Organspende : Nein geht auch

Besser mit Organspendeausweis! Bild: dpa
Zwang? Manipulation? Der vorgeschlagene Systemwechsel in der Organspende würde zu nichts verpflichten, außer zur Pflicht, sich endlich zu erklären – auch sich selbst zuliebe.

Von Joachim Müller-Jung | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Wer spendet, hilft Menschen in Not. Wer nicht spendet, hilft sich selbst mit einer Notlüge. Das ist, nicht immer, aber jetzt wieder sehr sichtbar, ein Dilemma der Organspende. Der Gesundheitsminister will die Organspende neu regeln, weil bisher schlichtweg jeder Versuch, die Zahl der Spenderorgane zu erhöhen, gescheitert und sie so erbärmlich niedrig ist wie nie zuvor. Nicht mit Spenderzwang, nicht durch Manipulation soll die Wende geschafft werden, wie sich mancheiner einredet, auch nicht durch eine „Lizenz zur Zwangsausschlachtung“, wie die von Jens Spahn favorisierte Widerspruchslösung schmutzig genug tituliert wurde, sondern durch einen regulären Gesetzesvorschlag und eine reguläre rechtsstaatliche Debatte um Ethik und Selbstbestimmung.

Künftig soll also jeder Organspender sein, sofern er, sie oder die Angehörigen dem nicht widersprechen. Ein Nein geht auch.

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Hilfe gegen krankhaften Hunger?

Nonstop Hunger: Viele übergewichtige Menschen könnten ständig essen. © Skynesher/ istock
Ständiger Appetit adé: Ein aus der chinesischen Medizin bekannter Wirkstoff könnte dicken Menschen beim Abnehmen helfen. Das legt nun zumindest eine Studie mit Mäusen nahe. Demnach führte die Gabe der Substanz Celastrol bei den Nagern zu einem deutlich veränderten Essverhalten – sie fraßen weniger und verloren an Gewicht. Offenbar verbessert das Mittel die Wirkung des Sättigungshormons Leptin, die bei Übergewichtigen häufig gestört ist.

scinexx

Starkes Übergewicht ist weltweit ein zunehmendes Problem: Die Zahl der Dicken und Fettleibigen erreicht immer wieder neue Rekordwerte. Schätzungsweise ein Drittel aller Menschen ist inzwischen von Übergewicht betroffen – und damit von einem erhöhten Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und viele weitere Leiden.

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Kirchenasyl: Staatsanwaltschaft leitet Verfahren gegen Hunsrück-Pfarrer ein

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Weil sie Geflüchteten Asyl in ihrer Gemeinde angeboten haben, droht ihnen nun der Prozess: Die Staatsanwaltschaft in Bad Kreuznach hat Strafverfahren gegen mehrere Pfarrer eingeleitet.

DOMRADIO.DE

Im Streit um neun Fälle von Kirchenasyl im Rhein-Hunsrück-Kreis hat die Staatsanwaltschaft in Bad Kreuznach Strafverfahren gegen mehrere Pfarrer eingeleitet. Der Pfarrer von Rheinböllen, Wolfgang Jöst, sowie seine Kollegen aus Büchenbeuren und Kirchberg sagten dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Dienstag, dass ihnen in Schreiben der Ermittlungsbehörde Beihilfe zum illegalen Aufenthalt vorgeworfen werde. Möglicherweise gibt es weitere Beschuldigte.

Die Staatsanwaltschaft wollte dazu am Dienstag keine Angaben machen und verwies auf eine für diesen Mittwoch geplante Presseerklärung. Anlass für die Ermittlungen gegen die Pfarrer waren Strafanzeigen des Landrats von Simmern, Marlon Bröhr (CDU).

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Der höchsten Statue der Welt fehlt nur noch der Kopf

Indische Arbeiter bauen an der Statue of Unity in Kevadiya, etwa 200 Kilometer von Ahmedabad entfernt. (Bild: Ajit Solanki / AP)
Bald blickt die Statue von Sardar Vallabhbhai Patel mit einer Höhe von 182 Metern auf Gujarat herab. Der Bau des Denkmals verschlingt in Indien, wo ein Drittel der Bevölkerung in Armut lebt, über 400 Millionen Dollar.

Neue Zürcher Zeitung

Das Wort Koloss trifft in diesem Fall zu. Die im Bau befindliche Statue of Unity wird nach ihrer Fertigstellung doppelt so hoch aufragen wie die Freiheitsstatue in New York City. Die 2013 begonnenen Arbeiten am Abbild von Sardar Patel dürften laut BBC bis Ende Oktober abgeschlossen sein. Bilder der vergangenen Woche zeigen, dass der Statue einzig noch der Kopf fehlt.

Eine teure Statue für das arme Indien

Die Kosten für die Bronzestatue stiessen in Indien auf heftige Kritik. Sie belaufen sich insgesamt auf beinahe 30 Milliarden Rupien (430 Millionen Dollar). Laut der Deutschen Presse-Agentur bezichtigten Kritiker die Regierung der Verschwendung – ein Drittel der Menschen auf dem Subkontinent lebt in Armut.

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Keine christliche Verpflichtung zur Organspende

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat vorgeschlagen, die Voraussetzungen für eine Organentnahme zu lockern und damit eine kontroverse ethische Debatte entfacht. Künftig solle jeder automatisch ein Spender sein, solange er oder seine Angehörigen nicht ausdrücklich widersprechen, sagte Spahn.

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Nur mit der Widerspruchslösung könne die Organspende zum Normalfall werden. In Deutschland gilt bislang die sogenannte Entscheidungslösung, so dass eine Entnahme nur möglich ist, wenn eine Zustimmung vorliegt.

Die Widerspruchslösung stelle zwar einen Eingriff des Staates in die Freiheit des Einzelnen dar, sagte Spahn der „Bild“-Zeitung“. Doch seien alle bisherigen Versuche der Politik, die stark sinkende Zahl der Organspender wieder zu erhöhen, ohne Erfolg geblieben. „Deshalb brauchen wir eine breite gesellschaftliche Debatte über die Widerspruchslösung“, sagte der Minister.

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Russische Energomasch liefert Triebwerke für US-Raketen

foto: afp/gemignani Eine Rakete des Typs Antares vor dem Start ins Weltall: die russische Firma Energomasch hat mit der amerikanischen Orbital ATK einen Vertrag über die Lieferung von weiteren vier Raketentriebwerken unterzeichnet.
Die Grundsatzvereinbarung ist unterzeichnet, über die Summe des Raketendeals schweigen sich die Vertragspartner aus

André Ballin | derStandard.at

Unbeeindruckt von den Sanktionen schließen Amerikaner und Russen einen brisanten Raketendeal ab: Der US-amerikanische Rüstungs- und Raumfahrtkonzern Orbital ATK kauft der russischen Staatsholding Energomasch vier Raketentriebwerke vom Typ RD-181 ab. RD-181 ist die Exportvariante des für den Start von Sojus-Weltraumraketen genutzten Flüssigkeitsantriebs RD-193. Energomasch soll die Triebwerke bis 2021 liefern.

Über die Summe, die im Rahmen des Geschäfts fließen wird, vereinbarten beide Seiten Stillschweigen, allerdings hat Energomasch schon bisher Triebwerke geliefert, die RD-181 werden ebenfalls für die Raumfahrt verwendet und dienen als erste Zündstufe bei den mittelschweren Antares-Trägerraketen, mit denen die USA die Internationale Raumstation (ISS) versorgen. Der erste Vertrag, den beide Seiten abgeschlossen haben, ging über 20 Raketen und war eine Milliarde Dollar wert, dementsprechend dürfte der Folgeauftrag mindestens 200 Millionen Dollar kosten.

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Nackt-Skandal an Lourdes-Grotte – Strafverfahren!

© Bild: Screenshot Youtube/katholisch.de
Lourdes ist ein Ort der Ruhe und Besinnung, doch am Freitag sorgte eine junge Frau an der Erscheinungsgrotte für helle Aufregung unter den Pilgern: Sie zeigte sich so, wie Gott sie schuf.

katholisch.de

Da werden manche Pilger sicher zweimal hingesehen haben: In Lourdes hat sich eine Performance-Künstlerin öffentlich entblößt. So wie Gott sie schuf, zeigte sich Deborah de Robertis in der Erscheinungsgrotte, berichtete die Zeitung „Luxemburger Wort“ am Dienstag. Die provokante Aktion fand bereits am Freitag während einer eucharistischen Prozession statt. Sofort waren Helfer zur Stelle und legten der nur mit einem blauen Kopftuch bekleideten Luxemburgerin eine Decke um. Die 34-Jährige verharrte jedoch weiterhin in Gebetshaltung mit gefalteten Händen und weigerte sich, die Grotte zu verlassen. Sie musste weggetragen werden.

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Mikroplastic befindet sich bereits in allen Bereichen der Umwelt – nicht nur im Wasser

In Deutschland gelangen laut einer Untersuchung pro Jahr rund 330 000 Tonnen sogenanntes Mikroplastic in die Umwelt. Das Fraunhofer Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik in Oberhausen hat für 51 Quellen die freigesetzten Mengen errechnet.

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Der grösste Verursacher ist demnach der Abrieb von Autoreifen. Rund ein Drittel der Mikroplastic-Emissionen entfallen gemäss der Studie darauf. Weitere Hauptquellen seien die Abfallentsorgung, der Abrieb von Fahrbahndecken oder Freisetzungen auf Baustellen. «Wir können davon ausgehen, dass sich Mikroplastic bereits in allen Bereichen der Umwelt befindet», sagte die Ko-Autorin der Studie, Leandra Hamann.

Als Mikroplastic werden Plasticpartikel bezeichnet, die fünf Millimeter und kleiner sind.

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