Sawsan Chebli: Zwischen den Fronten


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Sie ist Politikerin, Feministin und gläubige Muslimin – das macht sie für Rechte wie Liberale zum Feindbild.

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Wird in Deutschland über Muslime oder Migration diskutiert, fällt meist ihr Name: Sawsan Chebli, 39 Jahre, Berliner Staatssekretärin für Bürgerliches Engagement und Internationales. Es gibt wenige Hauptstadtpolitiker, die über Berlin hinaus, so präsent und gleichzeitig polarisierend sind, wie die SPD-Frau. Vergangene Woche war sie es auch in Österreich – allerdings unfreiwillig. Der Abgeordnete Efgani Dönmez hatte sich via Twitter sexistisch über sie geäußert, mit seinem Beitrag suggerierte er, dass sie ihre Karriere sexuellen Gefälligkeiten verdanke. Nachdem die Kritik aus dem Netz auch offline aufschlug, musste Dönmez den ÖVP-Klub verlassen. Chebli selbst äußerte sich nicht, Interview-Anfrage lehnte sie ab. Zu sagen hätte sie aber viel.

Sie war einer der ersten deutschen Politikerinnen, die Sexismus offen thematisierte. Als sie ein Ex-Botschafter bei einer Veranstaltung nicht erkannte („Ich habe keine so junge Frau erwartet. Und dann sind sie auch so schön“), postete sie via Facebook, was ihr Zuspruch wie Attacken einbrachte. Viele bezogen sich auf ihre Religion bzw. Familiengeschichte.

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