Zollner: Kirche braucht Bereitschaft zu Selbstkritik


© Bild: Paolo Galosi/Romano Siciliani/KNA
Pater Hans Zollner ist überzeugt: Kinderschutz ist in der Kirche kein „Add-on“, sondern gehört zur „DNA der Kirche“. Ein großes Problem sei die „Überidentifikation“ mit der Institution.

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Der Kinderschutzexperte Hans Zollner fordert von der Kirche beim Thema Missbrauch „eine innere Haltung der Bereitschaft zur beständigen Selbstkritik“. Diese brauche es ebenso wie die daraus folgende „Bereitschaft zur Umkehr zu den eigenen Idealen“, sagte Zollner dem „Donaukurier“ (Wochenende). Er ergänzte: „Kirchliche Institutionen aller Art brauchen klare Leitlinien und eindeutige Definitionen von Verantwortlichkeiten, von Verstößen gegen die Normen und den entsprechenden Strafen. Transparenz in den rechtlichen und administrativen Verfahren sowie ständige Fortbildung zu Intervention und Prävention helfen, eine Kultur der Achtsamkeit zu fördern.“ Zollner ist Jesuitenpater und stammt gebürtig aus Regensburg. Er leitet das Kinderschutzzentrum an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom und ist Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission.

Weiter sagte Zollner bezüglich der Missbrauchsaufarbeitung: „Die Unfähigkeit und Unwilligkeit, den Gesetzen des Staates und der Kirche Genüge zu tun, war gespeist von Angst vor Konfrontation und harten Entscheidungen sowie von falsch verstandener – und für alle sehr schädlicher – Überidentifikation mit der Institution.“

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