Der lange Schatten der künstlichen Befruchtung


Auf den ersten Blick unterscheiden sich im Reagenzglas gezeugte Kinder (rund 2000 sind es jährlich in der Schweiz) nicht von allen anderen. (Bild: Selina Haberland / NZZ)
Bei Retortenkindern ist das Risiko für Bluthochdruck erhöht. Um den Gründen auf die Spur zu kommen, fordern Experten mehr Informationen von den Reproduktionskliniken.

Alan Niederer | Neue Zürcher Zeitung

Seit der Geburt von Louise Brown vor vierzig Jahren wird darüber diskutiert, ob die künstliche Befruchtung im Reagenzglas (In-vitro-Fertilisation, IVF) mit erhöhten Gesundheitsrisiken verbunden ist. Auf den ersten Blick scheint das nicht der Fall zu sein. Seit einigen Jahren mehren sich aber die Hinweise, dass die zur IVF eingesetzten Verfahren und Materialien subtile Spuren auf molekulargenetischer Ebene hinterlassen können. Bei solchen epigenetischen Veränderungen wird das Erbgut chemisch modifiziert. Das hat Auswirkungen darauf, welche Gene wie stark abgelesen werden.

weiterlesen