Vom Versagen der katholischen Kirche


Die katholischen deutschen Bischöfe kommen am Montag zu ihrer Herbstvollversammlung im hessischen Fulda zusammen (dpa / picture-alliance / Arne Dedert)
Die deutschen katholischen Bischöfe werden sich bei ihrer Herbst-Vollversammlung in Fulda mit einer neuen Studie zum sexuellen Missbrauch in der Kirche befassen müssen. Demnach zählen über fünf Prozent der deutschen Priester als Beschuldigte. Der Ruf nach Veränderungen im System der Kirche wird lauter.

Von Christiane Florin, Jan-Christoph Kitzler | Deutschlandfunk

„Wenn ich auf die Betroffenen schaue, die mir grad in den letzten Tagen geschrieben haben, hat diese Studie keine Bedeutung mehr, weil sie keinerlei Hoffnung mehr haben, dass Kirche sich ihnen zuwendet. Für andere heißt es, sie sind hoch beunruhigt, sie sind zornig. Wieder andere sagen, Gott sei Dank, dass endlich mal nicht nur unter der Hand Vermutungen angestellt werden, sondern dass wir zumindest die Spitze des Eisberges objektiv festgestellt wissen.“

Erika Kerstner gründete vor 16 Jahren die „Initiative Gewaltüberlebender Christinnen“, unter anderem für Frauen, die als Kind oder Jugendliche von Klerikern missbraucht wurden. Die pensionierte Lehrerin für katholische Religion hört den Betroffenen zu, vermittelt Hilfe und spricht, wenn gewünscht, über den Glauben danach. Auf ihrer Website „Gottes-Suche“ dokumentiert sie, welche Bischöfe, Erzbischöfe und Kardinäle zurücktraten, offiziell „aus gesundheitlichen Gründen“, inoffiziell wegen Missbrauchs und Vertuschung.

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