Missbrauchsopfer: Kirchen fehlt Aufklärungswille


Bild: WAZ

Missbrauchsopfer haben sich in einem Offenen Brief an die Bischöfe und Gemeinden der Kirchen in Deutschland gewandt. Sie beklagen: Noch immer sei der Selbstschutz-Reflex stärker als die Unterstützung der Opfer.

katholisch.de

Opfer von sexuellem Missbrauch werfen den beiden großen Kirchen in Deutschland mangelnden Willen zur Aufklärung der Fälle vor. Die Betroffenen seien auch in Deutschland immer noch „Bittsteller, die abgewehrt und mit heimlichen Zahlungen abgespeist werden, damit die Geschehnisse anschließend wieder mit dem Mantel des Schweigens verhüllt werden können“, heißt es in einem Offenen Brief von Missbrauchsopfern, der am Montag verbreitet wurde. „Schöne Worte, ‚Scham und Trauer‘ oder päpstliche Briefe helfen nicht weiter“. Nötig sei „die aktive und proaktive Mitarbeit der Gemeinden und aktuellen Priester, Diakone und engagierten Laien“, so das Schreiben.

Die Unterzeichner fordern eine zentrale und öffentliche Dokumentation von Missbrauchsfällen sowie die Einsetzung unabhängiger Kommissionen zu deren Aufarbeitung. Die Kirchengemeinden müssten Missbrauchsfälle auf ihrer Internetseite veröffentlichen, zusammen mit den Kontaktdaten einer unabhängigen Stelle, an die sich weitere Opfer wenden könnten. Zudem müssten die bereits anerkannten Opfer im Beisein von unabhängigen Mediatoren erneut gehört werden.

weiterlesen

1 Comment

Kommentare sind geschlossen.