Zentralrat der Juden: „Es ist fünf nach Zwölf“


Synagoge in Berlin. Themenbild Bild: bb
Nach den rechtsradikalen Ausschreitungen in Chemnitz übt der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, scharfe Kritik an Politikern und Behörden. „Die Berichte vom Angriff von Neonazis auf das koschere Restaurant ‚Schalom‘ in Chemnitz haben mich erschüttert“, erklärte Schuster am Sonntag. „Für die Versuche einiger Politiker und Vertreter der Sicherheitsbehörden, die Lage in Chemnitz schönzureden, habe ich kein Verständnis.“

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Die rassistischen Ausschreitungen und der Angriff auf das jüdische Lokal zeigten, wie stark der Rechtsextremismus in der Region verwurzelt sei. „Es ist fünf nach Zwölf!“, betonte Schuster. „Die Bestrebungen der Verfassungsbehörden, die Vorfälle offensichtlich zu bagatellisieren, lassen mich ernsthaft an der Arbeit dieser Behörden zweifeln.“ Damit bezog sich Schuster offenbar vor allem auf Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen, der bestritt, dass es in Chemnitz eine „Hetzjagd“ auf Ausländer gegeben habe und die Echtheit eines Videos dazu anzweifelte.

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