Haben Pflanzen Rechte?


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Beim Streit um den Hambacher Forst geht es nicht nur um Energiepolitik oder um Bäume – sondern auch um Kant und Aristoteles.

Von Rainer Erlinger | Süddeutsche Zeitung

Deutschland im Herbst 2018. Man kämpft um Bäume. Im Hambacher Forst, einem über 10 000 Jahre alten Mischwald mit bis zu 350 Jahre alten Bäumen. Fast schon ironischerweise soll er gerodet werden, um an noch ältere Wälder und Bäume zu gelangen, die darunter vor Millionen Jahren zu Braunkohle geworden sind. Dagegen wehren sich Aktivisten, teilweise mit Gewalt, wogegen die Polizei vorgeht – ebenfalls teilweise mit Gewalt. Auch beim Protest gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 war es zu Tätlichkeiten gekommen. Und auch hier waren Bäume im Spiel. Berühmt wurde dann jedoch der Juchtenkäfer, dessen Schutz das Bauvorhaben verzögerte und verteuerte. Wie die Kleine Hufeisennase, eine Fledermausart, den Bau der Waldschlösschenbrücke in Dresden. Nun aber, im Hambacher Forst, geht es wirklich – neben der Grundsatzfrage des Kohleausstiegs – in erster Linie um Bäume, also Pflanzen.

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