Maxakalisaurus topai war in dem Museum beherbergt Quelle: AFP/Getty Images
Es ist ein Super-GAU für die weltweite Forschung: In Rio de Janeiro hat ein Feuer das Museu Nacional niedergebrannt. 20 Millionen Objekte gingen verloren, ihr Wert ist unschätzbar. Dabei hätte der Schaden verhindert werden können.

Von Caroline Ring | DIE WELT

Am Tag danach sieht es fast friedlich aus. Der Rauch von vergangener Nacht hat sich verzogen, der Himmel strahlt wieder blau über dem Königspalast von Rio de Janeiro. Noch im Juni hatte das Haus sein 200-jähriges Jubiläum gefeiert. Nun ist das alte Gebäude nur noch eine Ruine. Ein verheerendes Feuer hat es in der Nacht zu Montag innerhalb weniger Stunden vollkommen zerstört.

Noch kilometerweit waren die meterhohen Flammen über der Stadt zu sehen gewesen. 80 Feuerwehrleute versuchten, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Vergeblich. Sie waren um 19.30 Uhr zu dem Gebäude gerufen worden, nur vier Sicherheitsleute hatten zu der Zeit noch in dem Haus Dienst. Sie konnten sich in Sicherheit bringen, und auch sonst kam kein Mensch bei dem Feuer zu schaden.

Doch an die 20 Millionen wissenschaftliche Objekte sind nun für immer verloren. Das Nationalmuseum von Brasilien beherbergte die älteste und eine der bedeutendsten wissenschaftlichen Sammlungen des Landes, darunter einmalige naturwissenschaftliche und kulturhistorische Objekte. Besonders wichtig sind die 12.000 Jahre alten und damit ältesten menschlichen Fossilien Südamerikas, genannt „Luzia“.

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