NS-Widerstand: Hans Scholl: Freiheitskämpfer bis in den Tod


 

Geschwister Hans und Sophie Scholl (picture-alliance/dpa/Ullstein)

 

Sein Aufbegehren gegen Hitler kostete Hans Scholl das Leben. Mit Flugblättern und Parolen kämpfte er für die Freiheit. Am 22. September wäre der Gründer der Widerstandsgruppe Weiße Rose 100 Jahre alt geworden.

DW

„Freiheit“ – in großen Buchstaben schreibt Hans Scholl dieses Wort mit schwarzer Teerfarbe links und rechts neben den Eingang der Münchner Universität. Viermal. Es ist die Nacht zum 3. Februar 1943. Seit drei Stunden läuft der Medizinstudent zusammen mit seinem Kommilitonen Alexander Schmorell durch die dunklen Straßen. Beide sind Mitglieder der Weißen Rose, die das nationalsozialistische Regime stürzen will. Eine kleine Gruppe von Jugendlichen avancierte zu einer der bekanntesten Widerstandsgruppe gegen Adolf Hitler.

In dieser Nacht planen sie, ihre Botschaften an jeder geeigneten Stelle in München anzubringen. Sie haben auch eine Schablone für ihre Parolen dabei. Sie trägt den Text „Nieder mit Hitler“ und zeigt ein durchgestrichenes Hakenkreuz. Doch die Gestapo ist ihnen schon auf den Fersen. Knapp drei Wochen später ist Hans Scholl tot, hingerichtet von den Nationalsozialisten.

Erst Faszination, dann Rebellion

Hans Scholl ist 14 Jahre alt und lebt mit seiner Familie in Ulm, als Adolf Hitler 1933 in Deutschland an die Macht kommt. Zunächst ist er – genau wie seine jüngere Schwester Sophie – fasziniert vom Nationalsozialismus. Gegen den Willen seines liberalen Vaters engagiert er sich in der Hitlerjugend und träumt von einer Offizierskarriere in der Wehrmacht.

Doch die bedingungslose Unterordnung und die Einschränkung der Freiheit sind ihm immer stärker zuwider, christliche Werte gewinnen für ihn an Bedeutung. Als Medizinstudent in München kommt er ab 1939 mit Regimekritikern in Kontakt. In den Semesterferien erlebt er als Sanitäter die Schrecken des Krieges hautnah. In ihm reift der Entschluss, seine Stimme gegen die Machthaber zu erheben.

 

weiterlesen