Besitzer von jüdischem Restaurant in Chemnitz berichtet von Angriff


Der Besitzer des Schalom in Chemnitz soll von einer Gruppe Vermummter attackiert worden sein. – APA/AFP/JOHN MACDOUGALL
Der deutsche Antisemitismus-Beauftragte Klein sieht eine „neue Qualität antisemitischer Taten“, sollten die Vorwürfe stimmen. Der Gastronom sagte: „Das ist nicht typisch für Chemnitz.“

Die Presse.com

Im Zuge der Ausschreitungen in Chemnitz ist in der ostdeutschen Stadt auch ein jüdisches Restaurant angegriffen worden. Wie Restaurantbesitzer Uwe Dziuballa am Samstag der Nachrichtenagentur AFP sagte, wurden am Abend des 27. August aus einer Gruppe heraus Gegenstände auf die Gaststätte geworfen – dabei sei auch gerufen worden: „Judensau, verschwinde aus Deutschland“.

Zuvor hatte die „Welt am Sonntag“ berichtet, Dziuballas koscheres Restaurant „Schalom“ sei von etwa einem Dutzend Neonazis angegriffen worden. Dziuballa sagte AFP, er habe an dem Montagabend, dem zweiten Tag von Protesten nach dem gewaltsamen Tod eines 35-Jährigen in Chemnitz, zunächst Geräusche gehört und sei hinausgegangen. Dort hätten sich dann zehn bis zwölf teils vermummte Menschen befunden. Dann habe er entweder laut gedacht oder auch tatsächlich gesagt: „Haut ab!“

„Dann wurden mir verschiedene Gegenstände zugeworfen und jemand rief zu mir: ‚Judensau, verschwinde aus Deutschland'“. Er selbst sei an der Schulter getroffen worden, habe sich aber nicht in einem Krankenhaus behandeln lassen. Die Polizei sei dann „eine Minute später“ gekommen und habe seine Aussage aufgenommen. Am vergangenen Donnerstag sei die Kriminalpolizei gekommen, um Spuren zu sichern.

weiterlesen