Dialogisches Denken der besten Art


Albrecht Wellmer, 1933 bis 2018 Bild: Bergmann, Wonge
Zusammen mit Jürgen Habermas öffnete er die Kritische Theorie für neue philosophische Impulse seiner Zeit. In seinen späten Werken dominierte die Sprachphilosophie. Zum Tod von Albrecht Wellmer.

Von Martin Seel | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Es gibt Philosophen, die alles, was sie zu sagen haben, in ihren Schriften niederlegen, und solche, deren Werke, sosehr sie Texte eigenen Rechts darstellen, Zeugnisse einer unermüdlichen Dialogfähigkeit sind, die sich mit dem Buchstaben des geschriebenen Worts – und sei es des eigenen – weder beruhigen kann noch will. Zu den Letzteren gehörte Albrecht Wellmer. Wer ihn kannte, begegnete einem sokratischen Temperament, dessen intellektuelle Energie ihre Quelle in einer Unfähigkeit zu dogmatischen Festlegungen hatte, gepaart mit der Gabe, bei der Behandlung philosophischer Fragen gleich welcher Art stets die dissidente Stimme der Künste im Ohr zu haben.

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