Bischöfe kritisieren EU-Urteil zum kirchlichen Arbeitsrecht: „Sache der Kirche, nicht der Gerichte“


Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Die deutschen katholischen Bischöfe haben das Urteil des Europäischen Gerichtshofs zur Kündigung eines Chefarztes kritisiert. Die verfassungsrechtliche Position der Kirchen im Grundgesetz sei „nicht ausreichend berücksichtigt“.

DOMRADIO.DE

So heißt es in einer am Dienstagmittag in Bonn veröffentlichten Erklärung der Bischofskonferenz. Darin betont Konferenz-Sekretär Pater Hans Langendörfer unter Verweis auf das deutsche Grundgesetz: „Es ist danach Sache der Kirche, nicht der staatlichen Gerichte, im Rahmen ihres Selbstbestimmungsrechts aus ihrer religiösen Überzeugung heraus selbst festzulegen, welche Loyalitätserwartungen sie an ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen.“

Dazu gehöre auch die Feststellung, was die Glaubwürdigkeit der Kirche erfordere und welches Gewicht ein schwerer Loyalitätsverstoß habe.

Der Europäische Gerichtshof hatte zuvor das kirchliche Arbeitsrecht in einem wichtigen Punkt eingeschränkt. Die Kündigung eines Chefarztes, der nach einer Scheidung erneut zivil geheiratet hatte, könne eine „verbotene Diskriminierung“ darstellen, so die Richter. Die abschließende Entscheidung liegt nun beim Bundesarbeitsgericht.

weiterlesen