Journalisten können Leben retten – oder sie leichtsinnig riskieren


 

SUIZID-BERICHTERSTATTUNG

 

Boris RosenkranzÜBERMEDIEN

 

Eine Stadt wie Cottbus: weg. Oder Kaiserlautern: nicht mehr da. Hildesheim: komplett ausgestorben, in nur zehn Jahren. Ist das nicht schockierend?

Vielleicht muss man sich das mal so vorstellen, um das Ausmaß zu begreifen: Rund 100.000 Menschen, so viele wie in einer dieser zufällig gewählten Städte, begehen innerhalb von zehn Jahren Suizid. Also um die 10.000 in einem Jahr, nur in Deutschland. „Das ist mehr als durch Verkehrsunfälle, Gewalttaten und illegale Drogen zusammen“, sagt der Psychologe Georg Fiedler. Diejenigen, die einen Suizidversuch überleben, teils schwer geschädigt, nicht mitgerechnet.

Trotzdem sind Suizide immer noch ein Tabu-Thema, über das man allenfalls tuschelt, und normalerweise wird über Suizide auch nicht berichtet. Nimmt sich allerdings ein prominenter Mensch das Leben, gibt es kein Halten mehr. Das steht dann überall, im Internet, in Zeitungen. Details, Gerüchte, mögliche Gründe – alles wird ausgewalzt. Dabei ist das bekanntlich mindestens genau so gefährlich wie Schweigen. Wie geht man also richtig damit um?

 

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