Orbán hebelt die Freiheit der Wissenschaft aus


foto: mti / sandor kovacs / picturedesk.com Dunkle Zeiten für die ungarische Akademie der Wissenschaften: Die Orbán-Regierung will die wichtigste Forschungsinstitution des Landes mit allen Mitteln unter ihre Kontrolle bringen.
Nachdem Ungarns Akademie der Wissenschaften im Juli die Oberhoheit über ihr Budget verlor, soll nun auch ihre institutionelle Struktur zerstört werden.

Thomas Bergmayr | derStandard.at

Der Forschungsbetrieb in Ungarn ist in hellem Aufruhr – und das liegt nicht zuletzt daran, mit welcher Geschwindigkeit und Heftigkeit die Regierung unter Viktor Orbán gegen die freie Wissenschaft vorgeht. Nach der Central European University (CEU), die mithilfe von ganz auf die Schädigung der weltoffenen Privatuniversität zugeschnittenen „Anti-Soros“-Gesetze seit dem Vorjahr unter Druck gesetzt wurde, hat die Fidesz-Partei nun die höchste wissenschaftliche Institution des Landes im Visier: die renommierte ungarische Akademie der Wissenschaften.

Gegründet 1825 in Pressburg, dem damaligen Sitz des ungarischen Parlaments, ist die Magyar Tudományos Akadémia (MTA) heute die wichtigste wissenschaftliche Einrichtung Ungarns. 40 Institute und mehr als 100 Forschungsgruppen, verteilt auf mehrere Universitäten, vereinen sich unter ihrem Dach und decken dabei im Rahmen einer komplexen Organisationsstruktur ein breites und pluralistisches wissenschaftliches Spektrum ab – bis vor wenigen Monaten noch weitgehend autonom. Dieser Freiheit ist es auch zu verdanken, dass die international anerkannte Institution mehr als ein Dutzend Nobelpreisträger hervorgebracht hat.

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1 Comment

  1. Dieser reaktionäre Trottel hebelt doch alle Freiheiten aus. Pressefreiheit, Meinungsfreiheit und so ziemlich alle Grundlagen einer echten Demokratie!

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