Die Lebensschutz-Lüge


1000 Kreuze in Berlin 2008/Quelle: Brights Berlin

Einmal im Jahr versammeln sich christliche Fundamentalisten, Reaktionäre und Ewiggestrige in Berlin zum Marsch für das Leben.
Der Schutz des ungeborenen Lebens steht im Vordergrund, die befruchtete Eizelle als christliches Kümmersymbol. Die Rechte der Frauen reichen von Nebensache bis Null. Sie sind die Brüterinnen neuen Lebens und Hoffnungsträger für neue Religiotie. Ihre Gesundheit, ihre Körper und eine mögliche berufliche Karriere, spielen keine Rolle. Männer, und es sind vornehmlich solche, bestimmen über die Frauen. Sie werden zu Gebärmüttern reduziert, scheinbar geschäftsunfähig, da sie eine mögliche Abtreibung nicht entscheiden sollen. Frauen die sich im Kreis jener christlichen Fundamentalisten befinden sind die glücklichen Sklavinnen und damit Gegner der eigenen Freiheit. Die Entscheidungen für sich selbst wird in göttliche Männerhände gelegt. So wie dieser katholische Bonvivant aus München, der sich einer Grußadresse an die Fundamentalisten nicht enthalten konnte. Wobei ich ja der Meinung bin, dass die katholische Kirche sich zu Körperteilen, unterhalb der Nasenspitze  überhaupt nicht äußern sollte, solange nicht unabhängig von ihr, der ganze Missbrauchsskandal ausgemistet wurde.

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion  im Deutschen Bundestag, Volker Kauder,  äußerte sich zu seinen fundamentalistischen Gesinnungsgenossen, pietistisch, fromm und wohlwollend.

Es geht nicht um Lebensschutz, es geht um Kontrolle, um Frauenrechte und christliche Arroganz bis hin zur Impertinenz.

Echter Lebensschutz wäre hier vonnöten.

Am 18. September ging es über die Nachrichtenticker.

Alle fünf Sekunden stirbt auf der Welt ein Kind unter 15

vermeldete die UNO.  Alle fünf Sekunden ist einem UN-Bericht zufolge im vergangenen Jahr auf der Welt ein Kind unter 15 Jahren gestorben. Insgesamt seien das 6,3 Millionen Kinder gewesen, hieß es in dem am Dienstag von den Vereinten Nationen veröffentlichten Bericht.  Reaktion der Lebensschützer, … keine Meldung. Eine Äußerung von Reinhard Marx, Bedford-Strohm??, Nichts.

5,4 Millionen davon seien jünger als 5 Jahre gewesen. Bei rund der Hälfte aller Todesfälle habe es sich um neugeborene Babys gehandelt.

Die Kinder seien beispielsweise an Komplikationen während der Geburt, Lungenentzündung, Durchfall oder Malaria gestorben. In den meisten Fällen wäre medikamentöse Hilfe und Zugang zu sauberen Wasser ausreichend gewesen diese Leben zu retten.

Christliche Fundamentalisten gehen solchen Nachrichtenmeldungen aus dem Weg. Passt nicht ins Wohlgefühl, die Moralkeule anderen über den Schädel zu ziehen.

Und solange das so ist ist eine Debatte über Schwangerschaftsunterbrechungen nicht notwendig, wenn doch, ist sie bigott, unglaubwürdig in der Sache, diskriminierend gegen Frauen und verlogen.