
In einigen deutschen Städten bilden verschiedene Glaubensrichtungen einen „Rat der Religionen“. Vorreiter sind Hannover und Frankfurt am Main. Dort treffen sich die Räte zu ihrem ersten Bundeskongress. Für die Gemeinde der Bahai ist Ali Faridi dabei.
Ali Faridi im Gespräch mit Thorsten Jabs | Deutschlandfunk Kultur
Thorsten Jabs: Herr Faridi, das Bahaitum entstand im 19. Jahrhundert im Iran, wo es bis heute als größte religiöse Minderheit verfolgt wird. Es sieht die ganze Menschheit als eine Einheit und einen einzigen unteilbaren Organismus. Sind sie dafür prädestiniert, in einem Rat der Religionen mitzuwirken?
Ali Faridi: Ich denke ja, denn, wie Sie schon erwähnten, die Grundsätze, welche die Bahai-Religion bietet, sind gerade dafür prädestiniert, interreligiös aktiv zu sein. Wir versuchen, unseren Anteil dazu beizubringen, dass wir zu einer friedlicheren Welt kommen und den Erwartungen und Herausforderungen einer multireligiösen Gemeinschaft gerecht werden, in dem Sinne, dass die Menschen einander näherkommen, dass sie mehr voneinander erfahren. Denn alleine der Abstand oder Angst vor dem Fremden sind die Ursachen vieler Unstimmigkeiten, vieler Streitigkeiten, bis hin zu den vielen Kriegen. Und dies könnte man nur in einem wertschätzenden, gemeinsamen Diskurs angehen und nicht immer nebeneinander und gegeneinander.