Was Demokratiefeinde stark macht


Eine Wahlkampfveranstaltung der Schwedendemokraten in Motala Bild: dpa
Hassausbrüche gegen Gewaltverbrechen: Ein Kampf um Deutungshoheit ist im Gange, hinter dem die Wirklichkeit verschwindet. Will man den Rechten das Wasser abgraben, müssen Politik und Medien besser gewichten.

Von Michael Hanfeld | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Morgens Radio eingeschaltet. Deutschlandfunk, dann HR Info. Dort ist vom „Rechtsruck“ die Rede, vor dem Schweden stehe. Am Sonntag wird gewählt, und die Schwedendemokraten haben beste Chancen, die zweitstärkste oder sogar stärkste Kraft zu werden. Eigentlich, heißt es beim HR, sei in Schweden „allt bra“, „alles gut“. Aber das könne sich am Sonntag ändern, wenn die Rechtspopulisten einen Wahlerfolg landeten. Dass in Schweden noch „allt bra“ und nichts faul im Staate ist, darauf lautet die Grundannahme der journalistischen Betrachtung.

Erst die Schwedendemokraten bedrohten dies. Die sind offenbar schon einen Schritt weiter als die AfD in Deutschland. Sie sagen, es sei eben nicht alles eitel Sonnenschein im Volksheim Schweden. Sie verweisen unter anderem auf einen Anstieg der Gewaltkriminalität, machen dafür den Flüchtlingszuzug verantwortlich und spielen mit dem generellen Ressentiment gegen Fremde. Sozialdemokraten und Grüne halten mit Verweisen auf die Statistik dagegen, die darlege, dass schwere Gewaltkriminalität nicht zugenommen habe und es in Schweden so sicher sei wie in Bullerbü.

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